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Nach Kritik aus Beiräten: Stadt will Verkehrsplanung überdenken

Rostock Nach Kritik aus Beiräten: Stadt will Verkehrsplanung überdenken

Erste Pläne für die Straßenbahnerweiterung gibt es schon / Auch der Landkreis Rostock soll sich an der Planung beteiligen

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Karl-Heinz Jäger (Linke) vom Ortsbeirat Gehlsdorf ist erfreut, dass der Nahverkehrsplan überdacht werden soll.

Quelle: Jens Wagner

Rostock. Neue Wohngebiete, demografischer Wandel und veränderte Fahrgewohnheiten der Rostocker: Das bringt Probleme. Vor allem, was den Verkehr betrifft. Kurz gesagt, auf Rostocks Straßen wird es eng. Schon lange wird in der Hansestadt gefordert, dass mehr Pendler vom Auto auf Bahn und Bus umsteigen sollen. Konkrete Pläne, ob und wie das bestehende Netz ausgebaut werden soll, gibt es noch nicht. Ein Grund, das bestehende Nahverkehrskonzept jetzt zu überdenken. Deshalb soll sich ein neuer Beirat intensiv mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) befassen.

Zusammen mit Vertretern aus Rostock, Landkreis, der Verkehrsunternehmen RSAG und Rebus soll an einem Konzept gebastelt werden.

Erste Forderungen, das Vorhaben zu überarbeiten, kamen bereits aus dem Ortsbeirat Gehlsdorf. Hier müssen die Anwohner seit Anfang Januar länger auf Busse warten. „Ich kann zwar verstehen, dass Linien eingestellt werden, wenn kaum Leute mitfahren. Aber ich kann nicht verstehen, dass unser Ortsteil abgeschnitten wird“, äußert der Beiratsvorsitzende Kurt Massenthe (UFR) seine Bedenken. Er berichtet von Schülern, die nun für eine Fahrt zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium eineinhalb Stunden mit öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen. „Die RSAG ist aber kooperativ und wird sich unsere Sorgen im Bauausschuss anhören“, sagt er. Auch in Markgrafenheide wünschen sich die Einwohner einige Änderungen. Sie kritisieren unter anderem die schlechte Anbindung zum Warnemünder Werft-Bahnhof.

Es gibt allerdings schon erste Ideen, das Schienennetz der RSAG unter anderem in Richtung Rostocker Umland zu verlängern. Erst kürzlich verkündete Bausenator Holger Matthäus (Grüne), dass er das RSAG-Netz gleich in drei Richtungen erweitern möchte — zum Hansecenter in Bentwisch, zum Ostseepark nach Sievershagen und bis zu Globus in Roggentin.

Diese und weitere Anregungen sollen jetzt zusammengetragen werden — ein neuer Beirat soll sich gründen. „Der letzte Plan ist schon ein paar Jahre alt. Deshalb macht es Sinn, dass dieser jetzt überarbeitet wird“, sagt Heiko Tiburtius vom Tief- und Hafenbauamt. Es hätten sich in den vergangenen Jahren Veränderungen in den Strukturdaten sowie in der demografischen Entwicklung der Einwohner ergeben, die künftig Einfluss auf das Verkehrsverhalten und die Gestaltung des ÖPNV haben könnten.

Mitarbeiter der Firma Rebus sind erfreut über eine noch engere Zusammenarbeit mit der Stadt. „Wir stehen in einem engen und sehr konstruktiven Kontakt mit der Stadtverwaltung von Rostock. Das hat sich auch bei der Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs im Landkreis und in der Hansestadt gezeigt“, sagt Rebus-Geschäftsführerin Simone Zabel. Und weiter: „Unser gemeinsames Interesse ist ein gut abgestimmtes Verkehrsangebot im Interesse unserer Fahrgäste und der Region.“

Noch in diesem Jahr soll sich nach einem Beschluss der Bürgerschaft der Beirat gründen. Ziel ist es, bis Ende 2018 einen neuen Nahverkehrsplan zu erarbeiten.

Verkehrsplan seit 1997

Erstmals wurde 1997 ein Nahverkehrsplan für die Hansestadt Rostock aufgestellt und zusammen mit den damaligen Landkreisen Bad Doberan und Güstrow durch den gemeinsamen Regionalen Nahverkehrsplan Mittleres Mecklenburg/Rostock 2005 ersetzt. Bis heute hat dieser Bestand.

Jetzt soll ein Beirat benannt werden, der sich mit der Fortschreibung des Plans beschäftigt. Berücksichtigt werden sollen dabei unter anderem die Einwohnerentwicklung, Wohnraumprognose sowie das Verkehrsverhalten.

Von Mathias Otto

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