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Rostock diskutiert über „Groß-Biestow“

Pläne für mehr Wohnraum: Neuer Stadtteil für 13000 Einwohner soll im Süden Rostocks entstehen Rostock diskutiert über „Groß-Biestow“

Ortsbeiräte wurden von Vorstellungen der Stadt zu neuem Mega-Wohngebiet überrascht / Wirtschaft unterstützt Bestrebungen

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Blick von oben auf Biestow, das von Wiesen und Ackerflächen umgeben ist.

Quelle: Ove Arscholl

Biestow. Die Pläne für einen neuen Stadtteil im Süden Rostocks mit bis zu 7000 Wohnungen für 13 000 Bewohner haben gestern für heftige Diskussionen gesorgt. „Am Telefon bei uns war die Hölle los“, sagt Christian Seifert, Vorsitzender des Verbandes der Gartenfreunde. Immerhin wären zehn bis 15 Gartenanlagen auf dem Areal betroffen. „Mit uns ist kein Kahlschlag zu machen“, betont Seifert, der sich einen fairen Umgang mit den Kleingärtnern wünscht. Ein kompaktes Wohngebiet zu erschließen, sei sinnvoll, so Seifert. „Aber es sollte mit Augenmaß das getan werden, was zwingend notwendig ist, da verschließen wir uns nicht.“

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Ortsbeiräte wurden von Vorstellungen der Stadt zu neuem Mega-Wohngebiet überrascht / Wirtschaft unterstützt Bestrebungen

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„Die Dimension überrascht,“ reagierte Armin Zimmermann, Vorsitzender des Ortsbeirates Gartenstadt/Stadtweide, gestern auf das angedachte Groß-Vorhaben. „ Wir sind bisher von kleineren Einheiten ausgegangen.“ Vor allem die Verkehrslösungen gingen nun nicht mehr auf. „In die Überlegungen sollte jetzt ein äußerer Straßenring einfließen, denn sowohl Satower Straße als auch die Nobelstraße würden bei diesen Größenordnungen viel zu stark belastet.“

„Dass Wohnraum gebraucht wird, ist unbestritten“, betont Franz Laube, Vorsitzender des Ortsbeirates Biestow. Doch nun gehe es um die Erschließung. „Der Biestower Damm verkraftet nicht noch mehr Verkehr“, stellt Laube klar. Auch er spricht sich für einen äußeren Straßenring aus. Christin Schröder, Ortsbeiratschefin der Südstadt, zeigte sich „geschockt, dass das Gelände nun so massiv bebaut wird“. Für sie wie für ihre Amtsbrüder sind die Pläne völlig neu und die bisherigen Umwelt- und Verkehrsgutachten damit hinfällig. Alle unterstützen das Vorhaben der Stadt, neuen Wohnraum zu schaffen: „Aber keine Schnellschüsse.“

Die Ackerflächen rund um Biestow gehören verschiedenen Eigentümern, darunter Kirche und Wohnungsgesellschaft Wiro. „Seit langer Zeit befinden sich große Teile der im Flächennutzungsplan der Hansestadt ausgewiesenen Baulandentwicklungsflächen westlich und südwestlich von Biestow im Eigentum der Wiro“, erklärt Sprecher Carsten Klehn. „Wir warten seit Jahren auf den Startschuss für die ersten Bebauungspläne, um dort abschnittsweise Grundstücke für Häuslebauer zu erschließen. Denn Flächen für Ein- oder Zweifamilienhäuser sind in der Hansestadt begehrt“, sagt Klehn.

Bevor Umlandgemeinden weiter Hausbauinteressenten „abfischen“, müsse die Stadt Bauland anbieten, meint Gunnar Przybill, Vorstand der WG Union. „Das Gelände ist ideal für Einfamilienhäuser.“ Für Geschossbau sieht Przybill noch viele innerstädtische Möglichkeiten in Petriviertel, Werftdreieck, Neubrandenburger Straße. „Wir haben selbst Grundstücke in Dierkow, wo wir Häuser abgerissen haben und nun etwa 200 Wohnungen in Mehrgeschossern errichten könnten.“

Befürwortet wird das Mega-Wohngebiet in Wirtschaftskreisen. „Die Hansestadt geht von einem Wachstum um knapp 25000 Einwohner von 2015 bis 2035 aus. Auch in Folge von Unternehmenserweiterungen und Neuansiedlungen übersteigt die Wohnungsnachfrage schon heute in einzelnen Wohnformen (Eigentum/Miete) das Angebot, mit entsprechenden Auswirkungen auf Kaufpreise und Mieten“, erläutert IHK-Hauptgeschäftsführer Jens Rademacher. „Fehlender adäquater Wohnraum erschwert, heute wie künftig, ansässigen Unternehmen die Rekrutierung von Fachkräften“, sagt Rademacher und unterstützt das Bestreben der Stadt weitere Wohnungsbauflächen zu erschließen.

Auch Christian Weiß, Chef des städtischen Wirtschaftsförderers „Rostock Business“, befürwortet die Pläne. „Rostock ist anziehend für Unternehmen und Arbeitnehmer. Attraktiver und stadtnaher Wohnraum ist da natürlich wichtig“, so Weiß. Am 7. November will der Oberbürgermeister auf einer Einwohnerversammlung neue Wohnraum-Pläne vorstellen, hieß es gestern auf der Ortsbeiratssitzung Gartenstadt/Stadtweide.

Doris Kesselring

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