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Lautstarker Protest begleitet AfD beim Start in den Wahlkampf

Stadtmitte Lautstarker Protest begleitet AfD beim Start in den Wahlkampf

Bundeschefin Frauke Petry sieht ihre Partei als stärkste Kraft im Landtag / Gegendemonstranten sprechen von fremdenfeindlichen und rassistischen Positionen

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Die Polizei sprach von 500 AfD-Anhängern.

Quelle: Fotos: Frank Söllner (4), Philip Schülermann (4)

Stadtmitte. Ausnahmezustand in Rostock, die Nordseite des Hauptbahnhofs ist abgeriegelt. Die Alternative für Deutschland (AfD) hat gestern Abend mit Parteichefin Frauke Petry vor rund 500 Interessierten den Landtagswahlkampf eröffnet. Etwa genauso viele Gegendemonstranten machen ihrem Unmut über die AfD Luft, so schätzt die Polizei. 430 Polizisten aus vier Bundesländern müssen die Gruppen trennen.

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Bundeschefin Frauke Petry sieht ihre Partei als stärkste Kraft im Landtag / Gegendemonstranten sprechen von fremdenfeindlichen und rassistischen Positionen

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Eine Fahne weht an einem Baukran: „Unser Kreuz hat keine Haken“, steht darauf. Ein Zeichen der Kirchgemeinden Rostocks gegen die AfD. Hundert Meter davor spricht Petry vor ihren Anhängern, darunter viele Parteimitglieder, auch aus Sachsen. Männer halten ein Transparent; „Lügenpresse“ steht darauf und „Ami go home“. Petry wettert gegen etablierte Parteien, Flüchtlingspolitik und „das sozialistische Experiment Merkels“. Ziel der AfD sei es, als stärkste Fraktion in den Landtag einzuziehen. Als Opposition – das sagt sie auch. MV sei „ein Bundesland, auf das die Welt schaut“, so Petry: „Ich glaube, dieses Mal schreiben die Fischköpfe Geschichte.“

AfD-Landessprecher Leif-Erik Holm spricht von fehlender Sicherheit und Zukunftschancen im Land. Dass die Kirchen sich gegen die Partei wenden, hinterlässt Spuren bei der AfD. Holm erregt sich darüber: „Wir sind nicht rassistisch und nicht fremdenfeindlich.“ Der Rostocker Landtagskandidat Holger Arppe sieht die Kirche „Seite an Seite mit Extremisten“. Vertreter verschiedener Religionen kommen von einer gemeinsamen Andacht in der Synagoge und lassen bunte Luftballons aufsteigen, als AfD-Chefin Petry spricht. „Juden, Christen und Muslime – Hand in Hand gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“, steht auf dem Zettel am Ballon des pensionierten Pastors Arvid Schnauer.

Im Pulk der AfD-Anhänger sind Neonazi-Symbole zu sehen. Die Gegendemonstranten haben sich gleich an drei Stellen rund um den Konrad-Adenauer-Platz versammelt. Das Bündnis Rostock nazifrei hatte die Kundgebungen angemeldet. Linke, Grüne und SPD schlossen sich an. Viele junge Leute stehen hinter den Barrikaden und rufen „Haut ab“. Laut schallt das Lied der Gruppe „Die Ärzte“ über einen Neonazi über den Platz: „Arschloch!“ Beide Seiten versuchen, lauter als die andere zu sein.

„Die AfD ist ein Sammelbecken rassistischer und fremdenfeindlicher Positionen“, sagt Imam-Jonas Dogesch von Rostock nazifrei. „In einem Land nach den Vorstellungen dieser Partei wollen wir nicht leben.“ Auf einem Plakat steht „Euer Wahlprogramm verletzt meine Gefühle.“ Der Berliner Steffen Höring, der Freunde in Rostock besucht, spricht vom „rückwärtsgewandten Weltbild“. Alle Freiheiten, die erkämpft wurden, seien in Gefahr.

Am Ende bleibt es weitgehend friedlich. Einmal muss die Polizei zwei junge Männer überwältigen. Eine Gruppe von etwa zehn Leuten der AfD-Seite habe Gegendemonstranten provoziert, sagt eine Polizeisprecherin, einer habe einen Beamten geschubst. „Sie waren alkoholisiert.“

• Video: www.Ostsee-Zeitung .de

Frank Pubantz und Thomas Niebuhr

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