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Brunnen soll mit neuem Glanz sprudeln

Brinckmansdorf Brunnen soll mit neuem Glanz sprudeln

Anwohner fordern: Auch der Vorplatz der Brinckmansdorfer Wasserspiele muss saniert werden

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Setzt sich seit vielen Jahren für den Brinckman-Brunnen ein: Ortsbeiratschef Karl Scheube (SPD). Sein Gefühl: „Der Brunnen wird von der Stadt stiefmütterlich behandelt.“ Das soll sich ändern.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Brinckmansdorf. Jeden Tag schauen Gerda und Günther Witte auf den Brinckman-Brunnen. Und jeden Tag tut es ihnen ein bisschen in der Seele weh. „Der Vorplatz ist völlig zerfahren, das sieht wirklich böse aus“, sagt Gerda Witte. Löcher und Risse überall. Auch der Brunnen sei in schlechter Verfassung: „Die Mosaike müssten wieder ihre alte Leuchtkraft bekommen“, wünscht sich die 84-Jährige.

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Anwohner fordern: Auch der Vorplatz der Brinckmansdorfer Wasserspiele muss saniert werden

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Dabei habe Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) bei der Einweihung des neuen Bronze-Reliefs am Brunnen 2014 versprochen, dass der Vorplatz gemacht werde. Passiert sei bisher nichts. Obwohl, so ganz stimme das nicht, bemerkt Ortsbeiratschef Karl Scheube (SPD) sarkastisch: „Die Stadt hat schon etwas getan: Sie hat Schilder aufgestellt, die hier vor Gehwegschäden warnen.“

Scheube fordert eine komplette Umgestaltung des Platzes. „Man sieht den Brunnen ja kaum von der Straße. Er muss in den Vordergrund gerückt werden.“ Die Stadtplaner sollten Ideen entwickeln, damit der Ort wieder mehr zu einem Treffpunkt werde. „Die ganze Fläche hier ist doch sonst nutzlos“, so der Ortsbeiratschef.

Der Brunnen selbst war erst 2009 saniert worden. Aus Scheubes Sicht sei dadurch jedoch keine Besserung eingetreten. Im Gegenteil. „Er sieht heute schlechter aus als vorher. Das geht doch nicht.“ Die Mosaike, Illustrationen aus Romanen von John Brinckman, seien völlig verblasst.

Restaurator Wolfram Vormelker weist die Kritik zurück. „Die Mosaike sind nicht verblasst. Das ist ein physikalisches Problem“, sagt er. Sämtliche Fugen seien vor 2009 ausgespült und offen gewesen.

Dies hatte einen optisch positiven Nebeneffekt: Das Licht konnte an den Seiten der undurchsichtigen Gläser eindringen und die Mosaike zum Leuchten bringen, beschreibt Vormelker das Phänomen. Er habe die Fugen bei der Sanierung aber schließen müssen. „Sonst hätten die Mosaike nicht mehr lange gehalten.“

Vormelker versuchte, die Mosaike mit Mikrowachs wieder zum Leuchten zu bringen. „Das wittert jedoch nach einem halben Jahr ab.“ Auch sprach er mit Glasmachern. Ohne Erfolg. „Es gibt nichts, was den Brunnen dauerhaft zum Glänzen bringt“, so der Restaurator. Zudem handele sich bei den Mosaiken nicht um die Originale. „Die jetzigen wurden erst in den 1970er Jahren angebracht“.

Auch den Kalkstein am Brunnen bekomme Vormelker nicht entfernt, ohne dass die der Granitoberfläche leiden würde. Ohnehin würde das Problem immer wiederkehren. Das Rostocker Wasser sei einfach zu kalkhaltig. „Mir tut das alles sehr leid und mich ärgert das jedes Mal, wenn ich am Brunnen vorbeifahre. Aber ich habe keine Lösung“, sagt Vormelker. Kritikern bietet er ein Gespräch an: „Ich treffe mich gerne und erkläre das.“

Anwohner Andreas Tietgens hingegen sieht den Zustand des Brunnens eher positiv. „Es muss ja nicht immer alles glänzen“, sagt der 39-Jährige. „So eine Patina (grünliche Schicht) hat ja auch etwas für sich.“ Doch der Vorplatz müsse natürlich dringend saniert werden, so Tietgens. „Dann könnte er auch mehr zum Publikumsmagneten werden.“ Das sieht Gerda Witte ähnlich. „Es wäre schön, wenn der Brunnen in eine Grünfläche eingebettet wird und Bänke aufstellt werden. Früher gab es hier wunderschöne Rosen“, sagt sie.

Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne) hält die Kritik am Gesamtzustand von Platz und Brunnen für berechtigt. Allein es habe bisher das Geld im Haushalt der verschuldeten Hansestadt gefehlt.

„Wir haben uns daher bisher auf die Verkehrssicherungspflicht und den Erhalt der Funktionstüchtigkeit beschränkt“, so Matthäus. Die Beckenverfugungen seien 2015 saniert worden. Die Erneuerung der Brunnenstubenabdeckklappe werde nun für 2018 geplant.

Der Senator bittet um Geduld: „Durch unsere zunehmend bessere Haushaltssituation werden auch lange aufgeschobene Sanierungen bald wieder möglich sein“, sagt Matthäus. Er sieht viel Potenzial im Brinckmann-Brunnen: „Hier lässt sich ein Kleinod besonderer Qualität und vielleicht ein Zentrum des Ortsteils Brinckmansdorf entwickeln.“ Ziel sei eine höhere Aufenthaltsqualität durch mehr Grünflächen und mehr Bänke.

Zwei Umzüge, ein Diebstahl

Viel Trubel hat der Brinckmanbrunnen, der älteste der Stadt, schon mitgemacht. Seit 1914 musste er mehrmals den Standort wechseln. Am Schröderplatz und vor der Katholischen Kirche hat er schon mal Wasser gespien, bis er abgebaut und 1974 ans Weiße Kreuz versetzt wurde. Dort steht er bis dato, ist aber immer noch nicht vor Antastung sicher: Im Sommer 2010 erdreisteten sich Unbekannte, die Bronzetafel mit dem Porträtrelief des niederdeutschen Dichters John Brinckman (1814- 1870) zu stehlen. Eine ausgesetzte Belohnung brachte nichts. Anlässlich des 200. Geburtstages von Brinckman am 3.

Juli 2014 erhielt der Brunnen dann ein neues Bronzerelief. Viele Unternehmen, Schulen, Jugendclubs und andere engagierten sich

immer wieder für das Objekt. 2009 wurde der Brunnen saniert.

André Wornowski

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