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Nordkante: Bürgerentscheid soll am 4. September stattfinden

Stadtmitte Nordkante: Bürgerentscheid soll am 4. September stattfinden

Linke, Grüne und Rostocker Bund haben sich durchgesetzt: Die Rostocker dürfen entscheiden, ob am Neuen Markt gebaut wird / SPD, CDU und OB halten das für unnötig

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So könnte die Nordkante mal aussehen – wenn die Rostocker Wähler denn „Ja“ zu einer Bebauung im Herzen der Stadt sagen.

Quelle: Ove Arscholl

Stadtmitte. Seit acht Jahren diskutieren Verwaltung und Politik, wie der Norden des Neuen Marktes künftig aussehen soll. Doch ob die Rostocker überhaupt wollen, dass die sogenannte Nordkante bebaut wird – das hat keiner gefragt. Bisher jedenfalls nicht. Doch das soll sich am 4. September ändern. Dann nämlich sollen die Rostocker nicht „nur“ den neuen Landtag in Schwerin wählen, sondern auch abstimmen, ob sie neue Häuser auf der wohl prominentesten Brache der Stadt wollen. Seit gestern Abend ist der Weg für einen Bürgerentscheid zur Nordkante frei.

 

OZ-Bild

Es geht nicht mehr darum, ob gebaut wird – sondern wann und wie.“OB Roland Methling (UFR)

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„Der Bürgerentscheid ein Weg zu mehr Mitbestimmung in unserer Stadt“, warb Sybille Bachmann, Fraktionschefin des Rostocker Bundes, für die Abstimmung. „Die Diskussionen haben gezeigt, dass die Menschen mitreden wollen“, so Sabine Krüger (Grüne). „Viele Rostocker haben Bedenken gegen die Pläne“, sagt Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin der Linken. Und weil die Bebauung mittlerweile mehr als eine fixe Idee ist, sei die Zeit reif, die Menschen zu fragen: „Wir haben konkrete Vorschläge für die Gestaltung und Nutzung der neuen Gebäude. Der Zeitpunkt für den Bürgerentscheid ist reif.“

Das sahen Rathaus, SPD und CDU gänzlich anders: „Dass die Nordkante bebaut werden soll, hat die Bürgerschaft bereits 2008 entschieden. Nur wie und wann ist offen“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (UFR). Auch aus Sicht der CDU kommt der Entscheid zu spät: „Wir stehen kurz vor dem Startschuss und jetzt so etwas“, wettert Frank Giesen. Fraktionschef Berthold Majerus ergänzt: „Das Thema ist zu komplex, um es auf die Frage ,Ja oder Nein’ zu reduzieren.“

Auch die SPD sieht keinen Bedarf für eine solche Grundsatz- Entscheidung: „Es gibt keinen nennenswerten Widerstand“, so Anke Knitter. Aber auch die Sozialdemokraten wollen die Rostocker über die Nordkante mitbestimmen lassen – allerdings nur über die Gestaltung. Die Bürgerschaft stimmte nämlich gestern nicht nur für den Bürgerentscheid: Sollten die Rostocker „Ja“ zu Bebauung sagen, soll der Sieger-Entwurf eines Gestaltungswettbewerbs vorab und in Originalgröße gezeigt werde. Der Entwurf soll auf riesige Planen gedruckt und dann am Neuen Markt über Gerüste gespannt werden. Die Kosten für die Fassaden-Präsentation (bis zu 100000 Euro) sollen Sponsoren tragen. „Wir wollen den Bürgern nicht einfach irgendetwas vorsetzen“, so SPD-Fraktionschef Steffen Wandschneider.

Die Nordkante geht alle an

Rostock macht in Sachen Nordkante einen Schritt zurück. Statt in den kommenden Monaten schon über die konkrete Gestaltung einer neuen Bebauung zu reden, stellen Linke, Grüne und Rostocker Bund mit ihrem „Ja“ zu einem Bürgerentscheid das ganze Vorhaben nochmals in Frage. Ist das falsch? Nein, im Gegenteil. Der Neue Markt geht alle Rostocker etwas an. Er ist das Zentrum der Stadt, der zentrale Platz. Ort für Märkte, Kundgebungen, Feste. Die Bebauung der Nordkante – so sie denn kommen sollte – wird das Herz der Hansestadt für immer verändern und prägen. Also ist es richtig, dass alle Rostocker mitentscheiden dürfen. Rostock wagt mit dem Bürgerentscheid mehr Demokratie. Das kann in Zeiten wachsender Politikverdrossenheit überhaupt nicht falsch sein.

Von Andreas Meyer

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