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Organspende: „Das schweißt zusammen“

Hansaviertel Organspende: „Das schweißt zusammen“

Erste Leber-Lebendspende in MV / Alternative zur Transplantation des Organs eines hirntoten Spenders

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Janet Hensel (36) konnte die Klinik sieben Tage nach dem Eingriff verlassen – Onkel Norbert Weber (56) nach 13 Tagen. Chirurg Prof. Dr. Tung Yu Tsui ist mit dem Ergebnis zufrieden.

Quelle: Unimedizin Rostock

Hansaviertel. An der Rostocker Universitätsmedizin hat Prof. Dr. Tung Yu Tsui, Leiter der Sektion Onkologische Chirurgie, zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern ein Stück Leber von einem lebenden Spender transplantiert. Dem Wismarer Norbert Weber (56) rettete der Eingriff das Leben. Leberspenderin war seine Nichte Janet Hensel (36). Die Lebendleberspende ist eine Alternative zur Transplantation des Organs eines hirntoten Spenders und ein anspruchsvoller Eingriff, der in Deutschland bisher nur selten durchgeführt wird.

„Manchmal ist die Teilleberspende die einzige Möglichkeit, ein neues Organ zu erhalten“, erläutert der Mediziner. Für die spezielle Technik, bei der der rechte Leberlappen des erwachsenen Spenders entnommen und beim Empfänger eingepflanzt wird, gibt es klare Vorgaben. Nur Verwandte ersten und zweiten Grades dürfen ein Organ spenden, nur in Ausnahmefällen Partner oder Freunde. Langfristige Folgen für den Spender gibt es nicht. „Die gesunde Leber regeneriert sich und wächst auf die Ausgangsgröße nach“, erläutert derArzt. Als Norbert Weber vor einigen Monaten eine Lungenentzündung verschleppt, ahnt er noch nicht, dass er schwer krank ist. Beim Röntgen der Lunge entdecken die Ärzte auffällige Geschwüre an der Leber. Anzeichen für einen Tumor. Der Wismarer hat Leberkrebs, ausgelöst vermutlich durch eine Eisenspeicher-Erkrankung. Nur eine Lebertransplantation kann ihn noch retten. Noch heute ist Weber zu Tränen gerührt: „Meine Geschwister, Neffen, Nichten, die ganze Familie – alle wollten helfen“, erzählt er.

Auch Webers Nichte Janet Hensel hat nicht lange gezögert: „Meine Mutter und ich haben sofort testen lassen, ob wir als Spender in Frage kommen“, erinnert sie sich. Gezweifelt habe die 36-Jährige nie an ihrem Entschluss: 60 Prozent ihrer Leber hat Janet Hensel gespendet. Für Norbert Weber die Rettung: „Das Organ hat eine bessere Qualität, als das eines verstorbenen Spenders", sagt der Arzt. Ende März dann die Operation: Onkel und Nichte haben die Transplantation gemeistert. „Das schweißt zusammen“, scherzen sie heute.

OZ

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