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Neptun-Freibad bleibt nasskalte Erinnerung

Rostock-Hansaviertel Neptun-Freibad bleibt nasskalte Erinnerung

1958 wurde das Außenbecken mit Sprungturm errichtet / Seit 1988 ist es wegen Baumängeln geschlossen / Für Sanierung fehlt das Geld / Wer hat noch alte Fotos?

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Neben der Neptun- Schwimmhalle wurde 1958 ein Freibad mit acht Bahnen geschaffen. Der zehn Meter hohe Sprungturm mit seinen Plattformen überragt die Zuschauerränge. Das Sprungbecken hat eine Tiefe von 4,5 Meter, das übrige Bassin ist 1,8 Meter tief.

Quelle: von 1958/unbekannt

Rostock-Hansaviertel. . Das Freibad an der Neptunschwimmhalle – bald nur noch Erinnerung? Eine Sanierung des Schwimmbeckens mit Sprungturm hätte die Stadt rund 13,7 Millionen Euro gekostet – vor zehn Jahren war noch von 1,9 Millionen Euro die Rede. Auf alle Fälle zu teuer: Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) zieht die Reißleine: „Das Freibad im Hansaviertel wird zurückgebaut“, betont er gegenüber der OZ.

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1958 wurde das Außenbecken mit Sprungturm errichtet / Seit 1988 ist es wegen Baumängeln geschlossen / Für Sanierung fehlt das Geld / Wer hat noch alte Fotos?

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Damit wird auch ein Kapitel Rostocker (Freizeit)-Sportgeschichte zugekippt. Denn als 1955 zum sechsten DDR-Geburtstag die Neptunschwimmhalle in Rostock nach Entwürfen der Architekten Max und Karl Krüger und drei Jahren Bauzeit eröffnet wurde, war sie eine der modernsten Schwimmhallen Europas. Die einzige, in der Mitte der 50er Jahre von einem 10-Meter-Turm gesprungen werden konnte. Zwei Fahrstühle brachten die Athleten auf die Plattform. Die Trainer konnten durch Unterwasserfenster die Eintauchphasen beobachten und über eine Gegensprechanlage mit den Athleten kommunizieren. Erstmals trafen sich im Dezember 1956 zum Internationalen Springertag in der Neptun-Halle Wasserspringer aus damals sieben Nationen. Seitdem findet dieser Wettkampf jedes Jahr in Rostock statt, ein wichtiges internationales Sportereignis.

Das an die Schwimmhalle angrenzende Freibad mit acht Wettkampfbahnen und einer Sprunganlage wurde 1958 eröffnet. Der zehn Meter hohe Sprungturm mit seinen Plattformen (10; 7,5 und 5 Meter) sowie den Sprungbrettern (drei und ein Meter) überragt die Zuschauerränge. Das Sprungbecken hatte eine Tiefe von 4,5 Metern, das Schwimmbecken war 1,8 Meter tief. Es wurde für Trainingszwecke genutzt, war aber auch als Freizeitbad beliebt. 1988 wurde das Außenbecken aufgrund baulicher Mängel geschlossen. Seitdem liegt es in einem tiefen Dornröschenschlaf. Keine Dornenhecke, aber viel Unkraut und Unrat ranken sich um das Becken, das nun nie mehr mit Wasser gefüllt werden soll.

Alle Visionen scheinen ad acta gelegt, Pläne, Untersuchungen und Gutachten, Wettkampfbecken und Sprungturm wiederzubeleben, verworfen zu sein. Ohne finanzielle Unterstützung aus Schwerin und Berlin kann die Hansestadt das Projekt nicht schultern, hat die Stadt doch gerade rund zehn Millionen Euro in die Sanierung der Neptunschwimmhalle gesteckt. Die Wohnungsgesellschaft Wiro hat eine weitere sechsstellige Summe in die Gehlsdorfer Schwimmhalle investiert. Das Freibad steht auf keiner Prioritätenliste, ein neues Schwimmbad wohl aber auf der Wunschliste. „Aus fachlicher Sicht wäre eine Erweiterung der Kapazitäten für das Sport-, Schul- und Freizeitschwimmen wünschenswert. Ob die Sanierung des Freibeckens oder ein dritter Standort für Schwimmhallen der geeignetste Weg sind, sei dahingestellt“, sagt Senator Steffen Bockhahn (Linke).

OZ-Leser Lothar Lentz schlägt vor, für die Sicherung der Heinkel-Mauer gedachte Gelder zu verwenden, bevor aus der „Mauer ohne Halt ein Fass ohne Boden“ wird. „Wenn die Wiro unbedingt Geld ausgeben muss, warum dann nicht für die Badeeinrichtung im Hansaviertel, die ja mangels Euro liquidiert werden soll“, so Lentz.

Fotos aus alten Zeiten

Wird die Außenanlage der Neptun-Schwimmhalle aus Kostengründen endgültig abgebaut und zugeschüttet, erinnern nur noch Fotos an die beliebte Sport- und Freizeitstätte im Hansaviertel. Wenn Sie, liebe Leser, in Ihren Alben oder Schubkästen noch Bilddokumente haben, die vom Trubel in dem 1958 erbauten Freibad erzählen, lassen Sie es uns wissen.

Schicken Sie Fotos , Erlebnisberichte und Ihre Meinung, ob die Stadt eine dritte Schwimmhalle braucht, an die OSTSEE-ZEITUNG, Lokalredaktion Rostock, Richard-Wagner-Straße 1a, 18055 Rostock oder per Mail lokalredaktion.rostock@ostsee-zeitung.de.

Doris Kesselring

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