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Rostock will Platz für mehr Kinder schaffen

Stadtmitte Rostock will Platz für mehr Kinder schaffen

Sanierungsstau soll bis 2018 beendet sein/Größter Problemfall: Hortplätze

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Moritz, Arthur und Gustaf (v.l., alle 5 Jahre alt) haben bereits einen Platz in der Kita „Marie Bloch“ am Beginenberg.

Quelle: Foto: Dietmar Lilienthal

Stadtmitte. Rund 60 Millionen Euro fließen aus der Stadt in die Kinderbetreuung, zehn Prozent des gesamten Etats, rechnet Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) vor. „Das sind für mich die schönsten Sozialausgaben“, wiederholt er immer gern. Rostock wird drauflegen und investieren müssen, wenn die in der neuen Kita-Bedarfsplanung präsentierten Zahlen erreicht werden sollen. Bis 2025 sollen in Krippe, Kindergarten und Hort 1650 zusätzliche Plätze entstehen.

 

OZ-Bild

„„Mal eben ein neues Gebäude hinzusetzen, reicht nicht aus. Eine Kita muss auch in 15 Jahren noch wirtschaftlich sein.“Sergio Achilles Institut Lernen und Leben

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„„Die Versorgungs- quote im Hort soll auf 80 Prozent steigen. Das ist noch nicht zu viel. Wir bauen Kitas da, wo wir sie brauchen.“Steffen Bockhahn (Linke) Sozialsenator

Aktuelle Prognosen sehen eine wachsende Bevölkerung vor und dementsprechend auch mehr Kinder. „Das sorgt für Probleme in der Versorgung“, sagt Jugendhilfeplaner Robert Petzold. Er stellt fest, dass für alle Altersgruppen weitere Plätze in den nächsten Jahren geschaffen werden müssen, wobei sich der Bedarf in den einzelnen Stadtbereichen sehr unterschiedlich darstellt. Denn schon jetzt gibt es Engpässe, und Grenzen sind teilweise erreicht. „Überall wird man hingehalten, lange Wartelisten, ständiges Hinterhertelefonieren“, schreibt Sarahlie Löwe im sozialen Netzwerk Facebook. „Wenn es so weiter geht, kommt meine nie in die Kita“, berichtet Daniela Heinemann.

Die größte Herausforderung sieht Senator Bockhahn nicht bei Krippen und Kindergärten, sondern in der Schaffung von Hortplätzen. Hier möchte er die Versorgungsquote von etwa 77 im vergangenen Jahr auf 80 Prozent steigern. „Und das ist noch nicht zu viel“, sagt Rostocks zuständiger Senator. Einrichtungen in den Schulen zu haben, sei gewollt, erklärt Bockhahn. Mit steigenden Schülerzahlen stoße die Stadt aber auch dort an Grenzen. Aktuelle Probleme im Hortbereich bestehen in Groß Klein und Warnemünde. „Der Hort muss ja in der Nähe der Grundschule sein. Räume zu finden, wird eine Herausforderung“, beschreibt Robert Petzold das Dilemma. Speziell in der Innenstadt sei das schwer. Umso glücklicher ist er, dass es in der Herderstraße einen Hortneubau für die St.-Georg-Schule gibt, der zum nächsten Schuljahr zur Verfügung steht.

Klar ist, dass Rostock in Gebäude investieren muss. Überall wo saniert wird, müsse genau betrachtet werden, ob nicht Kapazitäten erweitert werden können, so Petzold. Ziel sei es auch, Gebäude zu haben, die von anderen sozialen Bereichen mitgenutzt werden können. Die Stadt selbst betreibt keine Kitas, der Eigenbetrieb Objektbewirtschaftung (KOE) baut und vermietet Gebäude. „Wir sind da Dienstleister der Stadt“, erklärt Sprecher Nico Seefeldt und verweist auf diverse Neubauten, wie an der Thierfelderstraße oder in Warnemünde. Seit 2009 werde intensiv in Kindertagesstätten investiert. Bis 2018 ist geplant, den Sanierungsstau abzubauen. Insgesamt werden dann etwa 66 Millionen Euro in Kitas geflossen sein.

„Wir bauen Kitas, wo wir sie brauchen“, sagt Steffen Bockhahn. Dabei müsste auch die Entstehung neuer Wohngebiete wie in Biestow oder am Groten Pohl betrachtet werden. „Natürlich machen wir uns Gedanken, wie wir die Stadt bei der Schaffung dringend benötigter Kita-Plätze unterstützen können“, sagt Stefanie Kasch vom Deutschen Roten Kreuz. „Im Moment ist es so, dass keine Grundstücke zum Bau neuer Kindertagesstätten ausgewiesen werden, auf denen wir ein Projekt realisieren könnten.“ Die Kapazitäten der bestehenden DRK- Kitas seien nur schwer erweiterbar.

Mal eben ein neues Gebäude hinzusetzen, reiche nicht aus, sagt Sergio Achilles vom Institut Lernen und Leben, das mehr als 50 Einrichtungen betreibt. Kürzlich gab es den ersten Spatenstich für einen Neubau in Groß Klein. „Eine Kita muss auch in 15 Jahren noch wirtschaftlich sein.“ Ob tatsächlich Plätze in der genannten Größenordnung benötigt werden, sieht Achilles nicht. „Für die nächsten fünf Jahre kennen wir die Zahlen genau“, so Bockhahn.

88 Kindertages-

einrichtungen gibt es aktuell in Rostock.

Dazu kommen

152 Tagespflege-

einrichtungen, die 736 Plätze anbieten.

In den Kitas standen (Stand 1. Februar 2016)

2987 Krippen, 6516

Kindergarten- und

5229 Hortplätze zur

Verfügung.

Die Versorgungsquote

stieg seit 2010 an.

Im Hort lag sie im März 2016 bei 77,1 Prozent,

im Kindergarten bei 94,7 Prozent.

Die Quote in der Krippe betrug 55,1 Prozent,

wobei zu berück-

sichtigen ist, dass die bis Einjährigen

mitgerechnet werden, aber in der Regel

noch nicht in der Kita betreut werden.

Thomas Niebuhr

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