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Ostseeheilbad wird zum Literaturort

Graal-Müritz Ostseeheilbad wird zum Literaturort

Wanderungen und Lesungen unter der Lyrikbuche ziehen Einheimische und Gäste an

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Für den Graal-Müritzer Ehrenbürger Hans Vergin (91) ist Herbert Nachbar trotz des fast 50-jährigen Abstands als Nachbar noch in lebhafter Erinnerung. Er betrachtete die Erinnerungen aus dem Leben und Wirken des Schriftstellers mit Aufmerksamkeit.

Quelle: Fotos: (2): Jürgen Falkenberg

Graal-Müritz. „Viele namhafte Autoren fanden seit Beginn des Bäderwesens in Graal und in Müritz einen Ort des Erholens, der Muße und der Muse“, schrieb Doris Rosengarten, Mitarbeiterin der Tourismus- und Kur-GmbH (TuK), im Geleitwort zur Literaturwoche 2017, der nunmehr fünften, im Ostseeheilbad. Bäderbibliothek, TuK, Heimatmuseum und ASB-Regionalverband gestalteten ein abwechslungsreiches Programm.

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Wanderungen und Lesungen unter der Lyrikbuche ziehen Einheimische und Gäste an

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Es ist eine Vielzahl bedeutender Lyriker, Romanciers und Sachbuchautoren, die in Graal-Müritz kürzer oder länger weilten und in ihren Werken Spuren davon hinterließen. Wer durch die Straßen des Ortes spaziert, begegnet vielerorts Tafeln, aufgestellt vom Heimatverein und der TuK, mit dem Hinweis auf Aufenthalt und Wirken von ihnen. Franz Kafka und Erich Kästner waren in der Strandstraße im Quarteir, Heinrich Seidel und Johann Trojan in der Ribnitzer Straße. Kurt Tucholsky verbrachte 1920 im Buchenhof seine Flitterwochen.

„Ich bin erfreut über die Ehrung für Herbert Nachbar. Er war etwas vergessen bei den vielen Literaten“, sagte Ilse Gellongewski (85) bei der Ausstellungseröffnung „Ein Mann von der Küste“ am Mittwoch im Buchenhof, dem heutigen Heimatmuseum. Lebensdaten, Bilder und Texte Nachbars, der von 1963 bis 1969 in Graal-Müritz im Haus Ithaka, der heutigen Bäderbibliothek, wohnte, wurden durch lebhafte Erinnerungsbilder von Wegbegleitern des Schriftstellers vervollständigt. Er starb 1980, 50-jährig, ergänzt anekdotenhaft Hans Vergin (91) die Aussagen vom Ehrenbürger. Er selbst war sechs Jahre Nachbar von Herbert Nachbar. Als Parteibürge hatte er auf den Alkoholverbrauch Herbert Nachbars zu achten. Konrad Thurecht, einst Werftarbeiter, half mit Material aus „Überplanbeständen“, Nachbars Balkon im Haus Ithaka wieder betretbar zu machen. Aus der volksverbundenen Dichtung, ernsthaft und humorig, mit viel Liebe zur Küste und zum Wasser, las die Leiterin der Bäderbibliothek Susanne Graf.

„Man lernt aus seinen Büchern die DDR kennen“, sagt sie. Die Ausstellung zu Herbert Nachbar, zu großen Teilen aus der Sammlung von Joachim Puttkammer aufgebaut, ist bis Ende Juli zu sehen. Sie ist nur ein Teil aller Aktivitäten. Zur Ausstellung im Haus des Gastes über Kerr, Tucholsky und Kafka kam die Lesung des Autors Michael Kumpfmüller aus „Die Herrlichkeit des Lebens“ über Kafkas letzte Liebe. „50 Zuhörer kamen. Zu Klassiker-Balladen auf Hochdeutsch und Sächsisch kamen 120 Gäste“, ist Doris Rosengarten erfreut. Es war und ist für Erwachsene und Kinder bei 13 Programmen in einer Woche etwas dabei. So ernteten Heike Feist und Jan Schönberg mit „Mit Tucholsky im Bett“, dem Liebesleben und -leiden mit sechs seiner wichtigsten Frauen, stehende Ovationen.

Die Graal-Müritzer literarischen Aktivitäten zu bündeln in einem „Haus der Literatur“ – heute noch ein Wunschtraum, über den nachgedacht werden darf.

Das Programm

13 Veranstaltungen waren und sind in der 5. Literaturwoche vom 19. bis 25. Juni zu erleben. Heute, 23. Juni, gibt es in der Bäderbibliothek „Kafka im Treppenhaus“. Christiane Spitzer, Vizepräsidentin der Österreichischen Franz-Kafka-Gesellschaft, wird lesen. Am Sonnabend gibt es um 10.30 Uhr unter der Lyrikbuche das „Literaturfrühstückchen. Um 15 Uhr werden die Kinder auf dem Zeltplatz zu „Hase und Wolf“ erwartet.

Am Sonntag um 15 Uhr werden „Geschichten hinterm Deich“ im Domizil Waterkant, Dr. Leber-Str. 5a, geboten. Am Sonntag ab 18 Uhr gibt es im Rhododendronpark mit der „Lichtkunst im Park“ – „Poesie und Pinguine“ einen Überraschungs-Abschluss.

Jürgen Falkenberg

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