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Petritor: Bürger entscheiden

KOMMENTAR Petritor: Bürger entscheiden

Rostock baut das historische Stadttor neu auf. Drei Varianten stehen seit gestern zur Auswahl. Nun will die Stadt die Meinung der Bürger wissen.

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Östliche Altstadt. Seit dem Mai 1960 klafft eine Lücke in der Stadt- Silhouette Rostocks. In einer Geheimaktion ließen die SEDOberen damals das historische Petritor, eines der ältesten und markantesten Stadttore sprengen. Nach über 50 Jahren will die Hansestadt diese Lücke nun schließen – und seit gestern ist auch klar, wie das Projekt aussehen soll:

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Rostock baut das historische Stadttor neu auf. Drei Varianten stehen seit gestern zur Auswahl. Nun will die Stadt die Meinung der Bürger wissen.

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2,8

Millionen Euro

hat der städtische

Immobilienentwickler

KOE für den Bau

des neuen Petritores

eingeplant. Geht alles

noch Plan, soll 2018

bereits Baustart sein, 2019 Einweihung.

Oberbürgermeister Roland Methling und Sigrid Hecht, Chefin des stadteigenen Immobilien-Unternehmens KOE, haben gestern die finalen Entwürfe für den Wiederaufbau des Petritores vorgestellt. Einer der drei Siegerentwürfe soll 2019 umgesetzt werden. Welcher genau das sein wird, darüber sollen die OZ-Leser mitentscheiden.

Insgesamt 63 Architekten aus ganz Europa hatten sich an dem Ideen-Wettbewerb für das neue, alte Stadttor beteiligt. Manche Entwürfe orientierten sich stark am historischen Original aus dem 13.

Jahrhundert, andere setzten auf etwas komplettes Neues und Modernes. Eine elfköpfige Jury – bestehend aus Mitgliedern der Bürgerschaft, aus Stadtplanern und auch Ortsbeiräten – wählte nun drei Sieger aus. Und die haben alle eines gemein: Im Mittelpunkt steht ein gewaltiger Backstein-Bau – mit einem großen Durchgang und einer weithin sichtbaren Pyramide als mächtigem Dach. Ganz so, wie es früher einmal war.

„Es war eindrucksvoll mit wie viel Fantasie und Sensibilität alle Teilnehmer sich Gedanken um das Petritor gemacht haben“, so Jury- Chefin Ingrid Bacher. Am Ende setzte sich ein Entwurf des Potsdamer Büros Kühn-von Kaehne & Lange durch. Die Jury lobt die Mischung aus moderner und historischer Architektur. Hinter einer neuen Stadtmauer sieht der Vorschlag Wohn- und Bürogebäude im Stil alter Bürgerhäuser vor. In die soll unter anderem der Wirtschaftsförderer Rostock Business einziehen. Zudem wird es einen Saal für Veranstaltungen und Ausstellungen sowie eine Tiefgarage geben.

„Wir haben ganz bewusst einen Entwurf gewählt, der die Erinnerung an das alte Stadttor lebendig hält und gleichzeitig neue Akzente setzt“, so Planer Eberhard Lange. Platz zwei ging an das Büro gmp International GmbH aus Berlin, der dritte Rang an das Planungsbüro Ferrier Architekten GmbH aus Zürich (Schweiz). „Rostock hat sich verpflichtet, einen der drei siegreichen Entwürfe bis zur Baugenehmigung zu begleiten“, so KOE-Chefin Hecht. Das müsse aber nicht Platz eins sein: „Wir wollen jetzt wissen, was die Rostocker denken – welches der drei Tore sie sich für die Silhouette wünschen. Das ist ja ein emotionales Thema.“

Insgesamt soll der Bau rund drei Millionen Euro kosten. Das Geld sei von der Bürgerschaft bereitgestellt worden, bereits 2018 könnten die Arbeiten beginnen. Erste Pläne für einen Wiederaufbau des Tores gab es bereits 1992. Seitdem aber ruhten die Planungen: „In Zeiten, in denen die Hansestadt 100 Millionen Euro Schulden gemacht hat, war an ein solches Projekt nicht zu denken“, so Oberbürgermeister Roland Methling. Nun sei Rostock aber in Kürze schuldenfrei, könne sich das Vorhaben leisten: „Das Petritor wird so auch zum Symbol hanseatischer Selbstständigkeit und Freiheit.“

Und: „Mein Herz lacht bei dem Gedanken, bald das Tor zu sehen, wenn ich über die Vorpommern-Brücke in die Stadt fahre.“

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Mehr Mut wär’ gut

Egal, welchen der drei siegreichen Entwürfe die Stadt am Ende umsetzt – sie macht damit zumindest nichts falsch. Alle drei Varianten für das Petritor passen sich harmonisch in die historische Silhouette der Stadt ein. Die von vielen Rostockern so oft bemängelte Lücke im Stadtbild wird endlich geschlossen. Doch: Die Auswahl der Sieger wirkt mutlos. Alle drei Vorschläge sind recht ähnlich und versuchen letztendlich, das Vergangene in neuem Gewand auferstehen zu lassen. Die Jury hat sich damit gegen etwas ganz und gar Neues entschieden. Dabei gab es solche Entwürfe – Stadttore aus filigranen Metall- und Glasfassaden, futuristische und lichtdurchflutete Mauern als Treffpunkte für die Bürger. Die Hansestadt hätte die historische Lücke mit einem Denkmal für das moderne Rostock, für eine neue Epoche der Stadtgeschichte und die Zukunft schließen können. Doch diese Chance hat die Jury vertan. Das ist schade.

Andreas Meyer

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