Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Politpromis bringen Geld für 24-Stunden-Kita

Reutershagen Politpromis bringen Geld für 24-Stunden-Kita

Bund unterstützt mit 600000 Euro GGP-Angebot an Eltern im Schichtdienst / Keine Zusatzkosten für Eltern / Zwölf Plätze mit Übernachtung können ab sofort belegt werden

Voriger Artikel
Wohngebiet Feldrain soll für Anwohner attraktiver werden
Nächster Artikel
Außenminister warnt vor dem „Ungeheuer des Nationalismus“

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) im Fachgespräch mit Carlo und Luis (r., beide 6), die sich schon auf die Schule freuen.

Quelle: Dpa/stefan Sauer

Reutershagen. Keine Mehrkosten für Eltern, die ihren Nachwuchs in die 24-Stunden-Kita bringen. „Sie bezahlen nur die normalen Regelkosten für einen Platz, wie andere Eltern auch“, betont Wolfgang Richter, Projektleiter bei der Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP), Träger der ersten 24-Stunden-Kita in Rostock. Der Mehraufwand für die Betreuung mit Übernachtung wird zum größten Teil durch den Bund finanziert.

Die für die nächsten drei Jahre notwendigen 600000 Euro aus dem Bundesprogramm „KitaPlus“ hat Staatssekretär Ralf Kleindiek vom Bundesfamilienministerium gestern offiziell übergeben. Mit großem Bahnhof in der Kita in der Humperdinckstraße. Unbeeindruckt von Politprominenz und Medienrummel zeigen Nike, Lara, Luis, Carlo und die anderen Knirpse ihr Programm. „Ich möchte Bauchtanz machen“, kündigt Greta selbstbewusst an. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), selbst Vater eines zweijährigen Sohnes, sorgt dafür, dass die Erwachsenen freie Sicht lassen: „Die Kinder müssen sehen können, bitte zur Seite“, ordnet das Landesoberhaupt an.

Nach dem Rundgang durch den für zwei Millionen Euro errichteten Neubau äußert sich Sellering zufrieden über „das kluge, pädagogische Konzept“, das der Betreuung zugrunde liege. Er sei froh, dass die Widerstände gegen das 24-Stunden-Kita-Projekt in der Stadt Geschichte sind und Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) „seinen Sozialsenator dahin gebracht hat, einen vernünftigen Weg auch einer langfristigen Finanzierung zu finden“. Es ist Wahlkampf – so kündigt der SPD-Spitzenkandidat schon mal an, dass das Land nach den drei Jahren Bundesförderung der Stadt langfristig als Partner zur Seite stehen wolle. „Den erhöhten Betriebskostenzuschuss wollen wir auch gewähren“, so Sellering.

Zwölf Plätze stehen derzeit in der Humperdinckstraße für eine Betreuung außerhalb der üblichen Öffnungszeiten zur Verfügung. „Wir haben die Räume und neue Erzieher eingestellt. Es kann sofort losgehen“, sagt Kita-Leiterin Sandra Demirci. Das Interesse sei groß von Eltern, die bei Polizei, Unimedizin, in Gastronomie, Hotellerie, bei Scandlines und anderen Firmen in Schichten, an Wochenenden und Feiertagen arbeiten müssen.

Die Arbeitszeiten außerhalb der regulären Kita-Öffnung von 6 bis 19 Uhr müssen vom Unternehmen bestätigt, der Bedarf eines Platzes beim Jugendamt beantragt werden. Bis 19 Uhr sollten die Kinder, die in der Einrichtung übernachten, im Haus sein. „Um Ruhe einkehren zu lassen, gemeinsam Abendbrot zu essen und Einschlafrituale zu ermöglichen“, erläutert Projektleiter Richter. Früheste Abholzeit sei morgens um 6 Uhr. „Kommen die Eltern aus der Nachtschicht, können sie das Kind aber auch mittags holen“, so Richter.

Die vom Kindertagesförderungsgesetz (Kifög) des Landes vorgesehene wöchentliche Betreuungszeit von 50 Stunden je Kind soll im Jahresschnitt garantiert werden. „So ist es mit der Stadt vereinbart.

Freie Tage für Eltern sind auch freie Tage für Kinder“, erklärt Richter.

In Mecklenburg-Vorpommern ist es die dritte 24-Stunden-Kita. In Schwerin folgte nach dem Start der ersten Einrichtung schnell eine zweite. „Der Bedarf ist einfach da“, bemerkt Staatssekretär Kleindiek aus Berlin. Rund 100 Kitas haben bisher Zuschüsse aus dem „Kita Plus“-Programm bekommen, zumeist für „Angebote in Randzeiten“. Rund 600 Förderanträge lägen vor, „unser Ziel ist die Unterstützung von etwa 300 Kitas“, sagt Kleindiek. Aus MV gäbe es elf Anfragen. Außer Rostock mit einem Vollprogramm wurden bereits Kitas in Zarrendorf, Anklam, Greifswald und Pölchow mit Angeboten in Randzeiten bedacht.

Kita Humperdinckstraße

Erste Pläne für eine 24-Stunden-Betreuung in der Kita entwickelte die GGP 2011. 2014 war der erste Spatenstich für einen Neubau an der Kita in der Humperdinckstraße. Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde der Anbau mit 130 neuen Plätzen im Oktober 2015 eröffnet. Wegen Streitigkeiten in der Stadt um die Notwendigkeit einer Kita mit flexiblem Betreuungsangebot an 365 Tagen im Jahr und mit Übernachtungsmöglichkeiten wurden zunächst nur „normale“ Plätze vergeben. Derzeit werden 208 Krippen- und Kindergartenkinder hier betreut. Für das 24-Stunden-Betreuungsangebot stehen nun zwölf Plätze zur Verfügung. Ab Sommer 2017 können es mehr werden.

Doris Kesselring

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Greifswald

Nach der Genehmigung des Kreisetats durch Schwerin verfügt die Verwaltung jetzt eine Haushaltssperre

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Politik

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
„Ich möchte Papa mal die Meinung sagen“

Außergewöhnliche Philosophie-Runde in Kröpelins Grundschule zum Thema „Mut“