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Plötzlich Park: Uniplatz wird für einen Tag zur grünen Mini-Oase

Stadtmitte Plötzlich Park: Uniplatz wird für einen Tag zur grünen Mini-Oase

Landschaftsgärtner werben für mehr bepflanzte Plätze in Rostock / Bei Städtern wächst der Wunsch nach attraktiven Parks

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Pop-up-Park erblüht auf Uniplatz

Anja Mentzel (r.) schenkt Corinna Holzerland eine Ginsterpflanze.

Stadtmitte. Die grauen Pflastersteine sind unter Rasengrün verschwunden. Margeriten und Rosensträucher wiegen sich im lauen Wind. Der Uniplatz ist schlagartig erblüht. „Wie schön’s hier aussieht“, schwärmt Sabine Kellermann. Rostock habe in den vergangenen Jahren viele Grünflächen eingebüßt. „Diese Oasen vermisse ich.“ Umso mehr ist sie vom Minigarten begeistert, der vor dem Brunnen der Lebensfreude wächst. Wenn auch nur für einen Tag.

 

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Verkleidet als Baum will Tanja Roll Passanten Lust auf’s Gärtnern machen. Ihr Auftritt ist Teil der Aktion „Grün in die Stadt“. Fotos (6): Ove Arscholl

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Rostock könnte grüner sein. Viele Oasen sind verschwunden. Ich vermisse sie sehr.“Sabine Kellermann, Sanitz

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Grün gehört zu einer Stadt dazu. Man darf nicht alles zubauen.“Frank Laub, Halberstadt

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Grüner Daumen

875 Hektar Rostocks sind von der Stadt bewirtschaftetes Grünland. 640 Hektar davon entfallen auf Parks und Friedhöfe, der Rest ist Straßenbegleitgrün. 648 Hektar werden laut Verband der Gartenfreunde von Rostocks 153 Kleingartenvereinen umsorgt.

Hinter dem Pop-up-Park steckt die Initiative „Grün in die Stadt“. Mit der tourt der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau durch elf deutsche Städte. Die Mission: bei Einwohnern, Stadtverwaltungen und Politik das Engagement für mehr urbanes Grün wecken. Das Ziel: Innenstädte in lebens- und liebenswerte Oasen verwandeln und zeitgleich verhindern, dass bestehende Erholungsorte verschwinden. Gestern machten die Gärtner Station in Rostock.

„Grün ist in“, sagt Olaf Kirsch, Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (Galabau) MV. „Doch dieser Trend allein reicht nicht. Wir müssen auch entsprechend handeln.“ Immer mehr Menschen wollen im Stadtzentrum leben, aber nicht auf Natur verzichten. „Wir müssen also den Spagat zwischen Wohnungsneubau und Begrünung schaffen. Das ist eine enorme Herausforderung.“ Und die zu meistern, gelinge in Rostock derzeit leider nicht, kritisiert Christian Seifert vom Verband der Gartenfreunde Rostock. Stattdessen sollen in den nächsten Jahren etliche Kleingarten-Parzellen für den Wohnungs- und Straßenbau geopfert werden. Auch dass an zentralen Orten wie dem Neuen Markt das letzte bisschen Grün zubetoniert werden soll, könne er nicht nachvollziehen. „Wir Kleingärtner verschließen uns der Bebauung nicht. Aber was wir da augenblicklich machen, ist grob fahrlässig.“ Schließlich würden mit solchen Projekten Plätze wegfallen, an denen sich Rostocker mit Freunden treffen und erholen können. Größter Verlierer aber sei die biologische Artenvielfalt. Denn mit jedem Flecken Grün verschwinde wichtiger Lebensraum für Tiere. „In Warnemünde gibt es schon jetzt keine Bienen, Schwalben und Igel mehr“, bedauert Seifert.

Die Stadt bemühe sich, trotz Baulandbedarfs, Parks und Wiesen zu erhalten, betont Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Mehr noch: Mit jedem Neubau würden auch Grünflächen entstehen. „Manch einer mag es anders empfinden, aber Rostock ist in den vergangenen 15 Jahren erheblich grüner geworden.“ 875 Hektar der Stadt seien bewirtschaftete Grünflächen, 375 Hektar mehr als 2001.

Ein Stück Rasen, ein paar Büsche und dazu eine Bank – das allein mache aus einem Park noch keinen Platz, an dem sich Menschen gerne aufhalten, stellt Olaf Kirsch klar. Grünanlagen müssten auch attraktiv gestaltet werden, etwa mit Sportparcours und Spielplätzen. Das Problem: Für öffentliches Grün gebe es so gut wie keine Lobby. „Parks kosten, bringen aber kein Geld ein. Und wenn gespart werden muss, dann zuerst am Grün“, bedauert Kirsch. Rostock leiste sich immerhin noch ein Grünamt. „Schwerin hat noch nicht einmal das.“

Doch auch Rostock hat Einschnitte machen müssen und zwar beim Personal. Aktuell kümmern sich nur noch 30 städtische Grünflächenpfleger um Bäume, Hecken und Beete. Für Gärtner, Technik und Co. gibt die Stadt pro Jahr insgesamt 3,4 Millionen Euro aus. Um alle Grünflächen bestmöglich zu unterhalten, müssten es aber 1,8 Millionen Euro mehr sein, rechnet Matthäus vor. Weil das Geld fehlt, werde bei der Pflege gespart und beispielsweise seltener gemäht.

Um den Minigarten auf dem Uniplatz muss sich keiner kümmern. Gestern am späten Nachmittag wurde der Rasen wieder aufgerollt und die Pflanzen auf Laster verladen. Die grüne Roadshow zieht weiter nach Dessau (Sachsen-Anhalt). Ein Stück vom Pop-up-Park aber bleibt hier: Eine Winterlinde wird künftig im Toitenwinkler Baumhain Wurzeln schlagen und Rostock ein bisschen grüner machen.

• Aktion: www.gruen-in-die-stadt.de

Antje Bernstein

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