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Chaos vor Schulen: Rostock will „Elterntaxis“ ausbremsen

Rostock Chaos vor Schulen: Rostock will „Elterntaxis“ ausbremsen

ADAC: Wer Kinder zum Unterricht chauffiert, gefährdet andere Schüler.

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Schüler sollen künftig nicht mehr mit „Elterntaxis“ zur Schule befördert werden. (Symbolbild)

Quelle: Fredrik von Erichsen

Rostock. Rostock macht mobil gegen das Verkehrschaos vor Schulen. Mit einem neuen Projekt, dessen Entwurf der OZ vorliegt, wollen Stadtverwaltung, Polizei, Schulen und Verkehrswacht sogenannte Elterntaxis ausbremsen. Die sind in vielen Kommunen des Landes ein Problem. Weil zu viele Mütter und Väter ihr Kind mit dem Auto bis vors Schultor chauffieren, spielen sich dort allmorgendlich abenteuerliche Szenen ab.

Projekt „Kurze Beine, kurze Wege“ schlägt Maßnahmen vor

Riskante Wendemanöver, blockierte Geh- und Radwege, Erstklässler, die sich zwischen im Halteverbot parkenden Autokolonnen hindurchschlängeln müssen: „Vor vielen Schulen ist morgens Wildwest“, sagt Rostocks Bausenator Holger Matthäus. Das Projekt „Kurze Beine, kurze Wege“ soll dem ein Ende setzen. Der Entwurf steht. Inhalt: Blinkanlagen, Ampeln, Fahrbahnbeläge in Signalfarben oder Leuchttafeln am Straßenrand sollen Autofahrer achtsamer machen. Metallbügel am Gehsteig könnten Wildparken verhindern. Ziel sei ein „Werkzeugkasten“, aus dem für jede Schule ein maßgeschneidertes Konzept erstellt werden könne, erklärt Matthäus. „Wir wollen das mit den Schulen gemeinsam angehen.“ Ein generelles Parkverbot in Schulstraßen sei kein Tabu.

Elternräte kritisieren das Vorhaben und fordern Schrittgeschwindigkeit

Davon hält Bernd Dittrich vom Landeselternrat aber nichts, weil auch Anwohner und anliegende Geschäfte beeinträchtigt würden. Er fordert stattdessen Schrittgeschwindigkeit vor Schulen. Die wünscht sich auch Katy Ritter vom Stadtelternrat Rostock. „Die meisten Eltern setzen ihr Kind so ab, dass es noch über die Straße laufen muss. Dabei kann so schnell etwas passieren!“ Der ADAC stellt in einer Studie fest, dass „Elterntaxis“ eher schaden als schützen. Durch regelwidriges Parken oder Wenden würden Eltern andere Schulkinder massiv gefährden. Auch beim eigenen Nachwuchs gingen Eltern große Risiken ein, sagt Dörte Lembke von der Polizei Rostock. „Viele lassen ihr Kind an der Fahrbahnseite aussteigen.“

Erziehungswissenschaftler: Kindern soll mehr zugetraut werden

Beim Elterntaxi sei sich die Elternschaft uneins, sagt Katy Ritter. Wer sein Kind mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule bringe, stoße sich an den Staus davor. „Helikopter“- Eltern hingegen beanspruchten für sich das Recht, ihren Nachwuchs auf die vermeintlich sicherste Art – per Auto – zur Schule zu bringen. Ritter: „Das ist gut gemeint, aber wir müssen unsere Kinder zur Selbständigkeit erziehen.“ Erziehungswissenschaftler raten Eltern dazu, ihren Kindern mehr zuzutrauen statt ihnen aus Angst oder Bequemlichkeit die Chance auf eigene Erfahrungen zu verwehren. Im Landesosten nehme der elterliche Fahrdienst stetig zu, sagt Nicole Buchfink vom Polizeipräsidium Neubrandenburg. Deshalb setze die Polizei gerade zu Schuljahresbeginn verstärkt auf Aufklärung und Kontrollen. Mitunter verhängen sie dabei auch Verwarngelder. Die Stadt Rostock erwägt, künftig mehr eigene Mitarbeiter loszuschicken, die Regelverstöße „konsequent ahnden“ sollen.

Antje Bernstein

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