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5,7 Millionen für neue Flüchtlingsheime

Reutershagen 5,7 Millionen für neue Flüchtlingsheime

Hansestadt geht in Vorleistung — und holt sich das Geld durch Mietzahlungen des Landes wieder

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Das Elbotel sollte auch zu einer Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden. Das Land stoppte die Pläne jetzt jedoch.

Quelle: Thomas Sternberg

Reutershagen. 5,7 Millionen Euro investiert die Hansestadt in diesem Jahr in die Errichtung neuer Flüchtlingsheime — ursprünglich sollten es sogar noch mehr werden. Wie aus dem aktuellen Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) hervorgeht, wollte die Stadt das Hotel und Restaurant Elbotel im Fritz-Triddelfitz-Weg 2 für vier Millionen Euro kaufen und für 3,66 Millionen Euro umbauen lassen. Das Innenministerium des Landes stoppte die Pläne jedoch. Begründung: Weil der Flüchtlingsstrom nach Deutschland aktuell abgeebbt sei und es nun ausreichend Unterkünfte in Rostock gebe, sei kein weiterer Bedarf für neue Gemeinschaftsherbergen vorhanden. Ein entsprechendes Schreiben sei der Hansestadt am 30. März zugegangen, teilt Rathaus-Sprecher Ulrich Kunze mit.

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Hansestadt geht in Vorleistung — und holt sich das Geld durch Mietzahlungen des Landes wieder

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Nun plant die Stadt vorerst mit vier neuen Flüchtlingsunterkünften. Im Studentenwohnheim in der Möllner Straße in Lichtenhagen ist Platz für knapp 240 Asylbewerber geschaffen worden. Das alte Schulgebäude in der Bonhoefferstraße in Reutershagen soll zunächst 195 Flüchtlinge beherbergen. In Langenort wird das frühere Verwaltungsgebäude der Deutschen Seereederei für 320 Asylbewerber hergerichtet. Und im „Heidehof“ in Markgrafenheide sollen 23 allein lebende Flüchtlingskinder Zuflucht finden. Gleichzeitig wird die zuvor einzige Gemeinschaftsunterkunft der Stadt in der Satower Straße von 287 auf 399 Plätze erweitert.

Für Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) ist der Ausbau alternativlos. „Die Hansestadt Rostock ist verpflichtet, 13,24 Prozent aller Asylbewerber aufzunehmen, die nach Mecklenburg-Vorpommern kommen und auf die Kommunen verteilt werden. Dafür sind die erforderlichen Plätze in Gemeinschaftsunterkünften zu schaffen“, betont Bockhahn.

Im Vorjahr war die Hansestadt — wie auch der Rest der Republik — vom Flüchtlingsandrang überrascht worden: Statt der geplanten 280 Asylbewerber nahm Rostock am Ende insgesamt 1200 auf. Im laufenden Jahr scheint es umgekehrt zu sein: Weil die Stadt nun prozentual sogar doppelt so viele der in MV ankommenden Flüchtlinge aufnehmen muss, rechnete das Rathaus insgesamt mit 2000 Schutzsuchenden. Im vergangenen März wurden der Stadt zuletzt jedoch lediglich 70 Flüchtlinge zugewiesen — so wenige wie lange nicht mehr. „Die Prognose für das Gesamtjahr gestaltet sich derzeit sehr schwierig, da sich die Zugänge nach Deutschland erheblich reduziert haben“, sagt Bockhahn. Andererseits seien Hunderttausende Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. „Es kann daher nicht verlässlich gesagt werden, wie viele Personen tatsächlich die Hansestadt erreichen werden“, so der Senator.

Derzeit verfüge die Stadt laut Bockhahn in Flüchtlingsheimen und Notunterkünften über 929 Plätze — ohne Industriestraße. „In diesem Jahr sind bisher 554 Personen nach Rostock gekommen“, sagt er.

Mit den Bau-Investitionen in Höhe von 5,7 Millionen Euro im laufenden Jahr geht die Hansestadt in Vorleistung. Die Refinanzierung erfolge dann über langfristige Nutzungsvereinbarung mit dem Land beziehungsweise einmalige Investitionszuschüsse durch das Land, teilt Stadtsprecher Ulrich Kunze mit.

70 Asylbewerber im März

929 Plätze für Asylbewerber gibt es laut Stadtverwaltung aktuell in Gemeinschafts- oder Notunterkünften (ohne Industriestraße) in Rostock.

2000 Flüchtlinge sollen in diesem Jahr der Hansestadt zugewiesen werden, so eine Schätzung. Zuletzt ebbte der Zugang von Asylbewerbern jedoch ab. Im März kamen nur 70 Flüchtlinge nach Rostock. Im Vorjahr nahm die Stadt insgesamt 1200 Schutzsuchende auf.

Von André Wornowski

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