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Pilotprojekt: Rostock führt Bezahl-Ampeln ein

Stadthafen Pilotprojekt: Rostock führt Bezahl-Ampeln ein

Für 20 Cent können sich Fußgänger und Radler ab sofort eine „grüne Welle“ an den Ampeln erkaufen / Test läuft einen Monat

Stadthafen. Mit dieser Idee will Rostock nicht nur die klamme Stadtkasse aufbessern: Die Hansestadt startet heute am Kanonsberg ein europaweit einmaliges Pilotprojekt — eine Bezahl-Ampel. Die Idee, die Studenten der Greifswalder Universität entwickelt haben, ist ebenso simpel wie genial: Wer lästiges Warten an den Ampeln der Stadt satt hat, kann sich für 20 Cent das „Grün“ erkaufen. „Sobald das Geld eingeworfen wurde, dauert es zehn Sekunden, und die Ampel schaltet für die Bezahlenden auf Grün“, erklärt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR).

 

OZ-Bild

Claudia Krüger (19) und Freund Nick Bruchwitz (20) aus Teterow finden die Münzampel toll: „So eine Ampel könnten wir in der Poggerstraße in Teterow auch gebrauchen.“

Quelle: Frank Söllner
OZ-Bild

Wir wollen damit auch zeigen, dass man in Rostock zu Fuß schneller ist.“OB Roland Methling (UFR)

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Claudia Krüger (19) und Freund Nick Bruchwitz (20) aus Teterow finden die Münzampel toll: „So eine Ampel könnten wir in der Poggerstraße in Teterow auch gebrauchen.“

Quelle: Frank Söllner
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Wir wollen damit auch zeigen, dass man in Rostock zu Fuß schneller ist.“OB Roland Methling (UFR)

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lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de

Kosten des Projekts

400000 Euro sollen die Bezahlampeln pro Jahr in die Stadtkasse spülen. Das Rathaus plant 60 solcher Automaten im gesamten Stadtgebiet.

5000 Euro kosten die Automaten. Die EU zahlt die ersten Anlagen komplett.

Rostock will die Bezahl-Ampel zunächst vier Wochen lang am Fußgänger-Überweg zum Stadthafen testen. „Die Anlage kostet uns kein Geld, wird zu 100 Prozent von der Europäischen Union gefördert“, erklärt Methling. Um statistisch aussagekräftige Daten zu erhalten, werden sämtliche benachbarten Überwege bis Anfang Mai gesperrt: „Das ist keine Schikane, aber wir brauchen verlässliche Zahlen, wie viele Menschen tatsächlich für eine grüne Welle zahlen würden.“

Die Bezahlbox an der Ampel sieht aus wie ein Parkscheinautomat — und wirft auf Wunsch auch eine Quittung aus. Methling: „Das Rechtsamt der Hansestadt Rostock geht nämlich davon aus, dass diese Quittungen auch vom Finanzamt akzeptiert werden — zum Beispiel, wenn jemand dringend zu einem dienstlichen Termin muss und sich Zeitersparnis an Ampeln erkauft.“

Das Rathaus geht nach ersten internen Schätzungen davon aus, dass die Ampel-Automaten — 60 soll es bis Ende des Jahres insgesamt in Rostock geben — pro Jahr knapp eine halbe Million Euro zusätzlich in die Kassen der Stadt spülen könnten. „Wir wollen die Hälfte des Geldes für den Schuldenabbau nutzen. Noch wichtiger ist aber, dass wir die andere Hälfte in den öffentlichen Personennahverkehr investieren wollen. Wir wollen Busse und Bahnen attraktiver machen“, so der OB.

Dabei sollen auch die Bezahl-Ampeln helfen: „Zahlende Radler und Fußgänger haben immer Vorrang vor dem Autoverkehr“, erklärt Methling. Ob das nicht zu zusätzlichen Staus führen wird? „In den ersten Wochen und Monaten mag das sein“, räumt der Rathaus- Chef ein. Die Verkehrsplaner der Stadt gehen aber davon aus, dass die zusätzlichen Staus einen pädagogischen Effekt haben werden: „Die Menschen werden schnell erkennen, dass sie in Rostock zu Fuß oder per Rad viel schneller unterwegs sind.“

Insgeheim plant die Stadt aber sogar noch mehr, verrät Umweltsena-

tor Holger Matthäus: „Ein solches Bezahlsystem an Ampeln ist auch für den Autoverkehr denkbar. Dafür wollen wir die Technik des Warnowtunnels nutzen, die Mautboxen.“ Die kostenpflichtigen Boxen sollen an die Ampeln das Signal übermitteln, auf Grün zu schalten. „Ausgereift ist diese Technik aber noch lange nicht.“

Von Frank Söllner und Andreas Meyer

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