Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Außenminister warnt vor dem „Ungeheuer des Nationalismus“

Stadtmitte Außenminister warnt vor dem „Ungeheuer des Nationalismus“

Frank-Walter Steinmeier macht Wahlkampf für die Rostocker SPD / Doch: Beim Auftritt in der Hansestadt ging es auch um Donald Trump, Terror und den Brexit

Voriger Artikel
Landtagswahl: Kultur stärker fördern
Nächster Artikel
Gemeinde stimmt für Fusion

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier stellte sich gestern im Hotel „Sonne“ den Fragen der rund 150 Gäste.

Quelle: Dietmar Lilienthal

Stadtmitte. In Rostock muss sich Deutschlands Chef-Diplomat nicht zurückhalten. Hier kann er Kämpfer sein – und nicht Vermittler: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat bei einem Auftritt in der Hansestadt vor der AfD und auch vor US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump gewarnt. Sie seien Ausdruck eines wachsenden Nationalismus in Deutschland, aber auch in anderen Ländern. Dieser Nationalismus sei ein „Ungeheuer“, das jetzt wiedererwacht sei und sich von Angst nähre. Botschaften, die in der Hansestadt gut ankamen.

 

OZ-Bild

Es gibt genug Fragen. Es hätte ein abendfüllendes Programm sein können.“Karl Scheube (SPD), Ortsbeirat Brinckmannsdorf

Quelle:
OZ-Bild

Es war eine sehr gute Veranstaltung. Das habe ich auch nicht anders erwartet.“Regina Wagenknecht (66), Elmenhorst

Quelle:
OZ-Bild

Das ist Politik live. Hier kann man verfolgen, wie er spontan auf Fragen reagiert.“Henning Preuß (27), Stadtmitte

Quelle:
OZ-Bild

Es gibt genug Fragen. Es hätte ein abendfüllendes Programm sein können.“Karl Scheube (SPD), Ortsbeirat Brinckmannsdorf

Quelle:
OZ-Bild

Das ist Politik live. Hier kann man verfolgen, wie er spontan auf Fragen reagiert.“Henning Preuß (27), Stadtmitte

Quelle:
OZ-Bild

Es war eine sehr gute Veranstaltung. Das habe ich auch nicht anders erwartet.“Regina Wagenknecht (66), Elmenhorst

Quelle:

Der SPD-Politiker war zu Besuch im Steigenberger Hotel „Sonne“. Bei einer Podiumsdiskussion stellte er sich den außenpolitischen Fragen der Bürger und versuchte, den Wahlkampf für seine Rostocker Genossen anzukurbeln. „Ich bin ja in letzter Zeit eher in Riad als in Rostock. Aber das ist ein gutes Zeichen“, versicherte der 60-Jährige. Schließlich halte er sich meist in Krisengebieten auf. Und zu denen zähle Rostock nun mal nicht. „Nach meinen Informationen ist Mecklenburg-Vorpommern kein Krisengebiet. Wenn Erwin Sellering an der Spitze bleibt, wird das wohl auch so bleiben“, sagte Steinmeier und ließ sich dafür von den rund 150 Gästen feiern. Auch in der ersten Reihe Applaus: Hier saßen Rostocks SPD-Landtagskandidaten.

Die Stimmung im Saal sei gut, hielt Steinmeier fest: „Wer heutzutage einen Außenminister einlädt, der muss die gute Laune schon selbst mitbringen.“ Schon zu Beginn betonte er, dass die Bürger hinsichtlich der aktuellen Ereignisse nicht in Panik verfallen dürften. „Die Aufgabe von Politik ist es, so gut es geht, für Sicherheit in diesem Land zu sorgen.“ Das wäre besonders wichtig in Zeiten, in denen der Terror auch in Europa zugeschlagen hätte. „Je größer die Krisen sind, desto mehr kommt es auf die Menschen an, die Politik machen“, so Steinmeier. Schrille Parolen und einfache Antworten würden da nicht helfen, sie wären eher eine Katastrophe.

Er mache sich vor allem um den inneren und äußeren Frieden Sorgen. „Ob die AfD, die Brexit-Debattenführer oder Hassprediger wie Donald Trump – sie spielen mit den Ängsten der Menschen. Und das ist der eigentliche Brandsatz in der Politik“, so Steinmeier. Deswegen seien Wahlen so wichtig – auch in MV. „Solche Brandsätze kann und muss man schon in der Wahlkabine löschen“, betonte der Politiker.

Nach der vor allem innenpolitischen Rede des Bundesministers ging es dann auch noch um Außenpolitik. Auf diesen Punkt hatte sich Besucher Henning Preuß besonders gefreut: „Das ist Politik live.“ Hier könnte man sehen, wie der Minister spontan auf Fragen reagiere, so der 27-Jährige. Eine Frage hatte er nicht gestellt. „Ich bin davon ausgegangen, dass die großen Themen, wie Syrien, Flüchtlingsfragen oder die USA, abgefragt werden.“ Tatsächlich wurde unter anderem auch die Beziehung zu Russland und der Umgang mit der Türkei angesprochen. „Nur einfache Fragen“, sagte Steinmeier mit sarkastischem Unterton. Gerade im Hinblick auf die Türkei stünde man ganz am Anfang. „Klar müssen wir handeln, aber zunächst muss eine Gesprächsebene aufgebaut werden.“

Auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden konnten, schien das Publikum zufrieden. Inge Kullak aus der Südstadt ließ sich sogar dazu hinreißen, aufzustehen und Steinmeier öffentlich zu loben: „Sie sind der beliebteste Minister. Ich würde mir wünschen, dass sie Bundeskanzler werden.“

Zum zweiten Mal Minister

Frank-Walter Steinmeier wurde 1956 in Detmold (Nordrhein-Westfalen) geboren. Der SPD-Politiker studierte Rechts- und Politikwissenschaft in Gießen (Hessen).

Seit 1995 ist er mit Elke Büdenbender verheiratet, der er eine Niere spendete. Sie haben eine Tochter.

Seit 2013 ist Steinmeier zum zweiten Mal Bundesaußenminister.

Im November 2015 war er zuletzt zu Besuch an der Uni-Rostock. Hunderte besuchten seinen Vortrag „Welt aus den Fugen – Deutsche Außenpolitik in stürmischen Zeiten“.

Johanna Hegermann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Grimmen/Lüssow
Zu viel Unkraut: Dieser Schlag bei Grimmen-Hohenwieden musste sogar gemulcht werden.

Zwischenbilanz: Die Erträge liegen in Nordvorpommern weit unter dem sonstigen Durchschnitt / Auf Rügen sind die Verluste nicht so dramatisch wie auf dem Festland

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
„Wildwest auf der Warnow“

Nach „Stettin“-Unglück: Skipper fordern strengere Verkehrsregeln für die Hanse Sail