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Flügelstreit in der Rostocker AfD – aber keine Spaltung

Stadtmitte Flügelstreit in der Rostocker AfD – aber keine Spaltung

Fünf Parteiaustritte / Kreisvorsitzender Schmidt lässt eigene Zukunft offen

Stadtmitte. Die AfD sei ein „gäriger Haufen“, hatte Spitzenkandidat Alexander Gauland nach dem Austritt von Frauke Petry gesagt. Was für die Bundes-AfD gilt, trifft offenbar auch für den Rostocker Kreisverband zu: Fünf Gründungsmitglieder sind in den letzten Tagen ausgetreten. Und der Flügelstreit in der Partei ist wohl noch nicht vorbei. Eine Spaltung gebe es jedoch nicht, betonte gestern der Kreisvorsitzende Roger Schmidt.

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Fünf Parteiaustritte / Kreisvorsitzender Schmidt lässt eigene Zukunft offen

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Am vergangenen Freitag war der Kreisverband zu einer Mitgliederversammlung zusammengekommen. Dabei bekannte sich Schmidt klar zur AfD, nachdem Bundestagskandidat Stephan Schmidt ihn zuvor dazu aufgefordert hatte (die OZ berichtete). Roger Schmidt gehört dem Anklamer Kreis innerhalb der AfD an, der Frauke Petry nahestand.

„Ich habe beim Anklamer Kreis mitgemacht, um den gemäßigten Mitgliedern eine Plattform zu bieten, da der rechte Flügel in der Partei sehr laut ist“, sagte Schmidt der OZ. „Ich habe den Eindruck, dass manche die Gemäßigten vertreiben wollen, teilweise auch unbewusst. Wenn dieses teils aggressive Vorgehen so weitergeht, werden bald keine Gemäßigten mehr da sein.“ Sollte sich diese Entwicklung in den nächsten Wochen zuspitzen, werde er seine erneute Kandidatur zum Vorsitz beim nächsten Kreisparteitag im November überdenken, kündigte Schmidt an. „Aber ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt.“

Unter den fünf Mitgliedern, die aus der Rostocker AfD ausgetreten sind, ist auch die Landtagsabgeordnete Christel Weißig. Sie hatte mit drei weiteren Abgeordneten zunächst die AfD-Fraktion verlassen und eine eigene Fraktion unter dem Namen „Bürger für Mecklenburg-Vorpommern“ gegründet. Ob die anderen vier ausgetretenen Rostocker Parteimitglieder mit den Abweichlern sympathisieren oder die AfD aus anderen Motiven verlassen haben, ist laut Schmidt unklar. „Sie haben keine Gründe angegeben.“

Weißig gilt jedenfalls eher nicht als gemäßigt. Nach den gewaltsamen Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg hatte sie im Internet geschrieben: „Plünderer werden sofort erschossen, warum gilt es bei uns nicht?“ Bei früherer Gelegenheit soll sie sich dafür ausgesprochen haben, den Verzehr von Schweinefleisch für Migranten zur Pflicht zu machen. Gleichzeitig seien auch fünf neue Mitglieder der Partei beigetreten, so dass die Gesamtzahl im Kreisverband unverändert bei rund 150 liegt, sagte Schmidt. Von einer Spaltung der AfD könne daher keine Rede sein. Das sieht auch Bundestagskandidat Stephan Schmidt so, der sonst mit seinem Namensvetter nicht immer übereinstimmt. „Wir sind nicht gespalten. Es gibt nun mal in der AfD viele verschiedene Meinungen, die schwer zu bündeln sind.“ Den Weggang von Christel Weißig nannte Schmidt „Verrat“. Er selbst strebe in naher Zukunft keine Führungsposition in der Rostocker AfD an, betonte Schmidt. „Ich könnte mir aber vorstellen, Beisitzer oder Pressesprecher zu werden.“ Zu nächsten Bürgerschaftswahl 2019 wolle er dann wieder als Kandidat antreten.

Ein Abgang bei der Rostocker AfD steht noch aus: Der durch seine hetzerischen und pornografischen Chat-Protokolle bekannt gewordene Rostocker Landtagsabgeordnete Holger Arppe hat entgegen seiner früheren Ankündigung die Partei noch nicht verlassen. Er soll nun ausgeschlossen werden.

Axel Büssem

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