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Dorf Schmarl fordert mehr Busse

Schmarl Dorf Schmarl fordert mehr Busse

RSAG schränkt die Linie 35 zwischen Warnowufer und Ortskern ein / Anwohner sind aufgebracht

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Anwohnerin Carola Baganz steht an der Bushaltestelle Dorf Schmarl. Hier fährt zwischen 9.30 und 13 Uhr gar kein Bus mehr.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Schmarl. Die Bewohner von Dorf Schmarl sind sauer. Sie fühlen sich nach den neuen Plänen der Rostocker Straßenbahn Gesellschaft (RSAG) von der Außenwelt abgeschottet.

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RSAG schränkt die Linie 35 zwischen Warnowufer und Ortskern ein / Anwohner sind aufgebracht

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Die Linie 35

70 Unterschriften haben die Bewohner von Schmarl Dorf ungefähr gesammelt.

Bis Januar 2017 fuhr der Bus täglich elfmal zwischen Schmarl Dorf und dem Schmarler Ortskern. Ab dem 6. März soll es auch um 8.30 Uhr wieder ein Angebot geben.

Denn seit diesem Jahr wurde die Buslinie, die sonst von Schmarl Dorf zum Zentrum des Ortskern führte, weiter eingeschränkt. „Wir brauchen einen Bus“, betont Michael Baganz aus Schmarl Dorf. „Viele sind hier in dem Alter, in dem man auf diese Verbindung angewiesen ist“, sagt Michael Baganz. Gemeinsam mit seinen Nachbarn habe er rund 70 Unterschriften für einen Ausbau der Buslinie gesammelt.

Weniger Abruf-Taxis

Bis Januar 2017 habe es für die Linie 35, die Schmarl Dorf mit dem Ortskern des Stadtteils verbindet, regulär elf Abfahrtzeiten gegeben. Zusätzlich wurden neun Abruf-Linientaxis pro Tag gestellt. Bei diesen Abruf-Linien handelt es sich um Taxis, die zwar feste Abfahrtzeiten haben, jedoch mindestens eine halbe Stunde vor Abfahrt bestellt werden müssen. Seit Januar fährt der Bus jetzt zehn Mal am Tag den Ort an. Das Abruf-Taxi steht sogar nur noch morgens gegen 6 Uhr und abends gegen 19 Uhr sowie gegen 20 Uhr zur Verfügung. „Ich bin sehr unzufrieden mit der Änderung. Andere werden bis vor die Haustür gefahren, und uns lassen sie bluten“, sagt Solveig Luckmann aufgebracht.

„Angebot ist ausreichend“

Auf der vergangenen Ortsbeiratssitzung in Schmarl stellte sich Andrej Kirschbaum von der RSAG nun den Fragen der Anwohner. „Seit 2016 haben wir für Schmarl einen Busverkehr im Angebot, der der Größe des Ortsteils gerecht wird“, betont der Teamleiter der Angebotsplanung.

Ende des vergangenen Jahres sei die Linie 39 eingeführt worden, die regelmäßig nach Lütten Klein fährt. „Die Linie 35 fristet hingegen ein Schattendasein. Sie wurde nur noch von 15 Fahrgästen am Tag genutzt – und das bei mehr als 20 Fahrten täglich“, sagt Andrej Kirschbaum von der RSAG. Das sei sehr schwach. „Es klingt hart, aber wenn die Nachfrage so gering ist, ist fraglich, ob es sich überhaupt noch um Öffentlichen Nahverkehr handelt“, sagt Kirschbaum. „Öffentliches Interesse fängt bei zwei Personen an“, entgegnet der Anwohner Norbert Wieting. Doch Kirschbaum ergänzt ruhig: „Ich wollte diese Keule nicht schwingen, aber wir müssen Stadtgebiete unter 200 Personen nicht bedienen.“ Die massive Kritik der Schmarler an der Einschränkung der Linie könne er sich nicht genau erklären. „Wir denken, dass die Mobilitätsbedürfnisse gedeckt sind und dass man sich auf die Fahrten einstellen kann.“

Fünf Minuten mehr

Doch Ortsbeiratsmitglied Reiner Groß (UfR) hat eine Idee: „Könnte die Buslinie 45 nicht einen Schlenker machen?“ Kirschbaum entgegnet jedoch, dass das nicht so einfach möglich sei. „Jeden Tag fahren 400 Leute auf dieser Linie über den Überseehafen, viele von ihnen sind Pendler“, erzählt Andrej Kirschbaum. Wenn die 45 einen Umweg über Schmarl Dorf fahren würde, dann müssten sie rund fünf Minuten länger im Bus sitzen. „Wir machen umfangreiche Marktforschungen und eine längere Fahrtzeit ist für unsere Fahrgäste fast so schlimm wie Umsteigen“, erklärt Kirschbaum. „Ich muss ja auch mehr Zeit einplanen“, ergänzt Michael Baganz.

Doch wenn eine Strecke ausgebaut werde, müsse nun einmal eine andere im Gegenzug abgespeckt werden. „Wir haben nur ein gewisses Kilometer-Volumen und das ist momentan ausgeschöpft“, versucht Andrej Kirschbaum zu erklären. Michael Baganz unterbricht ihn: „Und die Einwohner fallen hinten runter.“ – „Die Einwohner fallen nicht hinten runter“, weist Kirschbaum den Vorwurf zurück. Denn zu den relevanten Zeiten sei die Grundmobilität gesichert.

Ein Bus um 8.30 Uhr

Vormittags gebe es nach Ansicht der Einwohner von Schmarl Dorf eine Versorgungslücke. „7.31 Uhr fährt morgens der letzte Bus nach Schmarl und das Abholtaxi wurde in diesem Jahr unter den Tisch fallen gelassen innerhalb der Woche“, sagt Solveig Luckmann. Kirschbaum entgegnet, dass es nur zwei Beschwerden dazu gegeben habe. „Wir werden deshalb ab 6. März um 8.30 Uhr eine zusätzliche Fahrt einfügen.“ So hätten die Einwohner am Vormittag ein gutes Angebot.

Anbindung zum Iga-Park

Doch es gehe nicht nur um die Fahrgäste, die aus Schmarl Dorf kommen, sondern auch um die, die dorthin fahren wollen. „Dort ist ein Naherholungsgebiet und es entwickelt sich immer mehr“, sagt Ortsbeiratsmitglied Helmut Gürtler (Grüne). Für das Frühjahr sei ein Fest am Schmarler Warnow-Ufer geplant, und die Erweiterung der Schokoladerie de Prie werde seiner Meinung nach weitere Rostocker anlocken. „Auch die Verbindung zum Iga- Park muss gegeben sein.“

Monika Schneider kann nur zustimmen. „Zu einer Aufwertung eines Ortes gehört auch dessen Erreichbarkeit“, sagt die Leiterin des Stadtteilbüros. Man müsse darüber hinaus darüber nachdenken, dass die Leute im Dorf auch älter werden. Die Schmarlerin Ingeborg Grau sieht die Situation hingegen positiv. „Wir können uns hier die Köpfe heißreden, aber wenn vielleicht bis 2018 Schmarl Dorf und der Iga-Park wieder an Bedeutung gewinnen, kann die Buslinie bestimmt wieder ausgebaut werden.“

Bis April werde die RSAG die Anfragen der Einwohner noch einmal überprüfen. Die Ergebnisse sollen im Mai in der Ortsbeiratssitzung vorgestellt werden.

Johanna Hegermann

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