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Pflanzen im Trockenschlaf: Gräser überleben ohne Wasser

Reutershagen Pflanzen im Trockenschlaf: Gräser überleben ohne Wasser

Uni Rostock forscht zu Austrocknungstoleranz / Weltweit größte Sammlung

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Christian Glandt (28) beschäftigt sich in seiner Masterarbeit mit austrocknungstoleranten Pflanzen. Dazu zählen Süß- und Sauergräser. FOTOS (2): PAULINE RABE

Reutershagen. Wer tropische Temperaturen und exotische Pflanzen erleben möchte, muss nicht unbedingt verreisen: Ein Besuch im Botanischen Garten bietet ähnliche Erfahrungen. „Bei einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent und Temperaturen zwischen 24 und 32 Grad wachsen im Tropenhaus der Loki-Schmidt-Gewächshäuser die unterschiedlichsten Pflanzen des Regenwaldes heran“, erklärt Garten-Direktor Stefan Porembski. Die Entdeckung des künstlich angelegten Ökosystems ist jedoch nur zweitrangig. An erster Stelle steht klar die Forschung im 400 Quadratmeter großen Glasbau der Uni Rostock.

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Uni Rostock forscht zu Austrocknungstoleranz / Weltweit größte Sammlung

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2009 eröffneten die Loki-Schmidt-Gewächshäuser

400 Quadratmeter misst das Tropenhaus der Loki-Schmidt-Gewächshäuser im Botanischen Garten. In ihm finden sich insbesondere Pflanzenarten aus Regenwäldern in Afrika und Madagaskar. Neben Nutzpflanzen werden auch seltene Arten gezeigt.

80 Prozent Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur zwischen 24 und 32 Grad stellen optimalen Bedingungen dar.

„Ein Thema beschäftigt uns schon seit 1992: die Wiederauferstehung“, erzählt der Professor. Es gäbe verschiedene Pflanzengruppen, die in der Lage sind in einen Trockenschlaf zu verfallen. „Das bedeutet, dass diese mehrere Monate oder sogar Jahre ohne Wasser auskommen können. Sie sterben nicht durch Austrocknung.“ Zu diesen Pflanzengruppen gehören vor allem Süß- und Sauergräser. „Unser Ziel ist es herauszufinden, wie das möglich ist.“ Das Überleben unter Extrembedingungen sei wichtig für die zukünftige Landwirtschaft. „Klimaprognosen sagen vermehrt Dürreperioden voraus, auch für Deutschland“, so Porembski. „Könnten wir die Eigenschaften der besonderen Gräser auf Nutzpflanzen übertragen wäre das ein bedeutender Schritt.“

Das Uni-Tropenhaus misst die weltweit größte Sammlung der austrocknungstoleranten Pflanzen. Geforscht wird aber nicht nur in Rostocker Laboren: „Wir arbeiten eng mit einer Doktorandin in Brasilien zusammen“, erzählt Porembski. Bei Forschungsreisen dorthin überflog der Professor schon den Zuckerhut in Rio de Janeiro in einem Helikopter. „Interessant an den grasartigen Pflanzen ist zudem, dass sie ohne Probleme am Hang haften können“, erzählt Student Christian Glandt. Wie es dazu kommt, untersucht der 28-Jährige in seiner Masterarbeit.

„Für alle Forschungen im Gewächshaus ist es notwendig, dass die Pflanzen gut gedeihen“, erklärt Porembski. Und das sei eine komplexe Angelegenheit. „Der Aufwand sollte keinesfalls unterschätzt werden.“ Für die Betreuung des Tropenhauses sind ganzjährig zwei gärtnerische Mitarbeiter eingestellt: Dana Severin-Klüss und Markus Eichel. „Auch wenn die Arbeitsbedingungen anstrengend klingen, könnte ich mir keinen schöneren Job vorstellen“, erzählt Eichel. Er und seine Kollegin kümmern sich um eine eigene kleine Welt. „Spannend ist, wie wir das gesamte Klima beeinflussen können.“ Bei zu starker Sonneneinstrahlung sorgen Gardinen für Schatten, bei zu niedriger Heizung und Assimilationslicht für Wärme. „Neben den Pflanzen leben auch Tiere wie Kröten und Geckos im Gewächshaus“, sagt Severin-Klüss. Diese werden nur selten von den Besuchern entdeckt.

„Sonntags besteht für Interessierte die Möglichkeit, an Führungen durch das Tropenhaus teilzunehmen“, erzählt Christian Glandt. Der Student der funktionellen Pflanzenwissenschaften betreut diese seit mittlerweile fünf Jahren. „Es gibt hier unendlich viele Themen, die ich ansprechen könnte, meist geht es aber um den unmittelbaren Bezug zur Lehre.“ Die Besucher sollen beispielsweise sensibilisiert werden für Naturschutzpflanzen wie die Ölpalme. „Des Weiteren können sie sich aber auch einfach mal die Pflanze zu gewohnten Lebensmitteln wie der Banane oder der Vanille anschauen.“

Pauline Rabe

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