Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Ostsee nutzen, Fische schonen: OZ-Forum zum Randmeer

Stadtmitte Ostsee nutzen, Fische schonen: OZ-Forum zum Randmeer

Vier Referenten kommen am 3. Juni um 15 Uhr ins OZ-Studio, um über Forschung auf und in der Ostsee zu sprechen / Kein Abwasser mehr von Schiffen / Wasser wärmer

Voriger Artikel
Hansestadt im Visier von Autoknackern
Nächster Artikel
Häftling aus forensischer Klinik nach kurzer Flucht gefasst

Zu Forschungszwecken wird eine Strömungsboje in die Ostsee gelassen.

Quelle: Bundesamt Für Seeschifffahrt und Hydrographie (bsh)

Stadtmitte. Abwasser von Schiffen in der Ostsee? Die Zeiten sind vorbei. Das Randmeer gilt nun als Abwassersondergebiet, Reedereien müssen umrüsten, Kommunen nehmen in einer Auffangstation das entgegen, was gut 80 Millionen Passagiere übers Jahr hinterlassen. „Das ist einer unserer Erfolge“, sagt Mathias Jonas, Vize-Präsident des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Er vertritt von Rostock aus die Seite derjenigen, die die Ostsee wirtschaftlich nutzen wollen, etwa die Schifffahrt und Betreiber und Bauer von Windenergieanlagen.

OZ-Bild

Vier Referenten kommen am 3. Juni um 15 Uhr ins OZ-Studio, um über Forschung auf und in der Ostsee zu sprechen / Kein Abwasser mehr von Schiffen / Wasser wärmer

Zur Bildergalerie

Bei einer Podiumsrunde im OZ-Studio am 3. Juni um 15 Uhr gehört der 55-Jährige zu den Referenten zum Thema „Denk ich an die Ostsee in der Nacht“ – ein abgewandelter Vers Heinrich Heines. Schiffe hinterlassen zum Beispiel Tag und Nacht Schadstoffe, unter anderem durch Abgase in der Ostsee. „Innerhalb unserer Fachabteilung für Nautische Hydrographie und Seekartographie schauen wir, wie man die Schifffahrt umweltfreundlich und ressourcenschonend gestalten kann“, erklärt Jonas.

Außerdem schafft seine Behörde auch die Voraussetzungen, um Windkraftanlagen mitten auf dem Wasser, also „offshore“, zu errichten. „Wir müssen prüfen, ob das umweltverträglich ist für Flora und Fauna“, sagt Jonas. Zudem müsse geklärt werden, dass durch bevorzugte Gebiete keine Schiffe fahren. Als Genehmigungsamt sei er daher vor allem für die Seite derer zuständig, die die Ostsee brauchen, weniger für den Umweltbereich.

„Gebraucht“ wird das Randmeer natürlich auch von den vielen Wasserratten, die gern schwimmen gehen wollen. Und tatsächlich hat sich die Temperatur des Wassers auch nach oben verändert. „Wir können das anhand von Daten belegen, die sogar bis ins Jahr 1924 zurückreichen“, sagt Detlev Machoczek, Ozeanograph im BSH in Hamburg und somit Mitarbeiter von Mathias Jonas. „Die Warmphase ist länger, die Badephase aber nicht“, sagt er weiter. Heißt konkret für das nasse Vergnügen vor der Haustür: Im Frühjahr ist das Wasser zwar wärmer geworden in den vergangenen Jahrzehnten und im Herbst kühlt die Ostsee auch langsamer wieder ab. „Aber wir sprechen dabei von einer Erhöhung im Frühjahr von zum Beispiel acht auf neun Grad“, sagt der 59-jährige Fachmann. Also kaum spürbar für Badegäste. Wer sich übrigens wundert, warum an manchen Hitzetagen das Wasser dennoch kalt ist: Das hat mit dem Wind zu tun. Bereits erwärmtes Wasser kann durch den Wind vom Land weggetragen werden. Vorn am Uferbereich kann es daher kälter sein als weiter weg.

Während Mensch sich über warmes Wasser zum Schwimmen freut, vertreiben hohe Temperaturen einige Fischsorten aus der Ostsee. Beispiel Dorsch. Der mag kein warmes Wasser und flüchtet dann in kältere Gefilde. „Deshalb wird er hauptsächlich im ersten Quartal gefangen, danach sind viele, die ablaichen, auch ausgemergelt“, erklärt Christoph Zimmermann, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Auch er steht beim OZ-Podiumsgespräch Rede und Antwort und erklärt, warum eine Fangquote wichtig ist.

Er untersucht zudem das Wohlergehen der „sieben bis acht Fischsorten aus der Ostsee, die kommerziell genutzt werden können“, darunter neben Dorsch auch Heringe, Flundern und Schollen. Ein Schwerpunkt: Warum produziert der Hering nicht mehr so viel Nachwuchs? Dem Dorsch gehe es dafür besser. „2014 hatten wir Magerdorsche“, sagt Zimmermann. Durch einen Salzwasserzustrom haben sich die Bedingungen verbessert, Dorsche nutzen wieder das Futter auf dem Boden – bis vor Kurzem konnten sie ganz unten wegen Sauerstoffmangel nicht leben.

OZ-Podium zur Ostseenutzung vor Ostseetag

OZ-Podiumsdiskussion : Am 3. Juni, 15 Uhr, lädt die OZ zum Thema „Denk ich an die Ostsee in der Nacht“ ins OZ-Studio. Referenten äußern sich zur Nutzung der Ostsee für die Wirtschaft und erzählen, wie es um die Fische bestellt ist. Es geht auch darum, wie das Randmeer geschont werden kann.

OZ-Studio: 3. Juni, 15 Uhr, Eintritt frei, Richard-Wagner-Straße 1a

Ostseetag : Der Zustand der Ostsee ist Thema des Ostseetages am 8. Juni in Rostock. Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung, das Thünen-Institut für Ostseefischerei, das Deutsche Meeresmuseum Stralsund und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) laden zu Besuchen auf Forschungsschiffe im Stadthafen.

• www.ostseetag.info

Claudia Tupeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Geesthacht/Peenemünde

Wie die Zahnräder im Uhrwerk greifen im Meer Meereswirbel ineinander. Die großen Strömungen wie der Golfstrom gelten als gut untersucht. Nun gehen Forscher in der Ostsee auf die Jagd nach Mini-Wirbeln - mit einem Zeppelin.

mehr
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Tennishalle in Roggentin eröffnet

Nach fünf Monaten Bauzeit können Sportler nun neue Sportstätte am Stadtrand von Rostock nutzen