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Bürgerbegehren zu Sporthalle abgelehnt

POPPENDORF Bürgerbegehren zu Sporthalle abgelehnt

Der Streit um den Neubau in Vogtshagen geht weiter / 120 Bürger wollten mitentscheiden

Poppendorf. Die Mehrheit der Poppendorfer Gemeindevertreter hat am Montag ein weiteres Bürgerbegehren zum Bau einer Sporthalle im Ortsteil Vogtshagen abgelehnt.

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Der Streit um den Neubau in Vogtshagen geht weiter / 120 Bürger wollten mitentscheiden

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Für dieses Begehren, das die Baupläne auf den Prüfstand stellt, haben sich neben Steffen Abs die beiden Gemeindevertreter Ralf Kurts und Volker Schenzle eingesetzt. Sie hatten in den vergangenen Wochen gesammelt und etwa 20 Prozent der Wahlberechtigten zu einer Unterschrift bewegen können. Die Fragestellung sollte lauten: „Soll die Gemeinde Poppendorf in Vogtshagen eine Sporthalle bauen?“

Von der Kommunalaufsicht beim Landkreis war diese Fragestellung als nicht zulässig kritisiert worden, „weil der Bürger denken könnte, in Vogtshagen soll neben dem Dorfgemeinschaftshaus eine Sporthalle gebaut werden“, erläuterte Volker Schenzle. Nun hätten die Gemeindevertreter am Montag die Gelegenheit gehabt, eine neue Fragestellung formulieren zu können. So weit allerdings kam es gar nicht erst.

Die Gruppe der Befürworter eines Neubaues in Vogtshagen, Ute Lindloff, Thies Düwel, Andreas Esins, Nils Fahlphal und Bodo Prestin, lehnten die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens sofort ab, nachdem Andreas Esins den Versuch gestartet hatte, den Antrag von der Tagesordnung zu nehmen. Hauptamtsleiter Torsten Fahning meinte: „Das ist nicht möglich. Wir haben das Bürgerbegehren, ignorieren geht nicht.“

Zuvor hatte Volker Schenzle noch versucht, eine alternative Formulierung in die Debatte zu bringen. Sie sollte lauten: „Soll das von der Gemeinde Poppendorf für den Ortsteil Vogtshagen geplante Dorfgemeinschaftshaus eine Sporthalle werden?“ Auch darauf wollte sich die Mehrheit der Gemeindevertreter nicht einlassen. Bodo Prestin merkte an, „dass jeder Monat, den wir beim Bau vertun, viel Geld kostet.“ Er sei dafür den Bau wie beschlossen durchzusetzen. Unterstützt wurde er von Andreas Esins: „Wir wollen eine Sport- und Mehrzweckhalle bauen.“ Nils Fahlphal merkte an: „Wir können beschließen, was wir wollen, es kommt ein Einwand nach dem anderen um die Ecke.“ Gehe es so weiter, werde auch jedes andere Projekt totdiskutiert werden. Zudem: „Es wird viel Propaganda gemacht.“

Bürgermeister Jörg Wallis sagte, dass er sich dem Votum für den Bürgerentscheid anschließen werde. Es gebe Pro und Contra in der Gemeindevertretung, dies dürfe „aber nicht dazu führen, dass wir nicht mehr nach links und nach rechts schauen“. Einen Bürgerentscheid zum Neubau in Vogtshagen hatte es erst im September des vergangenen Jahres gegeben, angestoßen worden war er von Bürgermeister Jörg Wallis. Damals hatten die Poppendorfer über diese Fragen zu entscheiden: „Soll die Gemeinde Poppendorf im OT Vogtshagen ein Dorfgemeinschaftshaus mit Sport- und Freizeiteinrichtung auf Grund der vorliegenden Baugenehmigung errichten?“ Die Mehrheit der Wähler verneinte dies. Nach den Planungen sollte die Einrichtung in Vogtshagen — einem Ortsteil mit etwa 170 Einwohnern und einem Fußballverein mit rund 60 Mitgliedern — 1,5 Millionen Euro kosten. Man wollte aber durchaus den Vogtshägern ein Dorfgemeinschaftshaus geben. Dafür wurden in der Gemeindevertretung auch die Kosten und die Größe festgelegt: 700000 Euro und 400 Quadratmeter. Die Neubaubefürworter in der Gemeindevertretung modifizierten mit ihrer Mehrheit diese Vorgaben. Nun sollen es 900000 Euro sein. Volker Schenzle will, so sagte er gestern, das Bürgerbegehren dagegen weiter verfolgen.

Wenn keiner guckt . . .

Einmal haben die Poppendorfer in Sachen Sporthalle Vogtshagen schon votiert, aber nicht kontrolliert. Das haben Bodo Prestin und seine Gefolgsleute genutzt. Wenn keiner guckt, haben sie sich wohl gesagt, dann kann man es ja einmal versuchen — auch gegen die Mehrheit beim Bürgerentscheid den politischen Hebel anzusetzen. Und schwupp — waren die Kosten für die geplante Gemeinschaftseinrichtung wieder bei 900000 Euro. Zugebilligt worden war den Vogtshägern 700000 Euro. Am Montag haben sie noch einmal gezeigt, wo in der Poppendorfer Politik der Hammer hängt, der auf die Einwohner niedergehen kann, und haben das Bürgerbegehren als unzulässig zurückgewiesen. Ende der Debatte. Das erlebte diesmal wieder nur ein eher kleines Publikum aus zwei Gästen. Wenn Kurth, Schenzle und Abs weiter ein Bürgerbegehren anstreben, dann ist das weniger ein Aufbäumen als mehr ein Hilferuf.

Von Michael Schißler

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