Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Pizza-Dienst im Visier von Brandstiftern

Dierkow Pizza-Dienst im Visier von Brandstiftern

Narinder Kumar ist schockiert. Der 39-Jährige ist Inhaber des Restaurants und Lieferservices „Hot Chickeria“ in Dierkow.

Voriger Artikel
360 Grad digital: Virtuell durch die Stadt
Nächster Artikel
Was heute in MV wichtig wird

Ein Lieferwagen wurde angezündet — drei brannten aus. Die Polizei ermittelt nun wegen Brandstiftung.

Quelle: Stefan Tretropp

Dierkow. Narinder Kumar ist schockiert. Der 39-Jährige ist Inhaber des Restaurants und Lieferservices „Hot Chickeria“ in Dierkow. In der Nacht zum Montag wurde ein Lieferwagen von Unbekannten angezündet, gleich drei seiner Autos sind daraufhin ausgebrannt. „Sie sind nur noch Schrott. Es wird ein Schaden zwischen 10 000 und 12000 Euro entstanden sein. Es ist schrecklich“, sagt Kumar. An einen Zufall glaubt er nicht. Die Polizei hat nun die Ermittlungen wegen Brandstiftung aufgenommen — in alle Richtungen.

Brandstiftungen und Aufklärungsquote gesunken

89 Fälle von Brandstiftung gab es nach Angaben der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik 2014 in Rostock. Im Vorjahr gab es noch 105 solcher Fälle.

32,6 Prozent der Brandstiftungen wurden 2014 aufgeklärt. Die Quote ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken: 2013 waren es noch 37,1 Prozent.

Der Notruf erreichte die Beamten gegen 0.30 Uhr. Augenzeugen hatten am Hannes-Meyer-Platz drei brennende Autos gesehen. Die Kleinwagen — drei VW Fox — parkten direkt vor der Filiale. Wie die Polizei mitteilt, sei ein Wagen in Brand geraten, und das Feuer habe sich auf die daneben parkenden Autos ausgebreitet. Als die Berufsfeuerwehr aus dem Überseehafen und die Freiwillige Feuerwehr Gehlsdorf am Brandort eintrafen, standen die Fahrzeuge in Flammen. Kleinere Explosionen in den brennenden Autos machten die Löscharbeiten für die Einsatzkräfte zusätzlich gefährlich. Nach rund einer halben Stunde war das Feuer gelöscht. Beamte der Kriminalpolizei ließen die ausgebrannten Fahrzeuge zur kriminaltechnischen Untersuchung sicherstellen.

Nachdem zunächst nur der Verdacht auf Brandstiftung geäußert wurde, konnte die Vermutung am Nachmittag bestätigt werden. „Ein technischer Fehler kann ausgeschlossen werden“, kommentiert Polizeisprecherin Yvonne Hanske. Zu Hintergründen und möglichen Verdächtigen wollte sie noch keine Angaben machen. Auch dazu, ob Schutzgeld eine Rolle spiele, machte sie keine Aussage. „Das Wort nehmen wir erst in den Mund, wenn es Anhaltspunkte geben sollte“, betont Hanske. Momentan sei es dafür viel zu früh. „Die Ermittlungen haben begonnen.“

Kumar ist jedoch beunruhigt: „Ich mache mir Sorgen, dass noch mehr passiert.“ Denn es ist nicht das erste Mal, dass die Polizei zur „Hot Chickeria“ gerufen wurde. 2014 soll bei einem Einbruch die Kaffeemaschine gestohlen worden sein. „Sie haben die Leitungen gekappt, und es entstand ein großer Wasserschaden“, so Kumar. Im Januar 2015 kam es dann zu einem Überfall, nachdem zwei betrunkene Gäste aufgefordert wurden, das Lokal nach Ladenschluss zu verlassen. „Sie kamen mit einer Axt und einer Pistole bewaffnet wieder und haben einen Kollegen bedroht“, erklärt der gebürtige Inder, der seit 21 Jahren in Rostock lebt. Einen fremdenfeindlichen Hintergrund schließe er auch jetzt aus. „Es könnte Neid sein oder etwas mit Konkurrenz zu tun haben. Aber ich bin überfragt. Ich finde dazu keine Worte“, sagt Kumar entrüstet. Einen konkreten Verdacht hat er nicht. Anfeindungen oder Drohungen habe es nicht gegeben. „In letzter Zeit war es eigentlich ruhig.“

Von sogenannten „Revierkämpfen“ zwischen Unternehmern habe man auch beim Ortsbeirat Dierkow-Neu nichts gehört. „Bis jetzt ist etwas dieser Art nicht aufgetreten“, erklärt Martin Lau. Spekulieren will er über den Fall noch nicht. Stattdessen möchte er abwarten, was die Ermittlungen der Polizei ergeben. „Ich bin gespannt“, so Lau. Der Vorsitzende erklärt jedoch, bei entsprechendem Motiv müsse sich der Ortsbeirat „Gedanken machen“.

Von Johanna Hegermann und Stefan Tretropp

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Rostock

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Supreme Surf auf der Erfolgswelle

Junges Unternehmen gewinnt Marketing Award /OZ-Nachwuchspreis geht an die Fahrrädjäger