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Nach der Politik ins Ehrenamt

Niendorf Nach der Politik ins Ehrenamt

Linker Ex-Umweltminister Wolfgang Mehtling wurde 70 / Voller Terminkalender: in 25 Vereinen aktiv

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Keine Angst vor Regen: Wolfgang Methling (70) gestern vor seinem Haus in Niendorf.

Quelle: Foto: Doris Deutsch

Niendorf. Ein Blumenmeer im Methlingschen Wohnzimmer in Niendorf. Dazwischen viele hübsch verpackte Weinflaschen und Kunst, Bilder von Jürgen Weber und Inge Jastram. Der ehemalige Umweltminister und Linke-Politiker Wolfgang Methling ist 70 geworden, und die Schar der Gratulanten am vergangenen Sonnabend war groß und „parteiübergreifend“. Anstelle von Geschenken hatte sich der Jubilar Spenden gewünscht, für den Forst- und Köhlerhof Wiethagen, wo er dem Förderverein vorsteht. „3800 Euro sind zusammengekommen“, freut sich Methling.

Er mag Blumen, genießt gern einen guten Wein, und er liebt Kunst und Kultur. Dafür habe er endlich mehr Zeit – für Ausstellungen, Theater, Konzerte, die er zusammen mit Ehefrau Christine besucht. Aus der Landespolitik hat sich der Ex-Umweltminister (1998 bis 2006) und Landtagsabgeordnete der Linken schon 2011 verabschiedet. „Ich wollte Platz machen für Jüngere“, sagt Methling.

Ein ruhiges Rentnerleben indes sieht anders aus. Der „Brückenbauer“, wie Parteigenosse Peter Ritter ihn einst bezeichnete, stürzt sich ins Ehrenamt. Für seine Partei sitzt er noch im Kreistag als Mitglied und Vizepräsident, in der Gemeindevertretung Papendorf leitet er den Sozialausschuss. Und dann sind da noch 25 Vereine, in denen Methling mit Mecklenburger Gelassenheit mitmischt, in sieben davon als Vorsitzender oder Stellvertreter. Ob Kulturstiftung Rostock, Heimatverband MV oder Förderverein Köhlerhof – der 70-Jährige engagiert sich mit vollem Einsatz.

Dazu kommen noch vier Beiräte und Kuratorien, die auf seinen Sachverstand bauen. „Mit einer gewissen Zeitdisziplin gelingt dies alles“, sagt er verschmitzt. Termine koordinieren, das habe er während seiner wissenschaftlichen Arbeit gelernt. Dennoch fordere ihn das Ehrenamt manchmal mehr als gedacht. Häufig gelte es, Brücken zu bauen, zu vermitteln. „In der Regel reagiere ich ja besonnen, aber es gibt auch Momente, wo die Sicherung locker wird“, räumt er ein.

Wolfgang Günther Uwe Theodor Methling, wie er vollständig heißt, wurde in Kavelstorf geboren. So steht es in biografischen Angaben. „Aber ich glaube das nicht“, sagt er selbst. Seine Mutter, die er nicht mehr fragen könne, habe nie über eine Hausgeburt oder Hebammen zu Hause gesprochen. „Ich wurde wohl eher in Rostock geboren, und unser Wohnort als Geburtsort notiert“, meint Methling. Als Sohn eines Melkers ist er in Kavelstorf-Ausbau aufgewachsen. Die Affinität zu Tieren und Landwirtschaft wurde ihm also in die Wiege gelegt, die berufliche Laufbahn war programmiert. Im Eigenheim in Niendorf mit Solaranlage auf dem Dach schnurrt ihm heute nur noch eine Katze um die Füße. Im Garten sei er fürs Grobe zuständig: Rasen mähen, Hecke und Bäume schneiden.

„Aber mir wurden die täglichen Reinigungsarbeiten im Haus übertragen: Staubsaugen, Abwasch“, erklärt er lachend, denn auch Christine, mit der er seit 1972 verheiratet ist, ist ehrenamtlich viel unterwegs. Zur Familie gehören zwei erwachsene Kinder und zwei Enkelinnen. „Sie zu begleiten, zu unterstützen, habe ich nun viel mehr Zeit“, betont der Opa.

Wolfgang Methling ist heute ein vielbeschäftigter Rentner. Und mit 70 Jahren noch „topfit“, wie er selbst sagt. Er braucht die Unruhe im Ruhestand und findet zu Hause Verständnis und Unterstützung.

„Wir gehen nicht ständig auf Reisen“, verrät Mehtling. Ehefrau Christine mag nicht fliegen und auch nicht aufs Schiff. „So sind wir mal mit dem Auto unterwegs und nutzen die Freizeit als Kulturrezipienten.“

Biografisches

Geboren am 9. September 1947 in Rostock, wuchs Wolfgang Günther Uwe Theodor Methling in Kavelstorf auf. 1966 absolvierte er sein Abitur mit Facharbeiterbrief als Rinderzüchter in Sanitz/Groß

Lüsewitz und studierte bis 1971 Veterinärmedizin an der Uni Leipzig. Danach hat Methling als Wissenschaftler und Dozent an den Universitäten in Leipzig und Rostock gearbeitet, promoviert und habilitiert. 1992 wurde er in Rostock zum Professor für Tiergesundheitslehre berufen. Methling wurde 1966 Mitglied der SED, war nach der Wende im Landes-, später im Bundesvorstand von PDS/Linke in Führungspositionen tätig. 1998 bis 2006 war er Umweltminister in MV, 2006 bis 2011 Landtagsabgeordneter. Er ist seit 1972 verheiratet und hat zwei Kinder.

Doris Deutsch

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