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Rostocker Planer entwerfen die Zukunft

Steintor-Vorstadt Rostocker Planer entwerfen die Zukunft

Inros Lackner lockt Fachkräfte aus aller Welt an die Warnow – denn das Planungsbüro will weiter wachsen

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So stellen sich die Planer aus Rostock die neue Feuerwehr-Akademie des Wüstenemirats Kuwait vor. Foto/Entwurf: Inros Lackner

Steintor-Vorstadt. Von außen wirkt das große Gebäude direkt am Bahnhofskreisel geradezu langweilig. Doch die Projekte, die in den Büros hinter der weißen Fassade geplant werden, sind umso spektakulärer: Werften für Turkmenistan werden hier entworfen, Autobahn-Netze für Uganda und auch die neue Feuerwehr- Hochschule in Kuwait. Denn die Rosa- LuxemburgStraße ist der Sitz von Rostocks größtem „Global Player“: der Inros Lackner SE. In 33 Ländern weltweit ist das Planungs-, Ingenieur- und Architekturunternehmen aktiv – und auf Wachstumskurs: „Wir wollen und wir müssen weiter wachsen“, sagt Uwe Lemcke, Vorsitzender des Unternehmensvorstandes.

 

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Nicht nur optisch ein Vorzeigebau: Die 50 Hertz-Zentrale in Berlin setzt dank Inros Lackner auch in puncto Nachhaltigkeit Maßstäbe.

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Wir brauchen Projekte in der Region. Hier machen wir den meisten Umsatz.“Uwe Lemcke, Vorstand

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Nicht nur optisch ein Vorzeigebau: Die 50 Hertz-Zentrale in Berlin setzt dank Inros Lackner auch in puncto Nachhaltigkeit Maßstäbe.

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Wir brauchen Projekte in der Region. Hier machen wir den meisten Umsatz.“Uwe Lemcke, Vorstand

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Der „Global Player“ in Zahlen

435 Mitarbeiter beschäftigt die Inros Lackner SE – davon rund 200 am Hauptsitz in Rostock. 61 Prozent der Beschäftigten sind Architekten und Ingenieure. Angaben zum Umsatz macht die Firma nicht.

30 Standorte hat das Unternehmen – 17 davon im Ausland.

Von seinem Büro mit Blick auf die Steintor-Vorstadt lenkt der studierte Bauingenieur zusammen mit sechs Direktoren das Unternehmen. Mit Erfolg: 1990 zählt das Unternehmen gerade mal 145

Mitarbeiter. Derzeit sind es 435 an 13 Standorten allein in Deutschland. 15 Nationalitäten sind bei Inros Lackner vertreten. Und hinzu kommen noch weitere 150 Beschäftigte in Tochtergesellschaften – unter anderem im Togo, in Weißrussland, in Vietnam, Tschechien und Kambodscha. Inros Lackner ist eine Aktiengesellschaft, doch die Wertpapiere werden nicht an der Börse gehandelt: Die Unternehmensanteile sind ausschließlich im Besitz von Mitarbeitern. „Wir wollen auch gar nicht an die Börse. Seit 26 Jahren fahren wir sehr gut damit, dass wir allein über unsere Geschicke entscheiden können“, so der Vorstandschef.

Vor allem mit den internationalen Projekten macht Inros Lackner immer wieder von sich reden: Für Auftraggeber aus Turkmenistan entwerfen die Rostocker eine komplett neue Werft am Kaspischen Meer. Ein 150-Millionen-Dollar- Projekt. Auch die Pläne für den neuen Tiefwasserhafen in Daressalam (Tansania) und in Caip Mep (Vietnam) stammen aus der Rostocker Projekt-Schmiede. Sogar am neuen Parlamentsgebäude von Vietnam waren die Hansestädter maßgeblich beteiligt. Zwei der spannendsten Projekte derzeit: Am Ufer des Viktoriasees will Uganda einen neuen Hafen bauen – die Rostocker sollen ihn entwerfen. Samt der Anbindung ins Hinterland. Und: Das Emirat Kuwait plant in der Wüste eine neue Feuerwehr- Hochschule und setzt ebenfalls auf Know-how von der Warnow. Ein 250-Millionen-Euro-Vorhaben.

„Die internationalen Projekte sind spannend. Da geht es nicht um kleinteilige Vorhaben, sondern um das ganz Große“, sagt Lemcke. „Aber wir brauchen vor allem Projekte in der Region.“ Denn allein in Rostock beschäftigt Inros Lackner gut 200 Fachkräfte – Ingenieure, Architekten, Techniker. „Da reichen zwei Projekte pro Jahr in der Region nicht.“ In und um Rostock tragen viele Großprojekte den Stempel des Unternehmens: „Wir planen beispielsweise den Ausbau der Genting-Werft in Warnemünde und der Stadthalle, die Bebauung des Glatten Aals und auch den neuen Petrihof“, sagt Haie-Jann Krause, stellvertretender Leiter der Gebäudeplanung. 80 Prozent seines Umsatzes macht Inros Lackner in Deutschland. „Das soll auch so bleiben. Schließlich will nicht jeder Mitarbeiter ins Ausland gehen“, sagt Lemcke.

Ein Projekt im Inland, auf das er und seine Mitarbeiter besonders stolz sind: Vor wenigen Wochen hat der Stromnetz-Betreiber 50 Hertz am Berliner Hauptbahnhof seine neue, 75 Millionen Euro teure Konzernzentrale eröffnet. Ein Vorzeigebau, dessen Fachplanung bei Inros Lackner lag: „Es ist das erste Gebäude weltweit, das ein DiamantZertifikat der Gesellschaft für nachhaltiges Bauen erhalten hat. Das ist herausragend“, sagt Planer Krause. Alles an der 50 Hertz-Zentrale sei auf Nachhaltigkeit ausgelegt: Das verbaute Holz stammt aus zertifiziertem Anbau, auf dem Dach erzeugen Wind- und Solaranlagen Strom, der Beton wird zum Heizen und Kühlen genutzt. „Die Terrassen sind grüne Gärten für die Mitarbeiter, es gibt Kindergärten und Fitness-Räume für die Beschäftigten“, schwärmt Krause. Natürlich habe das viel Geld gekostet, für den Auftraggeber lohnt es sich dennoch: „Das ist ein Gebäude, in dem die Leute arbeiten wollen“, sagt Lemcke. „Man darf ein Gebäude nicht allein auf die reinen Baukosten reduzieren. Es geht auch um Zufriedenheit der Nutzer und um Nachhaltigkeit. Langfristig wird das nicht teurer.“

Genau solche Projekte sucht Inros Lackner. Denn die Rostocker wollen weiter wachsen: Das Münchner Büro etwa soll ausgebaut werden. „Sieben Mitarbeiter beschäftigen wir dort derzeit. Das ist zu wenig“, sagt Lemcke. Zudem will Inros Lackner ein komplett neues Geschäftsfeld aufbauen: „Die Entsorgung von Altlasten ist weltweit ein großes Thema.“ Dabei gehe es nicht „nur“ darum, alte Gebäude von Asbest zu säubern: Es geht um komplette Landstriche und Industriekomplexe, denen die Rostocker neues Leben einhauchen wollen. An der LuxemburgStraße wird die Zukunft entworfen.

Andreas Meyer

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