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Frühlingsstart: Schon türmt sich der Müll auf Rostocks Plätzen

Stadtmitte Frühlingsstart: Schon türmt sich der Müll auf Rostocks Plätzen

Besonders den kleinen, versteckten Jacobikirchplatz im Herzen der Hansestadt hat es getroffen / Anwohner und Kirche traurig / Stadtentsorgung verstärkt ab sofort Reinigung

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Auf dem Jacobikirchplatz zwischen Pädagogien- und Apostelstraße lag nach dem Wochenende besonders viel Müll — sehr zum Ärger der Anwohner. Eine Party war wohl die Ursache.

Quelle: Fotos: André Wornowski

Stadtmitte. Er ist eine grüne Oase, ein Ort der Ruhe, Besinnung und Versöhnung. Doch gestern glich der Jacobikirchplatz im Herzen Rostocks einer Müllhalde. Plastiktüten, Flaschen und Essensreste lagen auf dem Rasen der Gedenkstätte verteilt. Anwohner sind schockiert. „Es ist ja okay, wenn die jungen Leute hier zusammensitzen und grillen. Aber sie sollen dann auch ihren Müll mitnehmen und nicht so ein Schlachtfeld hinterlassen“, sagt Brigitte Schulz (46).

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Besonders den kleinen, versteckten Jacobikirchplatz im Herzen der Hansestadt hat es getroffen / Anwohner und Kirche traurig / Stadtentsorgung verstärkt ab sofort Reinigung

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Früher mit Imbissbuden

2,3 Millionen Euro kostete die Umgestaltung des Jacobikirchplatzes. 2003 wurden Gedenkstätte und Garten eröffnet. Sie erinnern an die hier im Mittelalter erbaute Kirche.

Die Jacobikirche gehörte zu den vier großen Pfarrkirchen. Im Krieg wurde sie teilweise zerstört und zu DDR-Zeiten abgerissen. Die danach verwilderte Baulücke war als „Klaus Störtebeker-Platz“ Standort für Imbissbuden.

Für Innenstadtpastor Tilman Jeremias ist das Problem nicht neu. „Es ist nicht das erste Mal, dass sich einige so verhalten, dass andere den Platz nicht mehr nutzen wollen. Wir als Kirche sind traurig darüber“, so Jeremias. „Inakzeptabel“, nennt Ortsbeiratschef Werner Simowitsch (Linke) die Situation. „Wir müssen dem Problem nachgehen und mit den Leuten reden, die das gemacht haben. Das tut ja sonst keiner.“

Auch an anderen Orten Rostocks waren gestern früh noch die Folgen des ersten sommerlichen Wochenendes in diesem Jahr zu sehen. Auf den Stufen am Stadthafen und auf der Holzhalbinsel hatten die Mitarbeiter der Stadtentsorgung reichlich zu tun. „Das gute Wetter hat viele hinausgetrieben, die nicht die vorhandenen Müllbehälter nutzen. Das ist ein grundsätzliches Problem“, sagt Steffen Böhme, Sprecher der Rostocker Stadtentsorgung. Er weiß: „Sind die Menschen mehr draußen, nimmt die Verschmutzung zu.“ Von April bis Oktober seien daher Abfallsauger und Handreiniger im Einsatz, um den Kleinstmüll von der Straße zu schaffen. „Wir setzen die Geräte dort ein, wo wir mit der maschinellen Reinigung nicht hingekommen und die Sauberkeit im Fokus steht“, so Böhme. Dazu gehörten innerstädtische Flächen, wie der Doberaner Platz und der Nordwesten bis nach Warnemünde. Auch sei der Radwegewart wieder aktiv.

Anwohnerin Brigitte Schulz fordert Geldstrafen. „Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Bevor Bußgelder drohen, muss jedoch zunächst eine Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit gestellt worden sein, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Generell liege eine Ordnungswidrigkeit bei jeder ungehörigen Handlung vor, die potenziell die Allgemeinheit belästigt oder gefährdet und die öffentliche Ordnung beeinträchtigt. Bereits kleine Verstöße, wie Zigarette wegschnippen oder Kaugummi auf die Straße spucken, könnten mit einer Geldstrafe von bis zu 100000 Euro belegt werden.

Grundlage ist das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Verwarngelder in Höhe von 35 Euro sind hier jedoch der Regelfall, heißt es aus dem Rostocker Rathaus.

Für Anwohner Martin Prelle aus der Kröpeliner-Tor-Vorstadt sind überfüllte Mülleimer ein Problem. „Das fällt mir oft am Doberaner Platz auf“, sagt er. Entweder die Mülleimer würden zu selten geleert — oder es gebe zu wenig von ihnen. „Es muss sich niemand wundern, dass der Müll irgendwohin geworfen wird, wenn die Mülleimer voll sind“, so Prelle.

Für den Jacobikirchplatz ist das Rostocker Grünamt zuständig. Nur ein paar Schritte von der hektischen Bummelmeile Kröpeliner Straße entfernt, soll der Gedenkplatz und Garten zum Verweilen einladen — und an die Jacobikirche erinnern. Im Mittelalter erbaut, stand sie hier einst zwischen Pädagogien- und Apostelstraße: An neun Stellen geben Bronzetafeln Hinweise, wo früher zum Beispiel Altar, Taufstein oder Orgel standen. „Es wurden sehr viele schöne Ideen umgesetzt“, sagt Innenstadtpastor Tilman Jeremias. Doch bisher werde der Platz viel zu wenig genutzt.

Da stimmt ihm Ortsbeiratschef Werner Simowitsch zu. „Es fehlt das richtige Konzept für die Nutzung des Platzes.“ Er wolle sich demnächst mit dem Pastor zusammensetzten. Vielleicht löse sich das Müllproblem dann auch von alleine, so Simowitsch.

Von André Wornowski

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