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Rechtspopulismus fordert Böll-Stiftung heraus

Kröpeliner-Tor-Vorstadt Rechtspopulismus fordert Böll-Stiftung heraus

Veränderung in der politischen Bildungsarbeit / 20-jähriges Bestehen gefeiert

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Geschäftsführerin Susann Schulz (l.) und Bildungsreferentin Christine Decker feiern das Jubiläum.

Quelle: Fotos: Thomas Niebuhr, Dirk Hoffmann

Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Aus Köln wurde extra ein Fässchen Böll-Bier für das „Fest mit Freunden“ herbeigeschafft. Die Heinrich-Böll-Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern feierte in der Bühne 602 das 20-jährige Bestehen. Im Reigen der parteinahen Stiftungen steht „Böll“ für die Farbe Grün. Die Arbeit werde sich in den kommenden Jahren deutlich verändern, blickt Geschäftsführerin Susan Schulz voraus. Die Themen Klimawandel, Menschenrechte und Rechtspopulismus würden eine immer wichtigere Rolle spielen.

 

OZ-Bild

„„Wir müssen die Grundelemente der parlamen- tarischen Demo- kratie immer wieder vermitteln. Das ist heute die Herausforderung.“ Jochen Schmidt, Landeszentrale für politische Bildung

Rechte Strömungen gebe es in ganze Europa und in Deutschland stehe dafür die AfD, so Susan Schulz. „Wir machen die Beobachtung, dass das Thema in unseren Veranstaltungen einen immer größeren Raum einnimmt.“ Noch vor wenigen Jahren, als es bei dieser Partei nur um die Zukunft des Euro ging, sei die Dimension des aufstrebenden Rechtspopulismus kaum erkennbar gewesen. „Aber seit der Flüchtlingskrise ist klar, das ist ein Riesenthema.“ In diesem Zusammenhang habe sich auch die Gesprächskultur verändert.

Jochen Schmidt bemerkt als Direktor der Landeszentrale für politische Bildung ständige „kleine Anschläge“ auf Demokratie und Medien. „Wir müssen die Grundelemente der parlamentarischen Demokratie immer wieder neu vermitteln“, beschreibt er eine der Herausforderungen. Da hätten die parteinahen Stiftungen mit ihren unterschiedlichen Sichtweisen eine wichtige Aufgabe. „Sie stehen für einen professionellen Zugang zu politischer Bildung.“ Schmidt widerspricht auch Aussagen, dass die Stiftungen ausschließlich Sprachrohr der jeweiligen Partei sind: „Das sind öffentliche Veranstaltungen, da kann jeder hingehen.“

Eine der wesentlichen Aufgaben der Böll-Stiftung ist nach Ansicht von Susan Schulz, mit Veranstaltungen den Menschen ein Forum für politischen Austausch untereinander zu bieten. Die Menschen können zwar die Diskussionen im Fernsehen verfolgen, bei den Abenden auch der anderen Stiftungen könnten sie mitdiskutieren und sich einbringen und somit an der politischen Willensbildung teilhaben. „Wir geben den Raum zur Debatte.“

Natürlich schlägt sich bei der Böll-Stiftung im Veranstaltungsplan die Nähe zu den Grünen nieder. Zum Beispiel in der Beteiligung an Nachhaltigkeitswochen, berichtet Bildungsreferentin Christine Decker. Veranstaltungen zu Klimawandel und Umweltschutz hätten naturgemäß einen großen Stellenwert. Gegründet wurde die Stiftung 1997, die Wurzeln reichen aber bis 1991 zurück, als Teil des „Netzwerks Selbsthilfe für alternative Lebensformen“. Aus diesem gingen auch etablierte Institutionen wie Kunstschule, Institut für Neue Medien oder Lichtspieltheater Wundervoll hervor. Da schien es selbstverständlich, dass die Stiftung vor einigen Jahren von der östlichen Altstadt in die „Frieda 23“ umzog. Die Landeszentrale für politische Bildung wünscht sich, dass die Böll-Stiftung auch mehr Präsenz außerhalb von Rostock zeigt. Das sei mit nur zwei Mitarbeitern aber nur schwer zu leisten, sagt Geschäftsführerin Susan Schulz.

Thomas Niebuhr und Joachim Mangler

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