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Pastor will seine Kirche mit Förderverein retten

BLANKENHAGEN Pastor will seine Kirche mit Förderverein retten

Unterstützung erhält Tobias Sarx in Blankenhagen von Einwohnern wie Fritz Panke / Kostenschätzung für Renovierung, neuen Altar und Fenster: circa eine halbe Million Euro

Blankenhagen. Tobias Sarx will die Kirche im Dorf lassen. Der Pastor der Gemeinde Blankenhagen hat mit seinem Gotteshaus viel vor. Und weil er das nicht allein bewerkstelligen kann, möchte er am Donnerstag um 19 Uhr einen Förderverein gründen. Er wolle zudem Einwohner und nahe gelegene Firmen mit einbinden in die dringend notwendige Renovierung – ohne dass sie zwangsläufig beitreten müssen. Was zähle, sei der Gedankenaustausch. „Ich finde es wichtig, wenn sich Leute mit der Kirche identifizieren“, sagt Sarx. Egal, ob jemand konfessionell gebunden sei oder nicht. „Die Kirche soll auch als Veranstaltungsort genutzt werden und könnte wieder Treffpunkt für Bewohner sein“, so seine Hoffnung.

 

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Der neue Pastor im Dorf, Tobias Sarx (41, l.), bekommt viel Hilfe von Einwohner Fritz Panke. Am Donnerstag wollen sie zur Rettung der Kirche einen Förderverein gründen. Fotos (2): Claudia Tupeit

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Dieses Fenster ist stark beschädigt und soll als Erstes ausgetauscht werden.

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Der neue Pastor im Dorf, Tobias Sarx (41, l.), bekommt viel Hilfe von Einwohner Fritz Panke. Am Donnerstag wollen sie zur Rettung der Kirche einen Förderverein gründen. Fotos (2): Claudia Tupeit

Nur: Momentan ist es im Innenraum schlichtweg nicht mehr gemütlich. „Es ist wirklich sehr kalt, wir brauchen also eine richtige Heizung.“ Bisher eingesetzte Heizstrahler haben schon Funken gesprüht.

Auch von einem neuen Altar ist die Rede. Pastor Sarx, seit Februar im Amt, träumt von mobilen Bänken, „um sie individuell verschieben zu können“. Finanziell rechnet er mit mindestens einer halben Million Euro, die eingesetzt werden müssten. Also braucht er den Förderverein. „Vereine haben noch ganz andere Möglichkeiten, Mittel zu beantragen.“

Fritz Panke, seit fünf Jahren Blankenhäger, freut sich über die Leidenschaft, mit der Tobias Sarx ans Werk geht. Panke geht regelmäßig sonntags in die Kirche, findet, dass sie eine Institution fürs Dorf sei. „Und wir werden auch wieder mehr Besucher“, sagt er stolz. Der 72-Jährige zeigt viel Eigeninitiative, will Firmen direkt anschreiben und um Spenden bitten. Mit den ersten finanziellen Hilfen könnte beispielsweise ein kaputtes Kirchenfenster flugs erneuert werden, sagt er.

Elf Einwohner wollen laut Sarx Donnerstagabend dem Verein beitreten. Für die Gründung braucht er mindestens sieben Leute. Nächstes Jahr könnten die ersten Fördermittel kommen. „Die Mühlen mahlen langsam“, gibt der Neu-Blankenhäger zu bedenken. Eine Architektin sei bereits beauftragt, um ein Gutachten zu erstellen. Schließlich geht es nicht nur um den Innenraum und ein kaputtes Fenster. „Wir müssen alles erneuern und isolieren lassen“, sagt Sarx. Er und Panke schätzen, dass die Kosten dafür in die Tausende gehen – je Fenster. Was die nötige Gesamtsumme in die Höhe treibt, wird allerdings die Dachsanierung sein. „Zumindest ein Teil muss dringend erneuert werden“, so Sarx. Und auch der Ostgiebel muss stabilisiert werden.

Fördervereinsgründung: Donnerstag, 19 Uhr, Treffpunkt Pfarrhaus Blankenhagen, Gäste sind willkommen

Berühmte Orgel

1318 urkundlich erwähnt, soll die Kirche aber schon im Jahre 1233 in Blankenhagen gestanden haben – dann wurde das Dorf erstmals erwähnt. Das Kirchenschiff ist zweigeteilt.

625 Reichstaler hat die Orgel beim Erwerb 1833 gekostet. Sie soll aus Hamburg stammen und wurde laut Günther Joneit, Vorgänger des heutigen Pastors Tobias Sarx, vom berühmten Orgelbauer Arp Schnitger gefertigt. Sie hat zwölf Register.

Claudia Tupeit

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