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Raumnot im Rathaus: Stadt mietet sich in Alte Post ein

Stadtmitte Raumnot im Rathaus: Stadt mietet sich in Alte Post ein

Im historischen Verwaltungsgebäude am Neuen Markt und auch im Haus des Bauens wird es eng / Ausweichquartier kostet die Stadtkasse 230000 Euro pro Jahr

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Zwei Etagen wird die Stadtverwaltung in der Alten Post beziehen.

Stadtmitte. Die Umzugskartons stehen schon bereit, in den kommenden Tagen beginnt das Packen: Weil in der Rostocker Stadtverwaltung akute Raumnot herrscht, muss die Hansestadt nun zusätzliche Räume für ihr Personal anmieten. Gleich zwei komplette Ämter mit rund 70 Mitarbeitern sollen ab Mitte April in die Alte Post am Neuen Markt umziehen. Das Ausweichquartier kommt die Stadtkasse teuer zu stehen: Nach OZ-Informationen muss Rostock pro Jahr eine Viertelmillion Euro Kaltmiete für die Räume zahlen, die der Deutschen Immobilien AG, einer Tochter der Deutschen Seereederei (DSR), gehören.

OZ-Bild

Im historischen Verwaltungsgebäude am Neuen Markt und auch im Haus des Bauens wird es eng / Ausweichquartier kostet die Stadtkasse 230000 Euro pro Jahr

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Stühlerücken im Amt

2300 Quadratmeter mietet die Stadt in der Alten Post am Neuen Markt an.

67 Mitarbeiter sind insgesamt vom „Stühlerücken“ in der Rostocker Stadtverwaltung betroffen.

90 neue Stellen darf der Oberbürgermeister für die Integration von Flüchtlingen schaffen. Im Bau-Bereich entstehen zehn weitere Jobs.

Aus Sicht von Marco Stolle, dem Sachgebietsleiter Raumplanung und Service im Hauptamt der Stadt, ist die Anmietung der Räume allerdings alternativlos: „Wir haben sowohl im Rathaus am Neuen Markt als auch im ,Haus des Bauens‘ am Holbeinplatz echte Probleme. Wir können derzeit nicht mehr für alle Mitarbeiter einen Schreibtisch und ein Büro zur Verfügung stellen“, so Stolle. Im Rathaus sei die Lage besonders prekär: Für das Migrationsamt — früher Ausländeramt genannt — seien sogar Beratungsräume zu Dienstzimmern umfunktioniert worden. Auf Dauer sei dies aber nicht tragbar gewesen. Und außerdem: „Die Bürgerschaft hat jüngst beschlossen, dass die Hansestadt sogar bis zu 90 neue Stellen für die Integration von Flüchtlingen in den unterschiedlichsten Bereichen schaffen darf. Allein das Migrationsamt erhält zehn neue Stellen. Für diese Kollegen brauchen wir Platz“, sagt Stolle. Es mache keinen Sinn, das Amt auf mehrere Gebäude aufzuteilen. Deshalb habe sich die Stadt für die Lösung Alte Post entschieden: Dort sei Platz für alle Mitarbeiter des Amtes. Auch die Bürger sollen profitieren: „Es gibt einen größeren Wartebereich. Mit den neuen Mitarbeitern wollen wir die Wartezeiten verkürzen“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze.

Am Holbeinplatz sehe die Lage nicht besser aus. „Dort haben wir noch nie Beratungsräume geschweige denn Teeküchen für die Mitarbeiter gehabt — weil die Kapazitäten das noch nie hergegeben haben. Nun sollen auch im Bau-Bereich noch weitere Stellen geschaffen werden“, erklärt Stolle. Hintergrund: Für Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hat das Thema „Wohnungsbau“ in Rostock höchste Priorität. Denn schon seit Jahren sind bezahlbare Wohnungen in der Stadt knapp, durch die Flüchtlingskrise hat sich die Lage erneut verschärft. Nun soll das Bauamt so aufgestellt werden, dass schnellstmöglich Lösungen geschaffen werden. Das Amt für Stadtentwicklung muss deshalb weichen — und ebenfalls in die Alte Post umziehen.

„Insgesamt sind 67 Mitarbeiter von den Umzügen betroffen“, sagt Stadtsprecher Kunze. Zu den Kosten des Umzugs kann er keine Angaben machen. Büromöbel würden nicht neu angeschafft. „Die haben wir noch auf Lager.“ In der Post mietet die Stadt insgesamt eine Fläche von rund 2300 Quadratmetern an.

Nach OZ-Informationen hat die Stadt den Mietvertrag zunächst für fünf Jahre geschlossen. Heißt: Die Raumnot kostet das Rathaus fast 1,3 Millionen Euro. Danach, 2021, sollen die Mitarbeiter wieder in stadteigene Gebäude ziehen. Das Rathaus plant im Bereich der Nordkante zwei Neubauten für die Verwaltung. „Dort gibt es vier Baufelder, zwei sind für uns vorgesehen“, sagt Stolle. Bis gebaut wird, dürften noch Jahre vergehen. Ob an der Nordkante überhaupt jemals Bagger rollen, darüber sollen die Rostocker in einem Bürgerentscheid abstimmen.

Von Andreas Meyer

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