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Pläne Barnstorfer Wald: Anwohner sauer auf „Krake Zoo“

Barnstorfer Wald Pläne Barnstorfer Wald: Anwohner sauer auf „Krake Zoo“

Entwurf für Gelände „Barnstorfer Tannen“ stößt auf heftige Kritik / Südlich des Darwineums sind neue Gehege möglich / Zoodirektor: Kein Konzept, nur Gedankenspiele

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Barnstorfer Wald. Nach Darwineum und Polarium nun noch ein Afrikaneum im Zoo – so sehen es Entwicklungspläne für den Bereich „Barnstorfer Tannen“ vor, die Stadtplaner Oliver Köppen am Donnerstagabend dem Ortsbeirat Gartenstadt/Stadtweide offerierte. Der Entwurf sei die Fortschreibung des 1997 aufgestellten Rahmenplanes für das Gelände, so Köppen. „Dies war notwendig, um klare Aussagen zur zukünftigen räumlichen Entwicklung des Zoos und zur Verkehrssituation zu erhalten.“ Die Pläne erhitzten die Gemüter. Von der „Krake Zoo“ bis „der Barnstorfer Wald hat seine Bezeichnung nicht mehr verdient“ reichten die Vorwürfe.

 

OZ-Bild

Erst unge- nutzte Flächen nutzen, bevor neue Zäune gesetzt werden.“Armin Zimmermann, Ortsbeiratschef

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Köppen beschwichtigte, dies sei nur „ein räumliches Konzept“, das „mögliche Erweiterungsflächen“ ausweise, aber auch unbedingt schützenswerte Bereiche wie Naturwaldparzellen. „Diese Restriktionsflächen sind von jeglicher Bebauung und intensiver Nutzung für Tiergehege freizuhalten“, heißt es im vorgestellten Planungsentwurf. Als „potenzielle Entwicklungsfläche des Zoos“ außerhalb des jetzigen Zaunes wird ein Areal südlich des Darwineums mit „nicht hochwertigem Gehölzbestand“ benannt. Hier könnte ein „Afrikaneum“ entstehen, als Erweiterung der jetzigen Anlage für Antilopen, Zebras und Trampeltiere.

Dass hierfür wieder Baumbestand gerodet und ein noch frei zugängliches Waldstück eingezäunt werden soll, bringt Anwohner auf die Palme. „Der Barnstorfer Wald hat seine Bezeichnung nicht mehr verdient“, sagt Reinhard Wolff. Für das Gemeindehaus der Johanniskirche seien 34 gesunde Bäume gefällt worden, für ein Trafohaus 100 Meter weiter 14. Er habe dies alles mit der Kamera dokumentiert.

„Die Pläne des Zoos sind ein Abklatsch von Hannover und Leipzig“, kritisiert Gudrun Kiesendahl, „nur die kommen mit 22 beziehungsweise 26 Hektar aus, und unser Zoo beansprucht 56 Hektar.“

Ortsbeiratsvorsitzender Armin Zimmermann (Linke) appelliert an die Verantwortlichen, die vielen ungenutzten Flächen im Zoo zu nutzen, bevor neue Zäune gesetzt werden.

„Viel Lärm um nichts“, reagiert Zoodirektor Udo Nagel gestern auf OZ-Nachfrage. „Es ist unser Gelände, aber ich habe kein Entwicklungskonzept.“ Die Vorschläge mit Afrikaneum und Tropicarium im Bereich der früheren Menschenaffenhäuser seien nur Gedankenspiele, „Platzhalter“, die die Planer brauchten, um den Parkplatzbedarf zu ermitteln, so Nagel. Denn hier liege das eigentliche Problem.

Gerade in den Sommermonaten seien die Parkplätze am Zoo knapp. Die Verkehrsplaner empfehlen nun den kostenfreien P+R-Platz am Groß Schwaßer Weg zu nutzen. „Der wird bisher nicht wahrgenommen und muss künftig als weiterer Zoo-Parkplatz frühzeitig mit ausgeschildert werden“, betont Köppen. In diesem Zusammenhang sollte auch ein zusätzlicher Zooausgang in Richtung Westfriedhof geprüft werden, um mit kürzeren Fußwegen den entfernten, aber freien Parkplatz für die Besucher attraktiver zu machen.

Anwohner erinnerten in der Ortsbeiratssitzung an das Versprechen des Zoodirektors, nach dem Bau des Darwineums den Rest des Waldes frei zugänglich für die Öffentlichkeit zu erhalten. Scheibchenweise werde sich nun der Barnstorfer Wald einverleibt. Solche Versprechen habe er nicht gemacht, so Nagel. „Erst nach der Eröffnung des Polariums 2018 werden wir ein Entwicklungskonzept machen und es dann mit allen Beteiligten besprechen“, kündigt er an. Er gehe davon aus, dass die nächsten zehn bis 15 Jahre nichts passieren werde. Doch am Ende stehe ein für alle Seiten akzeptabler Kompromiss. Der Ortsbeirat will den Zoodirektor so schnell wie möglich einladen.

56 Hektar Zoo

Der Zoologische Garten Rostock in der Hansestadt Rostock wurde 1899 gegründet. Er erstreckt sich auf einem Gelände von 56 Hektar im Barnstorfer Wald. Mit rund 4500 Tieren in 320 verschiedenen Arten ist er der größte Zoo an der deutschen Ostseeküste. Nun wurde der Rahmenplan „Barnstorfer Tannen“ von 1997 überarbeitet, um ein räumliches Konzept zur zukünftigen Entwicklung der Zoologischen Anlage zu erstellen. Der Entwurfsstand ist im Internet einzusehen unter:

• Online: Die konkreten Pläne für den Barnstorfer Wald finden Sie unter www.bit.ly/plaene-zoo

Doris Kesselring

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