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Nizza: Anschlag gegen Tourismus?

Nizza/Rostock Nizza: Anschlag gegen Tourismus?

Die Terroristen schlugen an der Cote d’Azur, einem Urlaubermagneten, zu. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit dem Rostocker Politologen Yves Bizeul über die Hintergründe des Terrors. Wie hoch ist das Risiko für die Tourismusregion Mecklenburg-Vorpommern?

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Yves Bizeul spricht über die Hintergründe des Anschlags in Nizza.

Quelle: Andreas Gebert, Axel Büssem, Bearbeitet von Alexander Salenko

Nizza/Rostock. Nach dem Anschlag in Nizza hat die OSTSEE-ZEITUNG mit dem Rostocker Politologen Yves Bizeul über die möglichen Gefahren für Mecklenburg-Vorpommern gesprochen.

OSTSEE-ZEITUNG: Wieso traf es diesmal Nizza?

Yves Bizeul: Nizza ist ein wichtiges Tourismuszentrum an der Cote d’Azur. Es kann also sein, dass der Tourismus getroffen werden sollte. Das wäre nicht neu, auch in Ägypten und Tunesien wurden bereits Urlaubsorte angegriffen.

OZ: Auch MV ist eine Tourismusregion. Sehen Sie auch hier die Gefahr eines Anschlags?

Bizeul: An der Cote d’Azur werden ganz andere Summen umgesetzt. Das Tourismusgeschäft in MV hat international nur eine geringe Bedeutung, daher sehe ich da keine große Gefahr.

OZ: Warum trifft es immer wieder Frankreich?

Bizeul: Das hat einerseits innenpolitische Gründe: In Frankreich gilt eine strikte Trennung von Kirche und Staat, es gibt erregte Debatten um Kopftuchverbot und Verschleierung. Zudem sind Zuwanderer aus dem Maghreb (Algerien, Tunesien, Marokko / d.Red.) in den Vorstädten oft diskriminiert. Ein Teil dieser Migranten ist auch anfällig für die Propaganda des Islamischen Staates. Und außenpolitisch engagiert sich Frankreich stark im Kampf gegen den IS.

OZ: Präsident Hollande hat gleich nach dem Anschlag angekündigt, die Luftangriffe in Syrien noch auszuweiten. Wie sehen Sie das?

Bizeul: Man kann nicht darauf hoffen, dass sich das Problem von selbst löst, das wird nicht passieren. Man muss sich an die Quelle des Übels heranarbeiten, und das geht nur durch ein härteres Durchgreifen gegen den IS. Luftschläge werden da nicht ausreichen. Es wird nötig sein, zusammen mit syrischen Oppositionellen auch am Boden anzugreifen.

OZ: Muss nicht auch die Sicherheit im Inneren verbessert werden?

Bizeul : Ja, man sieht, dass die Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichen. Es kann nicht sein, dass ein Lkw einfach in eine Sicherheitszone hineinfährt. Er hätte auch mit Sprengstoff oder Benzin beladen sein können, dann wäre das Ausmaß des Anschlags noch viel katastrophaler gewesen.

OZ: Aber sind die Kräfte der Franzosen nicht langsam erschöpft? Jetzt sollen schon Reservisten eingesetzt werden.

Bizeul: Es geht so lange weiter, wie es sein muss. Die Terroristen sind flexibel, sie schlagen da zu, wo man es nicht erwartet. Daher müssen auch die Sicherheitskräfte flexibel sein.

OZ: Hat man sich vielleicht zu sehr auf den Schutz von Paris konzentriert?

Bizeul: In den Planungen der Sicherheitskräfte wurden auch Anschläge in der Provinz in Betracht gezogen. Auch in Nizza gab es eine große Anti-Terror-Übung, dabei war man jedoch von einem Angriff von der Seeseite ausgegangen.

OZ: Nach den Anschlägen vom November 2015 hatten Sie den Ausnahmezustand in Frankreich als vorübergehende Maßnahme verteidigt. Nun hat ihn Präsident Hollande erneut verlängert. Ist Frankreich jetzt im ständigen Ausnahmezustand?

Bizeul: Nein, der Ausnahmezustand wurde um drei Monate verlängert, und wenn es in dieser Zeit keine Anschläge mehr gibt, wird er auch wieder aufgehoben. Aber jetzt ist er weiter nötig, weil wir nunmal in einer Ausnahmesituation sind.

Alexander Salenko

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