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Kritik am Rathaus wächst: Spart sich die Hansestadt kaputt?

Rostock Kritik am Rathaus wächst: Spart sich die Hansestadt kaputt?

Linke und Grüne attackieren Rostocks OB Methling und Finanzsenator Müller: Obwohl die Stadt einen Rekordüberschuss einfahren wird, werde kaum noch Geld für Investitionen ausgegeben - weil im Rathaus Mitarbeiter fehlen, um die Vorhaben umzusetzen.

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Die „Schatzkisten“ Rostocks sind prall gefüllt, aber OB Roland Methling (links) und Senator Chris Müller sparen weiter.

Quelle: Benjamin Barz

Rostock. Rostock scheint derzeit im Geld zu schwimmen: Laut neuesten Zahlen wird die Hansestadt am Jahresende einen Überschuss von 27,1 Millionen Euro einfahren. Und es könnten sogar noch etliche Millionen hinzukommen: Denn die Stadtverwaltung gibt kaum noch Geld aus. Insgesamt fast 85 Millionen Euro hatte die Bürgerschaft im Etat für neue Straßen, die Sanierung von Wegen oder Anschaffungen für Schulen eingeplant. Bisher hat das Rathaus davon aber nicht mal ein Viertel ausgegeben. Linke und Grüne attackieren Methling und Müller dafür scharf: Sie würden Rostock kaputt sparen.„Es wird immer schlimmer. Der rigide Sparkurs von Finanzsenator und OB hat absurde Ausmaße angenommen“, so Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin der Linken.

Die Stadt habe einen „riesigen Investitionsstau“, der abgebaut werden muss. Für Schulen und Sporthallen, Straßen und Wege fehle Geld. „Es darf nicht darum gehen, einen Wettbewerb im Sparen zu gewinnen. Die Lebensqualität der Bürger muss im Mittelpunkt stehen.“ Das Probleme beim Geldausgeben: Der Stadt fehle Personal, um die Maßnahmen planen zu können, sagt Kröger. Vor allem im Bau-Bereich bräuchten die Ämter mehr Fachkräfte, bestätigt ein hochrangiger Rathaus-Mitarbeiter, der anonym bleiben möchte. Das Amt für Stadtplanung soll immerhin zehn neue Stellen erhalten. „Doch auch im Amt für Verkehrsanlagen herrscht Mangel. Dort fehlen Ingenieure und Planer“, sagt der Insider.

Doch der OB und der Finanzsenator bleiben hart – und wehren sich gegen die Kritik: „Wer glaubt, die Hansestadt Rostock habe plötzlich Geld zu verteilen, der hat offensichtlich unsere finanzielle Situation nicht verstanden“, sagt Methling. Selbst mit dem Rekordüberschuss würde der Schuldenberg der Stadt Ende 2016 immer noch bei rund 100 Millionen Euro liegen.

Andreas Meyer

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