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Paradies in der Großstadt

Paradies in der Großstadt

Neulich ist es mir aufgefallen. Es blüht wieder: knallroter Mohn auf einer Verkehrsinsel und Ringelblumen, die auf einem winzigen Stück Erde zwischen dem Asphalt wachsen.

Neulich ist es mir aufgefallen. Es blüht wieder: knallroter Mohn auf einer Verkehrsinsel und Ringelblumen, die auf einem winzigen Stück Erde zwischen dem Asphalt wachsen.

Und ich freue mich auch über ein paar kleine, hübsche Glockenblumen an der Ampelanlage. An einigen Ecken mitten in der Stadt blüht es auf einmal. Grauer Beton und unansehnliche Straßenränder bekommen ein paar überraschende Farbtupfer.

Sie sind also wieder am Werk, Anwohner, die Freude daran haben, an ruhigen Abenden mit sogenannten Samenbomben loszuziehen und diese mit Blumensamen gefüllten kleinen Erdkugeln oder kleine Pflänzchen nicht in ihrem eigenen Garten, sondern irgendwo an öffentlichen Stellen zu versenken.

Eine von diesen heimlichen Guerilla-Gärtnerinnen kenne ich. Manchmal sitzt sie neben mir in der Kirche und singt mit voller Kehle das schöne Sommerlied: Geh aus mein Herz und suche Freud

Sie nimmt den Auftrag Gottes, die Erde zu bebauen und zu bewahren ziemlich ernst.

Klar, so ein Straßenbeet ist nur ein kleiner bunter Fleck und die Erde wird davon nicht gerettet und ein bisschen illegal ist es auch, aber sie will auch nicht immer nur reden und brav den Müll sortieren. Sie möchte die Ärmel hochkrempeln und ein bisschen daran mitwirken, dass auch an ihrer Straßenecke Gottes Schöpfung zum blühen kommt.

Und richtig stolz ist sie, wenn die Leute vom Stadtgrünamt diesem Treiben nicht einfach mit dem Rasenmäher ein Ende bereiten, sondern ab und zu ein paar Liter Wasser spendieren.

OZ

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