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Pizza, Pasta und Sushi kommen umweltfreundlich nach Hause

Stadtmitte Pizza, Pasta und Sushi kommen umweltfreundlich nach Hause

Benny Müller, Betreiber von Vapiano, und Carola Heinz, Sushicaro-Inhaberin, setzen auf Elektroautos und -fahrräder beim Lieferservice / Stadt will bei E-Autos aufstocken

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Felix Wolter radelt auf dem E-Bike mit Sushi-Lieferungen los.

Stadtmitte. Beim Ausliefern die Umwelt schonen: Wer in Rostock Pizza, Pasta oder Risotto fürs entspannte Mahl zu Hause bei „Vapiano“ bestellt, bekommt das Essen klimafreundlich per Elektroauto. Seit ein paar Wochen betreibt Franchisenehmer Benny Müller den Lieferdienst, der so deutschlandweit neu ist: „Wir machen es in Eigenregie, nicht über Lieferdienste“, sagt der 27-Jährige, der vor vier Jahren die Vapiano-Filiale am Neuen Markt eröffnet hat.

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Benny Müller, Betreiber von Vapiano, und Carola Heinz, Sushicaro-Inhaberin, setzen auf Elektroautos und -fahrräder beim Lieferservice / Stadt will bei E-Autos aufstocken

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Den Gedanken an die Umwelt habe er sich gleich gemacht. „Wir sind ein junges Unternehmen, und ich bin jemand, der gern nachhaltig handelt“, sagt Müller.

Zwei E-Autos stehen nun im Innenhof abfahrbereit, sobald ein Kunde online eine Bestellung aufgegeben hat. Dort ist auch die hausinterne Zapfsäule – Müller nutzt den eigenen Strom, um die Autos wieder aufzuladen. Und wenn Aushilfen wie Darleen Neuland im Einsitzer mit offenen Seitenteilen los will, ist vom Anfahren fast gar nichts zu hören. Die Liefergebiete seien bisher auf die Stadtmitte und nahe gelegene Stadtteile, wie die KTV, Dierkow, Gehlsdorf und Toitenwinkel, begrenzt. „Das Essen soll noch frisch und warm ankommen“, begründet Benny Müller die Entscheidung. Und: Es gibt zwar keine Liefergebühren, dafür aber Mindestbestellwerte, die je nach Anfahrtsweg steigen. Es müsse sich unternehmerisch eben rechnen, sagt Benny Müller.

Mit dem klimafreundlichen Lieferservice gesellt sich der Italiener zum Japaner: Auch Sushicaro am Saarplatz setzen seit der Eröffnung Ende 2013 auf die Schonung der Umwelt. Inhaberin Carola Heinz hat sich bewusst für den Einsatz von Elektrofahrrädern entschieden, obwohl ihr Liefergebiet dadurch beschränkt bleibt. Die Radler legten täglich 60 Kilometer auf dem Velo zurück. „Wir sparen damit jährlich 3,4 Tonnen Kohlenstoffmonoxid“, sagt Heinz stolz. Zudem setze die Unternehmerin bei der Verpackung auf Ressourcenschonung. Maisstärke statt Plastik, Holzplatten statt Pappteller. „Das können wir auch anhand von Zertifikaten belegen“, sagt Heinz. Sparfaktor durch kompostierbare Verpackungen: 2,4 Tonnen Kohlenstoffmonoxid im Jahr. Und damit auch der eigene Verbrauch gen null gehe, verbünde sie sich immer wieder mit regionalen Partnern. „Klar, japanische Spezialprodukte muss ich importieren“, gibt die Sushicaro-Chefin zu. Aber für die Burger, die Koch Mathias Harder immer wieder neu kreiere, habe sie sich mit der Bäckerei Never aus Rostock vernetzt. Die liefern nun die Dinkelbrötchen. Von Rügen kommen krumme Gurken, „die wir bewusst haben wollen“, sagt sie und lacht beim Gedanken an normiertes Gemüse und Obst.

Mit ihrem Engagement gehören die beiden Unternehmer Heinz und Müller zu den Vorreitern in der Hansestadt. Bei mehr als 206 000 Einwohnern sind in Rostock 25 Fahrzeuge mit Batteriebetrieb registriert.

Viele davon für die Stadt und städtische Gesellschaften. Steffen Nozon, Mobilitätsbeauftragter der Stadt, hat erst kürzlich die Vermutung geäußert, dass die geringe Zahl an den hohen Kosten liegen könnte. Doch das Rathaus will die Belastungen mit Feinstaub, Kohlenstoffmonoxid und klimaschädlichen Stickoxiden bis 2020 deutlich senken. Für saubere Luft soll dann auch eine Elektrofähre sorgen, die im Stadthafen Richtung Gehlsdorf und zurück verkehrt. Auch die Rostocker Straßenbahn-AG (RSAG) hat sich bereits vor einiger Zeit dem Thema E-Busse geöffnet. Laut Nozon ist ein Testlauf bereits erfolgt. Auf Warnemünde liegt dabei das Hauptaugenmerk. Doch noch scheitert es laut RSAG-Sprecherin Beate Langner an der Reichweite, da ein Bus mit einer Batterieladung nur 200 Kilometer schafft. Und das reiche nicht für einen ganztägigen Einsatz in Warnemünde.

E-Autos in der Stadt

25 E-Autos sind in der Stadt registriert (Stand März 2016). Die meisten davon nutzen Stadt und städtische Gesellschaften.

2020 müssten in Rostock 2500 Elektroautos unterwegs sein, um Vorgaben der Bundesregierung zu realisieren. Die Bundesregierung appelliert an Bürger und Wirtschaft, E-Autos zu nutzen und anzubieten – auch ohne Kaufprämie.

200 Kilometer Reichweite hat ein E-Bus pro Akkuladung.

Claudia Tupeit

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