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Neue Sterne am Rathaus-Himmel

Stadtmitte Neue Sterne am Rathaus-Himmel

Gut zweieinhalb Jahre vor der Wahl sind erste Namen für die Nachfolge von Roland Methling im Gespräch

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Der Chefsessel im Rathaus ist heiß begehrt: Maik Graske (UFR / v. l. im Uhrzeigersinn), Chris Müller (SPD) und Steffen Bockhahn (Linke) sollen Ambitionen auf den wichtigsten Posten Rostocks haben.

Quelle: Ove Arscholl/montage: Benjamin Barz

Stadtmitte. Noch darf Roland Methling auf dem schweren Chefsessel im Rathaus Platz nehmen. Erst 2019 – also in zweieinhalb Jahren – endet seine Amtszeit als Rostocks Oberbürgermeister. Doch obwohl es bis zur Neuwahl des Rathaus-Chefs noch gut 30 Monate sind, hat hinter den Kulissen längst der Wahlkampf für das wichtigste Amt der Hansestadt begonnen. In der Stadtpolitik kursieren schon jetzt erste Namen von möglichen Nachfolge-Kandidaten. Vor allem Methlings bisherigen Stellvertretern werden Ambitionen auf den Chef- Posten nachgesagt. Dass sich der Amtsinhaber selbst 2019 erneut zur Wahl stellt, gilt als ausgeschlossen. Bisher jedenfalls.

Denn Methling wird im März des Wahljahres 65 Jahre alt. Damit ist er zu alt zum Weitermachen. Zumindest laut Landeswahlgesetz. In Paragraph 66 heißt es nämlich, Oberbürgermeister in MV darf nur werden, „wer am Tag der Wahl das 60. Lebensjahr, bei Wiederwahl das 64. Lebensjahr noch nicht vollendet hat“. Methling scheint sich jedoch leise Hoffnungen zu machen, dass nach 14 Jahren im Amt doch nicht Schluss sein muss und sich die rechtlichen Voraussetzungen vielleicht noch ändern: „Ob ich antrete, hängt von den dann geltenden Rahmenbedingungen ab“, sagt er.

Bislang gehen aber alle Parteien in Rostock davon aus, dass die rund 2000 Mitarbeiter der Stadtverwaltung in spätestens drei Jahren einen neuen Chef bekommen – und sie bereiten sich darauf vor. Ein Name, der immer wieder fällt, wenn es um die OB-Wahl geht, ist der von Finanzsenator Chris Müller. Der SPD-Mann soll – so heißt es aus Verwaltungskreisen – Methlings Wunschkandidat für seine Nachfolge sein. Auffällig: Der NochOberbürgermeister protegiert seinen Stellvertreter, wo er nur kann. Seit Monaten überlässt Methling Müller nicht nur viele repräsentative Termine in der Hansestadt – nein, er betraut ihn auch mit schwierigen Aufgaben, mit denen der Finanzsenator glänzen kann. So übernahm Müller Ende 2015 nach dem Rücktritt von Vorstandschef Michael Dahlmann und Aufsichtsratsboss Harald Arenz kommissarisch das Ruder beim FC Hansa, brachte nach Wochen der Krise wieder Ruhe in den Verein. Eine Leistung, für die es Lob von (fast) allen Seiten gab und die den Senator schlagartig auch über den politischen Raum hinaus bekannt machte. Auch als das Volkstheater im Frühjahr ohne Chefs dastand, musste Müller – ebenfalls als Interims-Geschäftsführer – ran.

Müller selbst sagt zu einer OB- Kandidatur nur: „Das ist im Moment überhaupt kein Thema für mich, und es ist auch nicht die Zeit, darüber zu sprechen.“ SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider sieht das offenbar anders: „Alle Senatoren können theoretisch auch Oberbürgermeister werden. Wir brauchen für das Amt einen Moderator mit Ideen, der die Verwaltung führen kann.“ Müller könne das.

Wandschneiders Einschätzung träfe aber auch auf Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) zu. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete hat bislang zwei Vorteile gegenüber Müller: Bockhahn ist in Rostock bekannter und hat die größte Fraktion der Bürgerschaft hinter sich. Bockhahn werden ebenfalls Ambitionen auf den OB-Posten nachgesagt. „Das habe ich auch gehört“, sagt der Senator knapp. Mehr habe er zum jetzigen Zeitpunkt zu dem Thema nicht zu sagen. Ein Dementi klingt anders.

Auch in Methlings „eigenem Stall“, der UFR, soll es einen Interessenten geben: Fraktionsgeschäftsführer Maik Graske hat nach OZ- Informationen in den vergangenen Wochen bereits ein erstes, unverbindliches Gespräch mit dem Verband der Kleingartenfreunde geführt, um eine mögliche Unterstützung durch die einflussreichen Gruppierung auszuloten. Das bestätigte der Verbandsvorsitzende Christian Seifert: „Er ist an uns her- angetreten. Herr Graske ist selbst Vorsitzender eines Kleingarten- Vereins. Es ehrt uns, dass der eine oder andere Kandidat versucht, die Kleingärtner für sich zu gewinnen. Wir selber haben erst mal Abstand genommen, einen eigenen Kandidaten aufzustellen.“ Auch Graske selbst sagte der OZ am Telefon: „Ja, es hat mal ein Gespräch über das Thema gegeben“, bestätigt Graske. Entschieden sei jedoch noch gar nichts: „Das steht alles noch in den Sternen. Erst mal muss ich das alles in Ruhe mit der Familie besprechen.“

UFR-Chefin Henrike Pfeil sagt dazu nur: „Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt keine Pläne, einen eigenen OB-Kandidaten zu stellen. Sollte dies zu einem späteren Zeitpunkt geschehen, wird dieser Entschluss auf einer Entscheidung der Mitgliederversammlung beruhen. Eine Mitgliederversammlung dazu hat bisher nicht stattgefunden und ist bislang nicht in Planung.“

Graske, Müller oder doch Bockhahn: Noch-OB Methling will sich nicht festlegen, wen er im Wahlkampf „fördern“ wird : „Das ist für mich gegenwärtig kein Thema.“

Heute schon an 2019 denken

Nach der Landtags- ist vor der OB-Wahl: Dass sich die Parteien in Rostock schon jetzt mit der Frage befassen, wer ab 2019 Roland Methling beerben soll, mag verfrüht anmuten – doch das ist es nicht.

Denn der Rathaus- Chef ab 2019 wird die ganz großen Herausforderungen der Hansestadt zu lösen haben: die Zukunft des Stadthafens, den Neubau eines Theaters, die Bebauung von Werftdreieck und Mittelmole sowie die Entwicklung eines komplett neuen Stadtteils bei Biestow. Methling wird in seinen letzten Jahren als Oberbürgermeister bestenfalls noch die Weichen stellen können. Die Baustellen abarbeiten und die Probleme lösen, das muss der neue OB. Die Politik ist deshalb gut beraten, langfristig einen Rathaus-Chef zu suchen, der anpacken kann und Rostocks Zukunft gestaltet.

Lukrativer Job

7 Jahre beträgt die Amtszeit der Oberbürgermeister in Rostock. Amtsinhaber Roland Methling wurde zum ersten Mal im Jahr 2005 zum Rathaus-Chef gewählt. Bei seiner Wiederwahl im Jahr 2012 stimmten 53,8 Prozent der Wähler für ihn. Die Wahlbeteiligung lag damals bei nur 37 Prozent.

9800 Euro verdient der Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock circa als Bruttogehalt. Als Wahlbeamter wird der

Rathaus-Chef in die Gehaltsstufe B7 eingestuft.

Andreas Meyer

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