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Landtagswahl in Rostock: Die Direktkandidaten im Wahlkreis 4 – Welche Sorgen bewegen die Stadtteile?

Stadtmitte Landtagswahl in Rostock: Die Direktkandidaten im Wahlkreis 4 – Welche Sorgen bewegen die Stadtteile?

Die Hansestadt Rostock ist zur Landtagswahl am 4. September in vier Wahlkreise eingeteilt, die die OSTSEE-ZEITUNG vorstellt – mit Sorgen und Nöten in den Stadtteilen, ...

Stadtmitte. Die Hansestadt Rostock ist zur Landtagswahl am 4. September in vier Wahlkreise eingeteilt, die die OSTSEE-ZEITUNG vorstellt – mit Sorgen und Nöten in den Stadtteilen, mit Erwartungen an die Kandidaten, die sich zur Wahl stellen. Zum Wahlkreis 4 – Hansestadt Rostock I – gehören die Ortsteile Warnemünde, Markgrafenheide, Hohe Düne, Died-

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Die Hansestadt Rostock ist zur Landtagswahl am 4. September in vier Wahlkreise eingeteilt, die die OSTSEE-ZEITUNG vorstellt – mit Sorgen und Nöten in den Stadtteilen, ...

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richshagen, Lichtenhagen, Groß Klein und Schmarl. Es umfasst sehr abwechslungsreiche Gebiete und dadurch haben die Ortsbeiräte auch ganz unterschiedliche Probleme und Anforderungen an das Land.

„Warnemünde hat einen massiven Investitionsbedarf“, sagt Alexander Prechtel, Vorsitzender des Ortsbeirates im Seebad. Es müsse viel getan werden, wenn der Tourismus weiter gefördert werden solle.

Dazu gehöre unter anderem die gezielte Förderung von Landstromanschlüssen für Kreuzfahrer. „Damit könnte Warnemünde Vorreiter an der Ostsee werden.“ Und das sei nur mit Unterstützung aus Schwerin möglich.

Die maritime Anbindung sei jedoch gerade in Schmarl in Gefahr. „Wir finden es nicht gut, dass alles Maritime, wie auch das Traditionsschiff, hier den Standort verlassen soll“, sagt Helmut Gürtler. Er ist sich unsicher, inwieweit der Landtag Einfluss nehmen könne. Doch er wünscht sich, dass durch Förderungen die Zukunft des Iga-Parks gesichert wird.

Schmarl zeichne sich auch durch seine Einwohner aus. „Wir haben hier eine bunte Mischung von Akademikern bis hin zu Menschen mit sozialen Schwierigkeiten“, so Gürtler. Auch Migration spiele eine große Rolle. „Wir wollen, dass das Thema weiterhin funktioniert und positiv behandelt wird.“ Seine Angst sei, dass dies durch „rechtslastige Parteien“ in Gefahr gebracht wird. Gerade die Aufnahme von Flüchtlingen prägt auch Lichtenhagen.

„Es entstehen momentan tolle nachbarschaftliche Beziehungen“, sagt Torsten Schulz vom Ortsbeirat Lichtenhagen. Die neuen Bewohner des ehemaligen Studentenwohnheims hätten sich zum Beispiel bei der Aktion „Lichtenhagen räumt auf“ aktiv beteiligt. Wichtig sei ihm, dass der Landtag sich in Zukunft intensiver um die Integration kümmere. „Aus meiner Sicht ist es wichtig, dass diese Menschen schnell die Sprache lernen, Ausbildungen machen und bezahlbaren Wohnraum bekommen.“

Doch auch die Anbindung der Mecklenburger Allee an die Stadtautobahn ist dem Lichtenhäger wichtig. „Den Anschluss sollte es schon in der DDR geben. Es darf zwar wieder drüber geredet werden, aber passiert ist bisher nichts.“ Das Land könnte seiner Meinung nach die nötige Unterstützung geben, damit der Jahrzehnte alte Plan endlich Gestalt annehme.

Viel habe sich durch das Programm „Soziale Stadt“ in Groß Klein getan. „Der Stadtteil konnte sich positiv entwickeln und die Einwohnerzahlen steigen“, lobt Uwe Michaelis, Vorsitzender des dortigen Ortsbeirates. Doch dadurch würde nun auch in Groß Klein der Wohnraum knapp werden. „Daher muss das Land den Wohnungsbau fördern, damit es weiterhin bezahlbare Unterkünfte gibt.“

Auch Frank Niehusen, der für den Ortsbeirat Hohe Düne und Markgrafenheide spricht, kennt das Problem. „Es gibt einfach keinen Wohnraum – egal ob teuer oder bezahlbar“, sagt Niehusen. Dabei wäre das vor allem auch für die Mitarbeiter der ansässigen Hotels wichtig. Doch auch bei der Schlichtung von Rechtsstreits zwischen der Stadt Rostock und Kleingärtenanlagen wünscht sich Niehusen Unterstützung.

Sieben Ortsteile und Ortschaften im Wahlkreis 4

71 Abgeordnetensitze sind im neuen Landtag zu besetzten. 36 dieser Mandate werden von den Wählern über die Erststimme vergeben – an die Direktkandidaten in den Wahlkreisen. Um diese Plätze bewerben sich 256 Personen aus zwölf Parteien sowie sieben Einzelbewerber. Im Wahlkreis 4 in Rostock treten acht Bewerber an.

30 Wahllokale gibt es im Wahlkreis – Hansestadt Rostock I.

Zur Wahl stehen Ralf Mucha (SPD), Chris Günther (CDU), Hikmat Al-Sabty (Linke), Isabelle Pejic (Grüne), Torsten Preuß (AfD), Deny Matthies (FDP), Dietmar Vogel (Freier Horizont), Ingrid Köpke (Freie Wähler).

GRÜNE

Arbeitssuchende unterstützen

Zur Person: Isabelle Pejic (27),

ledig, Lehramts-

studentin

Warum wollen Sie in den Landtag?

Pejic: Ich möchte in den Landtag, weil ich für ein MV kämpfen möchte, in dem Rechtspopulismus keinen Platz hat, dass sich nicht verschließt, sondern das für alle Menschen offen ist! Ich möchte, dass die Menschen gleichberechtigt miteinander leben können.

Was wollen Sie dort für Ihren Wahlkreis konkret bewegen?

Pejic: Ich möchte mich dafür stark machen, dass wir Arbeitssuchende unterstützen und Maßnahmen schaffen, die ihnen den Einstieg ins Berufsleben auch wirklich möglich machen. Wir brauchen faire Löhne und vor allem unbefristete Arbeitsverträge, die den Menschen Sicherheit geben. Kinder und Jugendliche brauchen gute Bildung und einen gleichberechtigten Zugang dazu.

Bei welchen Problemen muss das Land Rostock stärker helfen?

Pejic: Wir brauchen dringend bezahlbaren Wohnraum in Rostock. Das Land beschränkt sich zurzeit darauf, einfach nur die Bundesmittel weiterzureichen, anstatt mehr Landesmittel zur Verfügung zu stellen. Das Land hat 57 Millionen im Bereich Wohnraumförderung angespart, diese sollten endlich auch eingesetzt und an die Kommunen weitergereicht werden.

Ihre drei wichtigsten Ziele?

Pejic: Eine humane Asylpolitik, die auf dezentrale Unterkünfte und Integration von Anfang an setzt. Eine ausfinanzierte Bildungspolitik, von der Kita bis zur Hochschule, mit guten Betreuungsverhältnissen und ausreichend Plätzen. Bezahlbaren Wohnraum schaffen.

Kontakt: Bündnis 90’Die Grünen KV, Wismarsche Straße 3, 18057 Rostock

CDU

Eltern finanziell entlasten

Zur Person: Chris Günther (38), ledig, Rechtsanwältin, Wirtschaftsjuristin Warum wollen Sie in den Landtag?

Günther: Ich bin jung, dynamisch, kommunalpolitisch erfahren und kenne die Sorgen und Nöte der Menschen vor Ort. Es ist eine Herausforderung, Probleme aus der Kommunalpolitik aus Landessicht anzugehen.

Was wollen Sie dort für Ihren Wahlkreis konkret bewegen?

Günther: In Lichtenhagen stelle ich mir ein generationsübergreifendes Wohnprojekt vor, da wir einerseits viele ältere Bürger haben, aber auch zunehmend junge Familien. Der Ausbau der Kitas darf nicht vergessen werden, verbunden mit einer stärkeren finanziellen Entlastung der Eltern. Für Jugendliche müssen mehr Angebote der freien Jugendhilfe geschaffen werden.

Bei welchen Problemen muss das Land Rostock stärker helfen?

Günther: Die Stadt braucht deutlich höhere Mittelzuweisungen, sei es für den Bausektor oder für den Kinder- und Jugendhilfebereich. Vergessen wird auch , dass die Angebote, die die Stadt bereithält, von allen Menschen im Umfeld der Hansestadt in Anspruch genommen werden. Bildung , Kunst, Kultur gehören ebenfalls stärker gefördert.

Ihre drei wichtigsten Ziele?

Silkeit: Die Stadt lebenswert machen für Jung und Alt, Wirtschaftskraft stärken, Bürokratievereinfachung/Abbau. Das Beste für unsere Jüngsten: Betreuungsausbau und Beitragssenkung, in Bildungseinrichtungen investieren, Kultur und Freizeiteinrichtungen ausbauen. Eine Interessenvertretung unserer Stadt im Land sein.

Kontakt: ☎ 0381 / 459 11 29, mail: cdu-rostock@t-online.de

SPD

Wirtschaft weiter ausbauen

Zur Person: Ralf Mucha (53), verheiratet, zwei Kinder, Elektrofeinmechaniker, Sozialpädagoge

Warum wollen Sie in den Landtag?

Mucha: Um den Bürgern meines Wahlkreises eine Stimme zu geben. Als Sozialarbeiter und Ortsbeiratsvorsitzender sowie durch mein ehrenamtliches Engagement kenne ich das Lebens- und Arbeitsumfeld im Nordwesten sehr gut – gerne möchte ich als Abgeordneter dazu beitragen, dieses weiterhin zu verbessern.

Was wollen Sie dort für Ihren Wahlkreis konkret bewegen?

Mucha: Investitionen in unsere Kinder sind Investitionen in eine bessere Zukunft. Konkret setze ich mich derzeit als kinder- und jugendpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion für bezahlbare, langfristig kostenfreie und qualitativ hochwertige Kita-Plätze ein. Als Mitglied im Ausschuss für Innenpolitik ist das Thema öffentliche Sicherheit für mich von großer Bedeutung. Die Polizei muss dafür ausreichende Mittel zur Verfügung gestellt bekommen.

Bei welchen Problemen muss das Land Rostock stärker helfen?

Mucha: Durch gute und gezielte Förderpolitik des Landes können und müssen bewährte Wirtschaftsbereiche weiter erfolgreich ausgebaut werden. Aber auch die Neuansiedlung von Unternehmen funktioniert besser im Zusammenspiel mit dem Land.

Ihre drei wichtigsten Ziele?

Mucha: Für die Interessen der Menschen im Rostocker Nordwesten weiter motiviert, ehrlich und engagiert im Landtag zu kämpfen. Eine lebenswerte, sozial attraktive und wirtschaftlich starke Hansestadt Rostock. Chancengleichheit in Bildung und Beruf für alle Menschen.

Kontakt: ☎ 0318 / 20 79 50 64, mail: mdlmucha@gmx.de

LINKE

Plattdeutsche Sprache pflegen

Zur Person: Dr. Hikmat Al-Sabty (62), verheiratet, zwei Kinder, Agrar-Ingenieur, Dolmetscher

Warum wollen Sie in den Landtag?

Al-Sabty: Für mich als Politiker mit Migrationshintergrund genießen die Themen Migration, Integration und Vielfalt hohe Priorität. Der soziale Frieden kann gewahrt werden, wenn die Politik die Integration klug vorantreibt. Die niederdeutsche Sprache gehört zu MV wie die Möwen zum Strand. Die Landesregierung sollte sie aktiver fördern, als sie es jetzt tut.

Was wollen Sie dort für Ihren Wahlkreis konkret bewegen?

Al-Sabty : Mein Wahlkreis zeigt, wie groß die Sorgen älterer Menschen in Rostock sind. Die Altersarmut steigt gravierend an. Wir brauchen gesunde Nachbarschaften, in denen sich gegenseitig geholfen wird. Wichtig ist mir auch, dass wir unsere Kleingärten erhalten und dass die Entwicklung des Tourismus nicht zulasten der Umwelt und der Einwohner gehen darf.

Bei welchen Problemen muss das Land Rostock stärker helfen?

Al-Sabty : Die neue Landesregierung muss die Kommunen bei der Integrationsarbeit unbedingt unterstützen. Das Erlernen unserer Sprache ist ein wesentlicher Schlüssel. Im Bildungsbereich benötigen wir mehr Arbeitskräfte, um Deutsch als Zweitsprache in Kindergärten, Schulen und auch für Erwachsene anbieten zu können.

Ihre drei wichtigsten Ziele?

Al-Sabty : Den sozialen Frieden durch kluge Integration und funktionierende Nachbarschaften stärken. Altersarmut durch wohnortnahe Hilfen abmildern. Plattdeutsch aktiv fördern

.

Kontakt: ☎ 0381 / 80 87 55 07, mail: al-sabty@t-online.de

AfD

Krankenhäuser anders führen

Zur Person: Torsten Preuß (44), verheiratet, drei Kinder, Krankenpfleger

Warum wollen Sie in den Landtag? Preuß: Die derzeitige politische Situation macht es notwendig, dass eine starke Opposition im Landtag vertreten ist, welche sich für die Interessen der Bürger einsetzt. Wir benötigen frischen Wind und damit eine Opposition, welche den Konsensparteien auf die Finger schaut und notwendige Veränderungen auf den Weg bringt.

Was wollen Sie dort für Ihren Wahlkreis konkret bewegen?

Preuß: Die Familien mit all ihren Sorgen und Nöten stehen für mich im Vordergrund. Diese müssen gestärkt werden. Unser Ziel ist es zum Beispiel, eine kostenlose Betreuung und Versorgung der Kinder in den Einrichtungen zu erreichen. Es kann nicht sein, dass Eltern arbeiten gehen müssen, um die Betreuung ihrer Kinder zu finanzieren, weil sie arbeiten gehen.

Bei welchen Problemen muss das Land Rostock stärker helfen?

Preuß: Das Thema Krankenversorgung steht dort bei mir ganz oben. Krankenhäuser sind aufgrund der desolaten Gesundheitspolitik zu Dienstleistungsunternehmen degradiert worden. Die Gesundheit des Menschen kann nicht der Gewinnmaximierung dienen. Ein Anfang wäre die Abkehr von der „Planbettenregelung“.

Ihre drei wichtigsten Ziele?

Preuß: Die Stärkung unserer Familien, die Bekämpfung von Kinder- und Altersarmut. Eine Gesundheitspolitik, bei der nicht „schwarze Zahlen“ im Vordergrund steht. Die Stärkung unserer Polizei, um Ordnung und Sicherheit im Lande wieder gewährleisten zu können.

Kontakt: torsten.preuss@afd-ro.de

FDP

Weiche Drogen legalisieren

Zur Person: Denys J. C. Matthies (29), ledig, Informatik-Doktorand

Warum wollen Sie in den Landtag? Matthies: Aus meiner Sicht sollte Politik mehr können als nur Bedenken äußern. Deshalb möchte ich für eine praxis- und lösungsorientierte Landespolitik kämpfen, die proaktiv für die Menschen nachhaltige Entscheidungen fällt.

Was wollen Sie dort für Ihren Wahlkreis konkret bewegen?

Matthies: Die Förderung von Bildungseinrichtungen ist mir ein sehr wichtiges Anliegen. Denn ein solides Bildungsniveau ist der Grundstein für eine stabile Wirtschaft, Wohlstand und für die Mündigkeit unserer Gesellschaft. Angesichts der wachsenden Bevölkerung in Rostock, müssen wir Infrastrukturen für die Erschließung neuer bebaubarer Zentren schaffen und Beschränkungen lockern.

Bei welchen Problemen muss das Land Rostock stärker helfen?

Matthies: Es gibt ein soziales Ungleichgewicht, welches sich in den erhöhten Arbeitslosenzahlen widerspiegelt. Hier sollte das Land und der Bund Möglichkeiten und Anreize für Unternehmen schaffen, schnell und flexibel neue Arbeitskräfte einzusetzen zu können.

Ihre drei wichtigsten Ziele?

Matthies: Ich will vorhandener Politikverdrossenheit mit einer ehrlichen Politik und einer klaren Agenda begegnen. Dazu gehören der Breitbandausbau sowie die Legalisierung von ungefährlichen Drogen. Zweitens möchte ich neue Medien nutzen, um Politik transparent und verständlich zu machen. Drittens werde mich dafür einsetzen, dass die Abgeordnetentätigkeit auf maximal zwei Legislaturen zu beschränken ist.

Kontakt: ☎ 0381 / 3 67 79 56 90

Johanna Hegermann

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