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Kirchenplatz: Ortsbeirat sieht Gehlsdorf benachteiligt

Gehlsdorf Kirchenplatz: Ortsbeirat sieht Gehlsdorf benachteiligt

Im Rostocker Bauausschuss wurde der Antrag zur Umgestaltung bereits vertagt / Spätestens im Juli soll es eine Ortsbegehung im Stadtteilzentrum geben

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So sieht diese Fläche aktuell aus Sicht der Straße Kirchenplatz aus. Auf der Wiese könnte eine Bühne entstehen.

Quelle: Ove Arscholl

Gehlsdorf. Die Gehlsdorfer planen ein großes Projekt in ihrem Ortskern. Der Kirchenplatz soll umgestaltet werden. Bühne, verkehrsberuhigter Bereich, Spielgeräte, eine attraktive Durchgrünung – die Liste für eine Aufwertung in diesem Bereich ist lang. Das Ziel, dass die dafür notwendigen finanziellen Mittel für Planung um Umsetzung für 2017 genehmigt werden, scheint aber in weiter Ferne. Denn bisher stößt der Vorschlag auf geringes Interesse. Im Bauausschuss wurde diese Idee gleich ad acta gelegt, das Thema vertagt. Begründung von Bausenator Holger Matthäus (Grüne): Im ersten Schritt soll es eine Besichtigung mit den Fachämtern und dem Ortsbeirat am Kirchenplatz geben.

OZ-Bild

Im Rostocker Bauausschuss wurde der Antrag zur Umgestaltung bereits vertagt / Spätestens im Juli soll es eine Ortsbegehung im Stadtteilzentrum geben

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Der Ortsbeiratsvorsitzende Kurt Massenthe (UFR) hat die Befürchtung, dass sein Stadtteil bei Bauvorhaben in der Stadt zu kurz komme. Mehr als zehn Jahre seien die Gehlsdorfer schon vertröstet worden.

„Ich habe das Gefühl, dass unser Vorhaben auf die lange Bank geschoben wird. Doch Zeit dafür haben wir nicht, jetzt muss hier etwas realisiert werden“, meint er. Denn die geplanten neuen Wohngebiete würden das Problem verschärfen. Dies würde im Gehlsdorfer Ortskern durch die zusätzlichen 1000 Wohnungen zu einem erhöhten Verkehr führen.

Absolute Unterstützung bekam Massenthe am Dienstagabend von seinen Beiratskollegen, weiterhin für die funktionale Umgestaltung des Kirchenplatzes zu kämpfen. Im Wirtschafts- und anschließend im Finanzausschuss will Massenthe darauf drängen, dass diese Idee nicht auch zurückgezogen wird, sondern eine Zustimmung für die Bürgerschaft erfolgt. „Wir fordern in erster Linie finanzielle Mittel, wenigstens eine Anschubfinanzierung, damit wir einen Planer beauftragen können“, so Kurt Massenthe. Noch sei nichts Konkretes geplant. Es ist erst einmal ein Denkimpuls“, sagt er.

Wie der Platz später konkret aussehen und ob ein verkehrsberuhigter Bereich entstehen soll, „steht auf einem ganz anderen Blatt“. Darüber sollen laut Massenthe Einwohner, Ortsbeirat und Fachämter erst in einem weiteren Schritt diskutieren. „Wir müssen zunächst einmal die Begehung am Kirchenplatz abwarten und wollen dort mit unserem Konzept überzeugen“, erklärt Kurt Massenthe.

Ein wichtiger Punkt dabei ist die Sicherheit der Gehlsdorfer. Da im Zentrum ein Verkehrsknotenpunkt ist – im Bereich der Fährstraße, Klaus-Groth-Straße, Pressentinstraße, Toitenwinkler Weg und Schulstraße –, will der Beirat eine Verkehrsberuhigung erreichen. Dies würde eine nicht unerhebliche Gefahrenquelle für Kinder, ältere Menschen und geistig beziehungsweise psychisch Kranke, die dort wohnen, darstellen. Besonders hoch sei die Gefährdung im Einmündungsbereich zum Toitenwinkler Weg.

Wie der Kirchenplatz künftig genutzt werden soll, damit haben sich die Mitglieder des Gehlsdorfer Bauausschusses bereits befasst. „Viele Einwohner können sich vorstellen, dass kulturelle Programme auf dieser Fläche ideal wären“, sagt Beiratsmitglied Michael Hollmann (CDU). Denkbar wäre ein Symposium für Kleinkünstler sowie eine feste Bühne, die ganzjährig mit Strom versorgt werden kann. Ebenso wäre eine Konzertmuschel in diesem Bereich denkbar. Auch der Findling – ein Gedenkstein für die Opfer des Ersten Weltkrieges – kann aus Sicht von Michael Hollmann eine Restauration vertragen. Ebenso wären Spielgeräte neben den Parkbänken möglich.

Seit 2011 diskutiert

Schon seit 2011 wird im Ortsbeirat Gehlsdorf überlegt, wie der Kirchenplatz und das angrenzende Areal umgestaltet werden können, sodass es alle Geschmäcker trifft.

Alle zwei Jahre findet hier das Kirchenfest statt und zwischendurch Feiern für Kinder. Auf Wunsch der Anwohner gibt es zudem nach 15 Jahren wieder einen Wochenmarkt neben diesem Platz.

Dies reiche noch nicht aus. Viele Einwohner können sich ein kulturelles Programm auf dem Kirchenplatz vorstellen.

Mathias Otto

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