Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Neutralität verletzt? Senator gegen „Tradi“ im Stadthafen

Stadthafen/Schmarl Neutralität verletzt? Senator gegen „Tradi“ im Stadthafen

Finanzsenator Müller offen auf Konfrontationskurs zum OB

Voriger Artikel
Stelling-Preis für Bündnis „Groß Klein für alle“
Nächster Artikel
Neutralität verletzt? Senator will „Tradi“ in Schmarl lassen

Wo das Traditionsschiff künftig liegen soll, entscheiden die Rostocker im September bei einem Bürgerentscheid.

Quelle: Foto: Andreas Meyer

Stadthafen/Schmarl. In der eigenen Partei dürften seine Aussagen gut ankommen, doch mit seinem Chef und auch der Bürgerschaft droht Chris Müller (SPD) nun Ärger, denn der Finanzsenator und Vize- OB hat sich erstmals klar und deutlich zum Thema Traditionsschiff geäußert – und sich gegen einen Verlegung der „Dresden“ vom Iga-Park in den Stadthafen ausgesprochen. „Die Verholung des ,Tradis’ in den Stadthafen ist mit Kosten in Höhe von mehreren Millionen Euro verbunden. Das ist viel Geld, das besser in das Schiff investiert werden sollte“, wird Müller in einer Pressemitteilung des SPD- Politikers Bernd Woldtmann zitiert. Damit geht Müller auch auf Konfrontationskurs zu Oberbürgermeister Roland Methling (UFR), denn der Rathaus-Chef will das Schiff ins Herz der Stadt holen.

 

OZ-Bild

„Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Position der Verwaltung und der SPD nicht überein-

stimmen.“

Chris Müller (SPD)

Finanzsenator

Fraktionen fordern Senator zur Neutralität auf

Kritik an den Äußerungen Müllers kommt aus der Bürgerschaft: „Es ist überraschend, dass der Finanzsenator und der OB auch mal nicht einer Meinung sein können“, sagt Eva-Maria Kröger, Fraktions- und Parteichefin der Rostocker Linken. „Mit seinen Aussagen zum ,Tradi’ widerspricht Müller offen dem OB. Die Sicht des Senators dürfte nicht die offizielle Sicht der Verwaltung sein.“ Was Kröger aber richtig stört an den Aussagen Müllers: Am 24. September – zeitgleich mit der Bundestagswahl – findet in Rostock ein Bürgerentscheid über den künftigen Standort des Schiffes statt. „Und dabei gilt, dass die Verwaltung neutral zu sein hat. Sie soll die Bürger ohne eigene Meinung informieren.“ Die Aussagen des Senators seien alles – nur nicht neutral. „Wenn er Bedenken wegen der hohen Kosten hat, hätte er das in den offiziellen Informationsbroschüren anmerken können“, sagt Kröger.

Die CDU formuliert ihre Kritik indirekt – zwischen den Zeilen: „Finanzielle Gründe sind in der Auseinandersetzung um den besten Standort sicherlich ein gewichtiges Argumente. Letztlich muss das aber vom Ende her gedacht werden und noch hat mich keiner von den Vorzügen eines 20 Millionen Euro teuren Museumsbaus im Iga-Park überzeugt“, sagt Fraktionschef Daniel Peters. „Die CDU wird aber keine Meinung für den Bürgerentscheid vorgeben. Wir glauben, dass die Bürger mündig genug sind, darüber selbst entscheiden zu können“, so seine Spitze in Richtung des Senators.

Senator: Ja, es gibt einen Dissens

Müller selbst verteidigte gestern seine Haltung zum „Tradi“: „Es gibt einen Parteitagsbeschluss der SPD Rostock, der die Zukunft des Traditionsschiffes weiterhin in Schmarl sieht. Daran fühle ich mich als Mitglied der SPD, für die ich ja letztlich auch als Senator und Stellvertreter des Oberbürgermeisters kommunalpolitisch tätig bin, selbstverständlich gebunden. Mir ist sehr wohl bewusst, dass die Position der Verwaltung und der SPD nicht übereinstimmen.“ Das passiere aber halt mal und ändere nichts daran, dass er seine Arbeit professionell erledige.

Die Kosten für die Verholung des Traditionsschiffes gibt Müller mit 3,7 Millionen Euro an. Das hätten Fachleute der Verwaltung und externe Gutachter errechnet. „Egal, wo das Schiff liegt: Wir werden Geld in die Hand nehmen müssen, um das Schiff selbst als Museum auf den Stand zu bringen, den man heute technisch und von der Ausstellungsgestaltung her erwartet. Das wurde über Jahrzehnte hinweg versäumt“, sagt Müller.

Maritimer Rat zweifelt an Zahlen der Stadt

Der Maritime Rat in Rostock zweifelt die Zahlen aus dem Rathaus hingegen an: „Die sind doch jenseits von Gut und Böse. Die Verwaltung geht von viel zu hohen Kosten aus“, sagt Hans-Joachim Hasse, Vorsitzender des Bündnisses von mehr als 2000 Rostockern aus rund 30 Vereinen. Der Rat, der seit Jahren für ein neues, hochmodernes Schifffahrtsmuseum im Herzen der Stadt gekämpft und bereits Pläne für die sogenannte „maritime Meile“ vorgelegt hat, spricht von gerade mal zwei Millionen Euro, die das Verholen kosten würde. Und außerdem: „Die Verwaltung ist zur Neutralität verpflichtet. Das scheint der Senator vergessen zu haben.“

Andreas Meyer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Kühlungsborn
In Kühlungsborn wird über die Zukunft des Schwimmhallengrundstücks diskutiert. Der Abriss der Halle ist fast vollendet. Auch die Villa Baltic spielt dabei eine Rolle.

Die Schwimmhallen-Ruine ist fast weg / Die OZ fragte Bürgermeisterkandidaten, was dort passieren soll

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Viel Gefühl: Matthias Schweighöfer in der Stadthalle

Der Musiker und Schauspieler bot vor 1700 Zuschauern in Rostock mit seiner Band sehr sanften deutschen Pop, veredelt auch durch elektronische Klänge.