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Organspende: Betroffene wollen Ängste nehmen

Stadtmitte Organspende: Betroffene wollen Ängste nehmen

Mitglieder des Vereins „das zweite Leben – Selbsthilfegruppe für Lebendspender und Empfänger von Nieren“ informieren auf dem Rostocker Universitätsplatz

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Der Verein „das zweite Leben – Selbsthilfegruppe für Lebendspender und Empfänger von Nieren“ wirbt für die Organspende.

Quelle: Francine Brückner

Stadtmitte. Eine Organtransplantation ist für viele die einzige Chance zu überleben. Mehr dazu konnten die Rostocker gestern auf dem Universitätsplatz erfahren. Die Selbsthilfegruppe für Lebendspender und Empfänger von Nieren stand für jegliche Fragen zur Verfügung.

10000 Menschen warten

877 Menschen haben 2015 Organe gespendet, 3083 Organe wurden transplantiert. Durchschnittlich wurden 3,3 Organe pro Spender entnommen. Mehr als 10000 Menschen warten auf eine Transplantation.

691 Organe wurden als Lebendspende transplantiert, vor allem Nieren und Teile von Leber und Lunge.

Infos: Telefon 0800/9040 400, www.organspende-info.de, www.das-zweite-leben.de

Kennengelernt hat sich die Gruppe 2012 in der Müritzklinik in Klink. Mittlerweile gehören 67 Mitglieder aus acht verschiedenen Bundesländern dem Verein an. „So etwas gab es damals noch nicht“, sagt Brunhilde Ernst, die Vorsitzende. Bereits 2010 spendete sie ihrem Mann eine Niere. Sie waren das 20. Paar in Deutschland, an dem eine Nierentransplantation ohne Verwandtschaftsverhältnis oder identische Blutgruppen vorgenommen wurde. „Es sind umfangreiche Untersuchungen notwendig“, erzählt Erich Ernst, der die Niere seiner Frau empfing. „Die ganzen Voruntersuchungen haben insgesamt ein Jahr gedauert, denn man wird sogar psychologisch untersucht.“ Nach der Transplantation folgen zwei bis drei Monate Schonzeit für Spender und Empfänger, schließlich ist es ein großer Eingriff. „Aber danach führt man ein ganz normales Leben, ohne irgendwelche Einschränkungen“, so Brunhilde Ernst. Natürlich werden die Transplantierten in der Folgezeit regelmäßig untersucht. Es gibt eine strenge Kontrolle durch die Nephrologen und die transplantierenden Zentren.

Der Verein „das zweite Leben“ arbeitet eng mit der Barmer-Krankenkasse zusammen und erhält von dort Unterstützung. Brunhilde Ernst erzählt, dass niemand zur Organspende überredet werden soll. „Unser Anliegen ist es, die Menschen zu informieren und Betroffenen Hilfe anzubieten.“ Organspendeausweise können auch für die Angehörigen hilfreich sein. Als schriftliche Dokumentation dessen, was im Todesfall mit dem eigenen Körper geschehen soll. Zum Teil sind es religiöse Gründe, die zurückhalten. Viel häufiger allerdings geht es um Angst. „Dieser Angst wollen wir etwas entgegenwirken“, sagt Brunhilde Ernst. „Die Menschen erwarten kranke Menschen. Wir wollen zeigen, wie glücklich und gesund wir als Spender und Empfänger heute leben.“

Das war gestern deutlich zu spüren. Die Mitglieder der Selbsthilfegruppe standen für alle offenen Fragen bereit. In persönlichen Gesprächen machten sie Mut und erzählten von ihren eigenen Erfahrungen. „Für uns ist das eine Herzensangelegenheit“, sagt Brunhilde Ernst, „dafür stehen wir auch den ganzen Tag in der Sonne.“

Francine Brückner

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