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Jetzt soll eine Studie die Schleuse retten

Stadtmitte Jetzt soll eine Studie die Schleuse retten

Bei positiven Ergebnissen fördert Wirtschaftsministerium den Erhalt des Bauwerks am Mühlendamm

Stadtmitte. Zum Erhalt der Mühlendammschleuse soll nun eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben werden. Das ist das Ergebnis des runden Tisches gestern im Rostocker Rathaus.

OZ-Bild

Bei positiven Ergebnissen fördert Wirtschaftsministerium den Erhalt des Bauwerks am Mühlendamm

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Vertreter von Vereinen, Ministerien und Stadtverwaltungen kamen hier zusammen, um die weiteren Schritte zur Rettung des seit 2011 geschlossenen Bauwerks zu beraten.

Mindestens 2,5 Millionen Euro soll die Sanierung der Schleuse kosten. Die Hälfte davon würde der Bund tragen. Das Problem: Rostock hat kein Geld für die zweite Hälfte der Finanzierung — und das Landesverkehrsministerium hat kein Interesse, sich finanziell zu beteiligen. „Die Schleuse hat keine verkehrliche Bedeutung. Deshalb ist ein Handeln des Energieministeriums weiterhin nicht vorstellbar, zumal wir dafür keinerlei Mittel hätten“, bestätigt Ministeriumssprecher Steffen Wehner der OZ.

Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Wirtschaftsministerium des Landes. Der Verein Mühlendammschleuse rechnet mit 45 Prozent der Sanierungskosten, die aus Schwerin fließen könnten. Bedingung dafür ist eine Machbarkeitsstudie. „In Abhängigkeit vom Ergebnis wäre das Wirtschaftsministerium bereit, das Vorhaben anteilig zu unterstützen“, sagt Ministeriumssprecher Gunnar Bauer.

Schwerin würde sich sogar an den Kosten der Studie beteiligen. „Wenn ein entsprechender Antrag vorliegt“, so Bauer. Dieser soll nun schnellstmöglich eingereicht werden, sagt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Im Oktober/November sollen die ersten Ergebnisse der Studie vorliegen. „Es muss geprüft werden, ob die Schleuse touristisch notwendig und volkswirtschaftlich vertretbar ist. In diesem Zusammenhang werden auch naturschutzrechtliche und wasserschutzrechtliche Maßnahmen geprüft“, sagt Ministeriumssprecher Bauer.

Gleichzeitig soll die Studie auch die Schiffbarkeit der Warnow von Bützow bis nach Rostock untersuchen. Ein solches Gutachten war bereits vor drei Jahren angedacht worden. Bisher habe sich jedoch nichts getan — nun sollen beide Gesichtspunkte, Schleuse und Schiffbarkeit, zusammen beleuchtet werden. Die Gesamtkosten sollen im oberen fünfstelligen Bereich liegen, heißt es. „Das Wirtschaftsministerium beteiligt sich mit 75 Prozent“, sagt Methling. Den Rest teilen sich Rostock, Landkreis, Schwaan, Bützow und Papendorf. Wobei die Hansestadt jedoch etwas mehr zahlen werde, weil die Schleuse allein ihr Problem sei.

Der Verein Mühlendammschleuse soll zudem stärker in die Planungen der Stadtverwaltung eingebunden werden. „Wenn das wirklich so läuft, sind wir einen Schritt weitergekommen“, sagt der Vereinsvorsitzende Detlef Krause. Er und seine Mitstreiter befürchten nach wie vor einen Rückbau der Schleusentore und ein Zuschütten der Schleusenkammer — so wie es das zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt Stralsund ins Gespräch bringt.

Methling versichert jedoch, dass sich nichts an der Schleuse rührt, bis die Studie fertig ist. „Die Mühlendammschleuse ist ein Denkmal“, betont der OB. Und alles, was damit geschehe, müsse vorher von Michael Bednorz aus dem Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin abgesegnet werden.

Bauliche Veränderungen kann Bednorz allerdings nicht ausschließen. Laut Denkmalschutzgesetz sei es durchaus erlaubt, das Becken mit Sand zuzuschütten und eine Slipanlage für Sportboote zum Wechsel zwischen Ober- und Unterwarnow zu errichten. „Auch wenn das nicht wünschenswert ist“, so Bednorz. Für den Verein Mühlendammschleuse kommt das aber nicht infrage. „Ein Denkmal, was nicht mehr erkennbar ist, weil es zugeschüttet wird, ist kein Denkmal mehr“, so der Tenor.

Eigentümer ist der Bund

130 Jahre wird die Schleuse am Mühlendamm in diesem Jahr alt. Das Eröffnungsdatum sei der 1. September 1886 gewesen, hat Maik Vater vom Schleusenverein recherchiert.

Eigentümer der Schleuse ist der Bund. Da das Bauwerk ein Denkmal ist, habe der Bund laut Landesamt für Denkmalpflege auch die Pflicht, es zu erhalten. Auf die Denkmalliste der Stadt wird es die Schleuse jedoch vorerst nicht schaffen. Grund: Die Liste werde nur einmal pro Jahr aktualisiert, so Michaela Selling, Direktorin für Denkmalpflege in Rostock. Nächster Termin:

September.

Von André Wornowski

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