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Brücke über Stadthafen: Es wird konkret

Stadthafen Brücke über Stadthafen: Es wird konkret

Rathaus soll in diesem Jahr Pläne für eine feste Querung nach Gehlsdorf vorlegen / Planer sehen Idee kritisch

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Die Fähre zwischen dem Kabutzenhof und Gehlsdorf soll bald über- flüssig sein: Die Grünen fordern den Bau einer Brücke.

Quelle: Ove Arscholl

Stadthafen. Nein, wirklich beliebt ist die Fähre zwischen Gehlsdorf und dem Rostocker Stadthafen nicht bei Fußgängern und Radlern. Das Schiff fährt nur alle 20 Minuten und auch nur bis 20 Uhr. Bei Sturm oder Eisgang fallen die Überfahrten komplett aus. Ein Ärgernis, das die Grünen in der Bürgerschaft nun beseitigen wollen: Sie fordern, dass die Hansestadt Rostock endlich den Bau einer Brücke über den Stadthafen in Angriff nimmt. Wenn die anderen Fraktionen in der Bürgerschaft mitspielen, soll das Rathaus noch in diesem Jahr erste konkrete Zahlen und Planungen auf den Tisch legen.

Neu ist Idee nicht, räumt GrünenFraktionschef Uwe Flachsmeyer ein. Immer wieder hätten die Ortsbeiräte im Nordosten Rostocks eine Querung für Fußgänger und Radler gefordert. Bisher sei es aber nur bei der Idee geblieben. „Wir wollen jetzt konkret werden“, so Flachsmeyer. Und: „Wir halten die Verbindung über den Stadthafen für sehr wichtig, um den Nordosten besser an die Innenstadt anzubinden.“

Umgekehrt sollen Bürger aus der KTV, der Stadtmitte oder auch der Südstadt schneller die Naherholungsgebiete in der Rostocker Heide erreichen können.

Genaue Vorstellungen zur Brücke haben die Grünen noch nicht: Sowohl einen Standort – bisher war stets von einem Brückenschlag von der Haedgehalbinsel zum Gehlsdorfer Ufer die Rede – als auch die Gestaltung und die Kosten lässt Flachsmeyer in dem Antrag an die Bürgerschaft noch offen. Nur so viel sagt er: „Die Brücke soll nicht für Autos befahrbar sein. Das ist uns wichtig. Und was das Geld angeht: Die Hansestadt zahlt pro Jahr rund 100000 Euro an Zuschüssen für den Betrieb der Fähre. Von dem Geld ließe sich in einigen Jahren auch die Brücke finanzieren.“

In der Stadtverwaltung gehen die Meinungen zu dem Großprojekt bislang auseinander: Das Stadtplanungsamt (untersteht direkt Oberbürgermeister Roland Methling) hatte die Querung zuletzt in Sitzungen der Ortsbeiräte befürwortet. Auch Bausenator Holger Matthäus (ebenfalls Grüne) hält den Plan für richtig: „Ich finde die Idee einer Brücke gut. Nicht nur, weil sie von den Bürgern in den Stadtteilen gefordert wurde: Sie würde auch zu unseren Plänen für eine ,Stadt der kurzen Wege’, für mehr Radverkehr passen“, sagt der Senator. In den Ämter sei schon vor Jahren Vorarbeit geleistet worden:

Rostocks Stadtspitze plant nach wie vor, die freien Uferflächen an Warnow – zwischen Gehlsdorf und Dierkow – zu bebauen. Das Projekt ist als „Rostocker Oval“ bekannt. „Bereits im Zuge dieser Planungen war eine feste Querung der Warnow Thema“, so Matthäus.

Gisbert Ruhnke, Rostocks Hafenkapitän, sieht den Brückenbau hingegen deutlich kritischer: „Wir haben in der Vergangenheit den Bau einer Brücke stets abgelehnt. Und dabei bleibt es auch“, so Ruhnke.

Sein Argument: „Wir wollen Schiffe im Hafen haben – vor allem im Stadthafen. Das geht mit einer Brücke nicht mehr oder nur noch eingeschränkt.“ Bei einer Klapp- oder Hubbrücke müsste es feste Öffnungszeiten für Schiffe geben: „Das wollen wir nicht.“

Auch Marc Hackmann, Diplom- Ingenieur aus Rostock und Fachmann für Infrastrukturprojekte, ist skeptisch, was eine Brücke angeht: „Die Warnow versandet im unteren Bereich mehr und mehr, ist für einige Schiffe schon nicht mehr befahrbar. Eine Brücke wäre eine weitere Einschränkung – insbesondere für die Hanse Sail“, so Hackmann. Eine Brücke wäre ein zusätzliches „Nadelöhr“. „Klapp- und Hubbrücken haben einen unglaublichen Unterhaltungsaufwand. Der Bund jedenfalls versucht derzeit, solche Aufgaben abzugeben.“ Das Wasser- und Schifffahrtsamt in Stralsund – verantwortlich für die Bundeswasserstraße Warnow – war gestern nicht mehr für eine Stellungnahme zu dem Thema erreichbar.

Klaus-Dietmar Piorrek, Geschäftsführer der Reederei Antaris und Betreiber der Gehlsdorf-Fähre, reagiert gelassen: „Wir haben eine Konzession bis 2025. Die ist gerade verlängert worden.“

Nach seinen Angaben schippert die Fähre im Schnitt 72 Mal am Tag die 500 Meter lange Strecke entlang.

Die Fähre in Zahlen

22 Jahre betreibt die Reederei Antaris bereits die Fährlinie zwischen Gehlsdorf und dem Stadthafen.

140 000 Fahrgäste und 40000 Räder wurden nach Reederei-Angaben im Jahr 2015 transportiert.

100000 Euro Zuschuss zahlt die Stadt pro Jahr für den Betrieb der

Verbindung. Das Schiff pendelt

täglich zwischen 6.10 Uhr und 20 Uhr auf der 500 Meter langen Strecken.

Andreas Meyer

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