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Parkhaus für die Altstadt: Ortsbeirat will nicht entscheiden

Östliche Altstadt Parkhaus für die Altstadt: Ortsbeirat will nicht entscheiden

Wiro plant für fünf Millionen Euro 350 neue Stellplätze im Petriviertel

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Wunschvariante des Bauherren: Dies ist nur einer von vielen Gestaltungsvorschlägen der Wiro für das neue Parkhaus in der Altstadt.

Östliche Altstadt. Aus der Not macht die Hansestadt selbst auf ihrer eigenen Internet-Seite keinerlei Hehl: „Parkplätze sind in der Rostocker Innenstadt meist knapp“, heißt es da. Vor allem im Bereich der östlichen Altstadt – dort, wo die Straßen besonders eng und die Stellflächen knapp sind – gibt es seit Jahren Probleme. Die Wiro will das ändern: Das städtische Wohnungsunternehmen will am Küterbruch ein neues Parkhaus bauen. Doch das Projekt verzögert sich, weil Ortsbeirat und Ausschüsse seit fast zwei Jahren über das Vorhaben diskutieren.

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Wiro plant für fünf Millionen Euro 350 neue Stellplätze im Petriviertel

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Wiro betreibt bereits Parkhäuser

4 eigene Parkhäuser betreibt der städtische Vermieter Wiro bereits in Rostock. Hinzu kommen noch fünf öffentliche Parkplätze. Die Verwaltung obliegt der Parkhaus Gesellschaft Rostock.

350 Plätze für die Altstadt und das Petriviertel

Das neue Parkhaus soll direkt zwischen dem neuen Petriviertel an der Warnow und der Altstadt entstehen. Insgesamt fünf Millionen Euro will die Wiro in das Projekt investieren. „Wir wollen insgesamt rund 350 neue Stellplätze schaffen“, sagt Wiro-Sprecher Carsten Klehn. Das Parkhaus am Küterbruch wäre damit eines der größten rund um die Innenstadt. Zum Vergleich: In das Parkhaus am Stadthafen – gleich neben den Silos – passen „nur“ 200 Fahrzeuge. Der Neubau am Fuße der ehemaligen Stadtmauer richte sich vor allem an die Anwohner und an Pendler, sagt Klehn. Wer im Osten der Innenstadt arbeitet, soll sein Auto künftig dort abstellen können – ohne erst in der City lange nach einem freien Stellplatz suchen zu müssen. „Das ganze Gebiet hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Dort sind viele neue Gebäude entstanden, das Warnowufer ist zu einem beliebten Ausflugsort geworden. Für Anwohner, deren Besucher und Gäste Rostocks brauchen wir nun mal auch Stellplätze“, sagt der Wiro-Sprecher. Klehn weiter: „Wir wollen auch Dauer-Stellplätze zur Miete anbieten.“ Das Parkhaus sei seit Jahren in den Bebauungsplänen fest für das Viertel eingeplant.

Ortsbeirat will nicht entscheiden

Eigentlich plant die Wiro, dass im kommenden Jahr mit dem Bau des Parkhauses begonnen werden soll. Doch die Stadtpolitik könnte dies noch verhindern: Bereits seit 2015 diskutieren die Ausschüsse der Bürgerschaft und auch der Ortsbeirat Stadtmitte immer wieder über das Projekt. Aktuell geht es um die Gestaltung der Fassade: Gleich mehrere Vorschläge hatte die Wiro dem Ortsbeirat während dessen letzter Sitzung vorgelegt – mit der Bitte um Entscheidung. Doch der Ortsbeirat will nicht entscheiden: „Im Verlaufe mehrerer Beratungen musste festgestellt werden, dass es dem Ortsbeirat an Fachkompetenz mangelt, um diese anspruchsvolle Aufgabe in hoher Qualität zu lösen“, schreibt Gremiumschef Werner Simowitsch (Linke). Stattdessen soll sich nun der Planungs- und Gestaltungsbeirat mit der Fassade des Parkhauses befassen. Doch der könnte frühestens Mitte Dezember über das Thema befinden.

Wiro wurde von Wettbewerb befreit

In Wirklichkeit stört den Ortsbeirat aber etwas anderes: Im Bebauungsplan für das Petriviertel ist festgelegt, dass für alle Bauwerke ein Planungswettbewerb ausgelobt werden soll. Das Parkhaus-Projekt aber wurde bereits 2015 von diesem Zwang befreit. „Trotz schlechter Erfahrungen mit dem Parkhaus auf der Holzhalbinsel und obwohl das Parkhaus mitten im Wohngebiet und neben einer Kita entstehen soll“, so Simowitsch. Das sei für den Ortsbeirat nicht nachvollziehbar, denn im Rahmen eines Planungswettbewerbs wäre über schädliche Emissionen, die Anbindung des Parkhauses an den Verkehr und auch die Konstruktion des Baukörpers beraten worden. Das alles finde jetzt nicht mehr statt, stattdessen solle der Ortsbeirat lediglich die Fassade abnicken.

Doch die Stadtteil-Vertretung wolle nicht nur das „demokratische Feigenblatt“ sein, schimpft auch Ortsbeiratsmitglied und FDP- Kreischef Christoph Eisfeld. „Planung und Bau des Parkhauses im Petriviertel stehen exemplarisch für alles, was aktuell schiefläuft in der Rostocker Kommunalpolitik. Über wesentliche Entscheidungen wird nur in Hinterzimmern beraten.“

Andreas Meyer

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