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Oldtimer-Messe: Rost und Leidenschaft

Schmarl Oldtimer-Messe: Rost und Leidenschaft

In der Hansemesse bestaunten Hunderte Bastler alte Fahrzeuge und suchten nach Ersatzteilen

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Andy Boenig (32, links) aus Wismar und Lars Kobus (31) aus Lübeck sind für ihre alten Mopeds vom Typ Schwalbe fündig geworden – und nehmen günstige Ersatzteile mit nach Hause.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Schmarl. Im Leben von Andy Boenig (32) und Lars Kobus (31) dreht sich (fast) alles um Motoren. Montags bis freitags kümmern sich die Mechatronikern um Hightech – um moderne Autos, mit Bordcomputer und digitaler Technik „unter Haube“. Am Wochenende darf es dann etwas ursprünglicher sein. Der Wismarer und der Lübecker sind Oldtimer-Fans, basteln alte Mopeds wieder zusammen. In Schmarl kamen nicht nur die beiden voll auf ihre Kosten: Hunderte Auto- und Motorradfreunde strömten zur diesjährigen Oldtimer- und Teilemesse.

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In der Hansemesse bestaunten Hunderte Bastler alte Fahrzeuge und suchten nach Ersatzteilen

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Die Ausstellung in der Messe – sie ist das Kontrastprogramm zu den modernen Autohäusern. Auf einem riesigen Flohmarkt bieten Händler ihre Waren an – alte Scheinwerfer und Motorhauben, Kolben und Tankdeckel. Die meisten Stücke sind alt, abgenutzt, rostig. Für den Laien scheint es so, als würde die Ware eher ins Altmetall als in eine Werkstatt gehören. Doch für die Kenner und Liebhaber wie Andy Boenig und Lars Kobus ist die Messe eine einzige große Schatztruhe.

„Es wird immer schwieriger an gute Ersatzteile für alte Autos und Mopeds zu kommen“, sagt Kobus. Im Internet gäbe es zwar viele Händler, aber „die verlangen horrende Preise.“ Außerdem: Oft handelt es sich um billige Nachbauten aus Fernost. Also fährt Kobus zu Oldtimer-Messen wie der in Rostock. „Das ist unser Männer-Sonnabend. Ohne Frauen, total entspannt“, erzählt Boenig. Nach Teilen suchen, mit den Händlern wie auf einem Basar um den Preis feilschen – „das macht Spaß.“ Erfolg hatte er auch schon: In der Hand hält er ein altes Blech, einen „Tunnel“ für eine Schwalbe. Zehn Euro hat er bezahlt. „Ein Top-Preis.“ Kobus hat gerade eine Sitzbank für sein Moped erstanden: Rostig, das Leder eingerissen. „Das kriege ich schon wieder hin. Das ist doch der Reiz des Ganzen.“

Die Männer-Quote in der Halle liegt bei gefühlten 95 Prozent. Zu den wenigen Frauen gehört Antje Schnell aus Greifswald. Die 29-Jährige hat an diesem Tag eine besondere Aufgabe: „Mit den Sachen hier kann ich nichts anfangen. Das ist nicht meine Welt. Aber ich passe auf, dass mein Mann nicht jedes Teil dreimal kauft“, sagt sie und lacht. Jenny Duchrow (ebenfalls 29) aus Kröpelin und ihren Freund Andreas Peyk (32) hingegen verbindet die Leidenschaft zu Motorrädern: „Zehn alte Maschinen haben wir bestimmt schon in der Garage“, erzählt er. Mit 14 Jahren hat Peyk seine erste MZ ES 150 zusammen mit seinem Vater restauriert. „Damit fing alles an.“ Sein Sohn Philip (2) soll diese Leidenschaft mal erben.

Am Eingang hat Jörg Schmidt seinen Nachbau eines Burlington Arrow Special ausgestellt: ein britischer Sportwagen im Design der 1920er Jahre. 60 Pferdestärken unter der Haube, 136 Stundenkilometer schnell. Nach heutigen Maßstäben geradezu lächerlich wenig, aber: „Diese Autos haben etwas Ursprüngliches.“ Schmidt liebt den Stil, fährt seinen Oldtimer auch auf der Straße. Karsten Petrick, Mitglied im Stralsunder Oldtimer-Club, schaut sich Schmidts „Briten“ genau an: „Ein tolles Auto. Das riecht noch nach Öl und Benzin – und es ist nicht so glatt gelutscht wie die Fahrzeuge von heute.“

Andreas Meyer

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