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Gewinnen Fanatiker die Oberhand in der Moschee?

Rostock Gewinnen Fanatiker die Oberhand in der Moschee?

Mitglieder der Islamischen Gemeinde in Rostock warnen vor extremistischen Tendenzen einer Minderheit. Das Landeskriminalamt nimmt die Hinweise ernst. Salafisten weiten Koran-Verteilungen in der Hansestadt aus.

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Mehr als 700 Mitglieder hat die Islamische Gemeinde in Rostock. Eine streng konservative Minderheit soll nun versuchen, die Kontrolle in der Moschee zu erlangen.

Quelle: Ove Arscholl

Rostock. Versuchen radikale Muslime in der Rostocker Moschee neue Anhänger zu rekrutieren? Gewinnt in der friedliebenden Gemeinde eine extremistische Minderheit die Oberhand? Davor jedenfalls warnt ein Mitglied der islamischen Gemeinde in einem Brief an Medien und Behörden in Rostock. Seine Hinweise scheinen zumindest teilweise wahr zu sein. Die Sicherheitsbehörden nehmen das Schreiben jedenfalls ernst: Nach OZ-Informationen geht mittlerweile sogar das Landeskriminalamt den Behauptungen nach. Auch Maher Fakhouri, der Vorsitzende der Gemeinde, bestätigt: „Es gibt Diskussionen in der Gemeinde über die Ausrichtung“.

Der Brief ist komplett auf Englisch verfasst. Der Verfasser schreibt, dass er selbst Muslim und ernsthaft besorgt über die Entwicklung in der Gemeinde sei. Seit etwas einem halb Jahr sei die provisorische Moschee an der Schlesinger-Straße „besetzt“ von einer Gruppe ultra-konservativer Muslime aus der Hansestadt und aus Güstrow. Die radikalen Kräfte würden versuchen, die Kontrolle über die Gemeinde zu erlangen – und auch über das Geld, dass bereits für einen Moschee-Neubau gespart wurde. Die Gruppe würde – im Gegensatz zu mehr als 600 friedliebenden Muslimen – einen „Propaganda-Krieg“ führen und die Moschee zu einem Ort des „Hasses, der Provokationen und der Politik“ machen.

Maher Fakhouri stellt die Situation in der Gemeinde so dar: „Bei uns prallen derzeit unterschiedliche Schulen des Islam und Ansichten auf einander.“ Auch er selbst sei in einigen Kreisen umstritten und es gäbe Bestrebungen, ihn als Vorsitzenden abzulösen. „Wir versuchen, mit Neuwahlen die Situation zu beruhigen.“ Die Sicherheitsbehörden halten sich mit Aussagen zurück. Nur so viel sagt Synke Kern, Sprecherin des Landeskriminalamtes: „Verdachtslagen werden regelmäßig geprüft, damit einhergehend auch Formen der Radikalisierung oder möglicher extremistischer Aktivitäten. In diesem Zusammenhang stehen islamistische Bestrebungen im besonderen polizeilichen Fokus.“

Dass Salafisten in Rostock Fuß fassen wollen, gilt mittlerweile als sicher: Ein Güstrower Bürger hat seit dem 1. März und bis zum 7. November für jeden Sonnabend eine Sondernutzungserlaubnis für die Kröpeliner Straße beantragt – um dort Korane an Passanten zu verteilen.

Andreas Meyer

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