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Oldtimer-Kenner macht Schmuckstücke wieder fahrbar

Evershagen Oldtimer-Kenner macht Schmuckstücke wieder fahrbar

Dietrich Hartmann (74) war zu DDR-Zeiten Kfz-Schlosser / Hobby und Beruf schon immer verknüpft / Reine Leidenschaft, kein Gewerbe / Nur ein vierrädriges Modell

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Seit Jahrzehnten sammelt Dietrich Hartmann (74) Oldtimer aus Leidenschaft. Der BMW 321, Baujahr 1947, ist noch fahrtüchtig.

Quelle: Fotos: Claudia Tupeit

Evershagen. Unter Brennnesseln hat sie gelegen, seine „Miele“-Maschine. 1984 in den Büschen von Stadtweide. Dietrich Hartmann hat nicht lange gefackelt, das Gerät mitgenommen und aufgepeppt. Was der heute 74-Jährige wieder in Schuss gebracht hat, ist ein Zweirad „vom Rang eines Mopeds, Baujahr 1939“, erzählt Hartmann stolz.

Der gelernte Kfz-Schlosser hat seit seiner Jugend ein Händchen – und ein Auge – für Oldtimer. Wahre Schmuckstücke, die auf zwei oder vier Rädern vor 70, 80 oder 90 Jahren hergestellt worden sind – teils also Jahrzehnte vor seiner Geburt. Sammeln, reparieren, fahren – all das macht der Rentner in seiner Freizeit. „Ich bin in keinem Verein Mitglied und kommerziell nutze ich das auch nicht“, sagt Hartmann. Es sei einfach seine Leidenschaft. Natürlich bedingt durch den Beruf, den er zu DDR-Zeiten gelernt hat. „Da haben wir sowieso immerzu an irgendetwas herumgeschraubt und vieles erst mal komplett auseinander gebaut“, erinnert sich der Fahrzeugliebhaber. Bekannte haben ihm einst geraten, Beruf und Hobby nicht zu vermengen. „Für mich ist das Schrauben die größte Entspannung.“

Frisch gewienert und unerwartet leise rollt Dietrich Hartmann mit seinem BMW 321, Baujahr 1947, an. Der Oldtimer ist sein einziges vierrädriges Modell. „Ansonsten habe ich mich auf Zweiräder spezialisiert.“ Der BMW ist entsprechend den damaligen Anforderungen in Schwarz-Rot gehalten. Im Kennzeichen hat er ein zusätzliches „H“ – für original historisch. Der Wagen ist zugelassen „und fährt ganz normal noch immer auf der Straße“. Im Schnitt steige die Tachonadel aber nie über 70 Stundenkilometer. „Rasen ist für ein so altes Auto nicht gut“, sagt Hartmann.

An der Tankstelle muss er mit dem Oldtimer improvisieren: „Er braucht bleihaltigen Sprit, aber den bekomme ich hierzulande ja nicht.“ So tankt er bleifrei und setzt einen Spritzer Spezialflüssigkeit zu, die Blei enthält. Auf das Innere seines BMW ist er besonders stolz. Die Sitzgarnitur hat er von einer Sattlerei überarbeiten lassen.

Unendlich viel Geld kann Dietrich Hartmann allerdings nicht in seine „Gefährten“ stecken. Das meiste repariere er selbst, erzählt er. Was er nicht machen könne, gebe er an Fachleute weiter, sofern er „flüssig“ sei. Manch nötige Reparatur muss eben mal in die Wartestellung gehen. Das Schwierigste aber seien die Ersatzteile. „An die muss ich erst mal kommen, die gibt es ja nicht mehr überall“, erzählt der Fachmann. Und da wird er – „wie in der DDR üblich“ – erfindungsreich. Um nichts falsch zu machen, wälzt er Bücher, in denen die jeweiligen Modelle genau beschrieben und abgebildet sind.

Für manch ein Nachschlagewerk habe er schon mehrere hundert Euro investiert.

So hat er auch seine SUT (Scholz und Tegener) wieder aufbauen können. Sie ist sein ältestes Modell, stammt aus dem Jahr 1922. Gekauft hat er einst Einzelteile in Kartons. „Die Firma kannte auch kaum jemand“, schildert Hartmann eines der Probleme. Mittlerweile hat er sie fahrbar bekommen, da sie aber mit Karbidlicht ausgestattet ist und nicht mit elektronischem Licht, kriegt er sie für die Straße nicht zugelassen. Anders als die russische Awo-Sport von 1960. Die richtet er für seinen Enkel wieder her. Nur der Tank muss noch lackiert werden.

Oldtimer-Kenner

7 Modelle besitzt der Rostocker Dietmar Hartmann (74), die zur Gattung „Oldtimer“ zählen – Fahrzeuge müssen mindestens 30 Jahre alt sein, um den Status zu bekommen. Bis auf den BMW 321 besitzt Hartmann ausschließlich Zweiräder, darunter eine Simson „Schwalbe“, das Moped „Zündapp Combinette“ und die zugelassene „Wanderer“.

Letztere Firma gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zur Auto Union. Die bestand aus vier Betrieben, darunter Audi. Später, nach der Auflösung der Auto Union, nahmen die Audi-Werke in Anlehnung vier Ringe ins Logo auf.

Claudia Tupeit

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