Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 18 ° wolkig

Navigation:
Geht‘s bald mit Strom über den Strom?

Stadthafen/Warnemünde Geht‘s bald mit Strom über den Strom?

Autos, Busse und die Fähre nach Gehlsdorf sollen bald mit Elektro-Antrieb fahren — das jedenfalls plant die Stadt

Voriger Artikel
Neues Beleuchtungskonzept: Stadt will Strom sparen
Nächster Artikel
Bauer Kurreck: „Wir brauchen Innovationskraft der Jungen“

Die Fähre „Gehlsdorf“ pendelt zwischen den Anlegestellen Gehlsdorf und Kabutzenhof. Fotos (2): Ove Arscholl

Stadthafen. Die Abgase sind das Problem. Giftiges Kohlenstoffmonoxid, klimaschädliche Stickoxide und krebserregender Feinstaub. Tausende Tonnen davon landen pro Jahr in der Rostocker Luft. Ausgestoßen von Zehntausenden Fahrzeugen aller Art, die in der Hansestadt unterwegs sind. Das Rathaus will diese Belastung bis 2020 deutlich senken — und setzt dabei auf Elektro- statt auf herkömmliche Verbrennungsmotoren. Und das nicht nur in Autos: Busse und sogar die Warnow- Fähre nach Gehlsdorf sollen umgerüstet werden und künftig mit Strom statt mit Diesel fahren.

Kaum E-Mobile bisher

25 E-Autos sind bisher in Rostock zugelassen — die meisten auf städtische Firmen und die Stadtverwaltung selbst. Allein das Rathaus betreibt fünf Wagen mit Batterieantrieb.

400000 Euro kostet ein E-Bus derzeit. Die Fahrzeuge sind damit fast doppelt so teuer wie ein herkömmlicher Diesel- Bus.

200 Kilometer Reichweite hat ein E-Bus pro Akkuladung.

Die Idee einer „Elektro-Fähre“ — sie ist ein Baustein im Konzept „E-Mobilität“, das Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne) hat entwickeln lassen. „Insbesondere im Stadthafen wünschen wir uns natürlich saubere Luft“, sagt der Senator. Und Schiffsdiesel, wie ihn die Fähre bisher verbrennt, sei sogar noch problematischer für die Umwelt als Auto-Treibstoff. Den Betreiber der Linie, die Reederei Astaris hat die Stadt schon auf ihrer Seite: Denn auch Geschäftsführer Klaus Piorrek kann sich mit einem E-Schiff anfreunden. „Unsere Fähre wurde 1998 gebaut. Im Jahr 2018 läuft die Bindungsfrist ab. Das heißt, dass wir dann eh über einen Neubau nachdenken müssen.“ Und mit dem bisherigen Schiff soll ein Neubau eh nicht mehr allzu viel gemein haben: „Wir befördern heute viel mehr Fahrräder als Autos. Also sollte ein neues Schiff auch mehr Platz für Zweiräder bieten“, erklärt Piorrek. Er schätzt die Baukosten für eine neue Fähre auf bis zu eine Million Euro. „Noch wissen wir nicht, wie viel mehr Geld ein Elektroantrieb kosten würde. Aber wir werden das genau prüfen.“ Die Stadt, das sagt Mobilitätskoordinator Steffen Nozon bereits zu, will dann bei der Europäischen Union ausloten, ob ein umweltfreundlicher Neubau mit Mitteln aus Brüssel gefördert werden könnte.

Auf Zuschüsse hofft auch die Rostrocker Straßenbahn AG (RSAG). Denn auch der städtische Nahverkehrsbetrieb will in Zukunft auf E-Busse setzen: „Wir wollen im Ostseebad Warnemünde eine Linie nur mit elektrobetriebenen Fahrzeugen anbieten“, sagt Nozon. Im vergangenen Jahr habe es bereits einen ersten Testlauf gegeben. „E-Busse bieten sich auf kurzen Strecken an. Außerdem haben wir in Warnemünde enge und in der Saison auch stets volle Straßen. Je weniger Schadstoffe der Nahverkehr dann ausstößt, desto besser.“ Dass aus dem Pilotversuch 2015 noch kein Dauerbetrieb geworden ist, liegt an den Kosten — und an der Reichweite: „Ein herkömmlicher Dieselbus hat eine Reichweite von 600 Kilometern, ein E-Bus schafft mit einer Batterieladung nur 200 Kilometer“, so Beate Langner, Sprecherin der RSAG. Ist der Akku leer, muss der Bus bis zu acht Stunden ans Netz — aufladen. „Das reicht noch nicht mal für einen ganztägigen Einsatz in Warnemünde.“ Und außerdem: Ein E-Bus kostet mit rund 400

000 Euro bisher rund doppelt so viel wie einer mit Verbrennungsmotor. „Noch sind E-Bus für uns unwirtschaftlich. Aber wir verfolgen die Entwicklung.“

Die dritte Säule der Strategie zu mehr Elektroautos und weniger Abgasen zielt auf private Nutzer ab, sagt Planer Steffen Nozon. „Wenn wir die Vorgaben der Bundesregierung auf Rostock runterbrechen, müssten wir bis 2020 rund 2500 E-Autos auf den Straßen haben. Davon sind wir leider noch weit entfernt.“ Gerade mal 25 Fahrzeuge mit Batterie-Betrieb sind in der Hansestadt derzeit zugelassen — die meisten auf die Stadt selbst und städtische Gesellschaften. „Noch schrecken die Preise viele Käufer ab“, so Nozon. Die Stadt will aber schon jetzt Aufladestationen im gesamten Stadtgebiet schaffen — allein zwei an der Langen Straße.

 



Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Rostock
Die Fähre Gehlsdorf wird 2018 genau 20 Jahre alt. Ein Neubau soll mit Elektro-Antrieb fahren, fordert der Umweltsenator.

Mit Strom über den Strom: Wenn 2018 die Fähre vom Rostocker Stadthafen nach Gehlsdorf ausgemustert wird, soll das Nachfolge-Schiff statt mit Diesel mit einem Elektroantrieb fahren. Die Idee ist ein Baustein im städtischen Konzept „E-Mobilität“.

mehr
Mehr aus Politik
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Cafe,Kultur,Freizeit,Tipps Teaser der den User auf die Seite Rostocker Geheimtipps führen soll image/svg+xml Image Teaser Rostocker Geheimtipps 2017-04-30 de Themenseite Rostocker Geheimtipps Junge Rostocker entwickeln im OZ-Labor frische Ideen für die OSTSEE-ZEITUNG. In der Serie OZ-Entdecker stellen sie ihre Geheimtipps für die Stadt vor.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

DCX-Bild
Unwetter: Chaos auf den Straßen

Durch Starkregen waren am Donnerstag in kurzer Zeit etliche Straßen in Rostock überflutet. Sie mussten gesperrt werden. Einige Passanten befuhren die Parkstraße mit einem Schlauchboot.