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Der Dreck am Strand muss weg

Warnemünde Der Dreck am Strand muss weg

Drei Tonnen Müll werden täglich an Rostocks Stränden gesammelt, dennoch bleibt viel Müll liegen

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Antje Siewert kann nicht mehr unbeschwert barfuß über den Strand in Warnemünde spazieren. Hier hat sie nicht nur allerlei Müll, sondern auch Scherben gefunden.

Quelle: Fotos: Michael Schissler (1) / Privat (1)

Warnemünde. Antje Siewert lässt den Seesand am Strand von Warnemünde durch ihre Hände rieseln. Immer wieder fallen Kronkorken, Zigarettenkippen und auch Reste des Silvesterfeuerwerks zu Boden. „Das bin ich aus meiner Jugend anders gewohnt“, sagt sie, „und als Kind der Küste macht mich das traurig.“ Ist die Zeit gekommen, in der man immer Schuhe am Strand tragen muss, fragt sich die junge Frau, die in Diedrichshagen wohnt und zwei Kinder hat.

OZ-Bild

Drei Tonnen Müll werden täglich an Rostocks Stränden gesammelt, dennoch bleibt viel Müll liegen

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Vor einigen Tagen hatte sie sich mit anderen Müttern und ihren Kinder am Strand getroffen, um den Feierabend zu genießen. Sie war mit ihrem dreijährigen Sohn Pepe von der Kletterspinne an Schusters Strandbar bis zum Hotel Neptun gelaufen. Dabei sei von dem pudrigen Sand leider nicht mehr viel zu merken gewesen, auch ihren Sohn musste sie immer wieder tragen, weil zu viel scharfkantige Abfälle im Sand lagen, darunter auch Scherben. Antje Siewert fragt sich, ob das so sein muss.

Alexander Prechtel (CDU), der Ortsbeiratsvorsitzende in Warnemünde, reagiert aufgebracht: „Es ist ein nicht hinnehmbarer Zustand.“ Neu sind diese Beobachtungen am Strand allerdings nicht. „Wir klagen schon seit vielen Jahren darüber. Aber es passiert einfach nichts“, betont der Beiratsvorsitzende. Jedes Jahr aufs Neue würde der Ortsbeirat Beschwerden über den Dreck am Strand bekommen. Doch bis heute hätte sich nichts geändert. „Das ist eines Seebades nicht würdig und hat nichts mit einem familienfreundlichen Ostseebad zu tun.“

Die Tourismuszentrale wisse von dem Problem. „Wir haben in der vergangenen Woche eine Anfrage an den Tourismuschef Matthias Fromm gerichtet, aber bisher haben wir keine Antwort bekommen“, erklärt Prechtel. Um neuem Müll vorzubeugen, sollten auch die Papierkörbe öfter geleert werden. „Zwei Mal am Tag reicht einfach nicht. Wir müssen die Frequenz erhöhen und flexibler reagieren“, klagt Prechtel an.

Untätigkeit will sich die Tourismuszentrale nicht vorwerfen lassen. Auf OZ-Anfrage zählen sie noch einmal ihre Projekte für mehr Sauberkeit am Strand auf. „Die Tourismuszentrale engagiert sich gemeinsam mit Partnern wie Aida Freunde der Meere oder EUCC – Die Küstenunion verstärkt für mehr Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema Müll und die Folgen für Strand und Ostsee“, heißt es in der Erklärung. Dass jetzt noch Reste von Silvester zu finden seien, liege an den Stürmen und Verwehungen in diesem Sommer. „Der Müll wird an Silvester von den Strandbesuchern zunächst festgetreten und dann vom Sand überweht.“ Wenn diese Sandschichten durch den Wind abgetragen werden, komme der Müll wieder zum Vorschein. „Er wird dann mit der Folgereinigung sukzessive erfasst“, erklärt die Zentrale.

Der Strandbereich der Hansestadt werde in der Hauptsaison täglich ab 5 Uhr morgens gereinigt – mit Unterstützung der Rostocker Gehwegreinigung. Je nach Wetterlage würden pro Tag circa drei Tonnen Müll gesammelt. „Der größte Teil der Verschmutzung des Strandes entsteht durch zurückgelassenen Verpackungsmüll.“

Auch Antje Siewert meint, dass die Badegäste einmal in sich gehen sollten und ihren Müll selbst beseitigen. „Denn schließlich wollen wir alle den Strand sauber vorfinden und genießen.“

Johanna Hegermann und Michael Schissler

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