Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Rostocker demonstrieren gegen Militarisierung

Stadtmitte Rostocker demonstrieren gegen Militarisierung

Knapp 50 Menschen nahmen am Ostermarsch teil / Landtagsabgeordneter Hikmat Al-Sabty kritisiert die Bundesregierung, die Milliarden ins Militär steckt statt in Integration

Voriger Artikel
Ostermarsch: Rostocker demonstrieren gegen Militarisierung
Nächster Artikel
Für Flüchtlinge: Verwaltungen in MV stocken Personal auf

Knapp 50 Menschen haben sich am Rostocker Ostermarsch beteiligt. Sie setzten sich für eine friedliche und lebenswerte Stadt ein. Fotos (3): Frank Söllner

Stadtmitte. Entmilitarisierung, Freiheit für ukrainischen Journalisten, Stopp von Waffenexporten: Das Rostocker Friedensbündnis hat zum Ostermarsch aufgerufen. „Frieden schaffen ohne Waffen“, „Grenzen öffnen für Menschen — Grenzen schließen für Waffen“, stand auf den Fahnen, die am Stadthafen wehten. Knapp 50 Rostocker haben sich an dieser Aktion gegen Militarisierung und Sozialabbau beteiligt. Auf dem Weg von der Silohalbinsel zum Matrosendenkmal haben sie zudem an Orten haltgemacht, die aus Sicht des Bündnisses für Luxus-Wohnungsbau, Reste der früheren Industrieregion Rostock, Raubbau an der Natur, Theatersterben und Privatschulen statt öffentlicher Bildung stehen.

OZ-Bild

Knapp 50 Menschen nahmen am Ostermarsch teil / Landtagsabgeordneter Hikmat Al-Sabty kritisiert die Bundesregierung, die Milliarden ins Militär steckt statt in Integration

Zur Bildergalerie

Märsche seit 50er Jahren

Der Ostermarsch ist eine von pazifistischen oder antimilitaristischen Motiven getragene, in Form von Demonstrationen und Kundgebungen regelmäßig jährlich durchgeführte politische Ausdrucksform der Friedensbewegung.

Ihre Ursprünge gehen auf britische Atomwaffengegner in den 1950er Jahren zurück.

Zu Beginn der 1960er Jahre wurden die Ostermärsche erstmals in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt.

Bekanntestes Gesicht beim Ostermarsch: Der Landtagsabgeordnete Hikmat Al-Sabty (Linke). Er diskutierte mit den Teilnehmern vor allem über die Anschläge von Brüssel. Sprengstoff wurde vor einer Woche am Flughafen sowie in der Innenstadt gezündet. Die Terrororganisation „Islamischer Staat“ bekannte sich zu den Anschlägen. Al-Sabty kritisierte in diesem Zusammenhang die Rolle der deutschen Bundeswehr, die im Ausland im Einsatz ist. Er fordert den Rückzug. „Krieg verursacht Vertreibung, Armut, Hass und Radikalität“, sagt er. Zudem stecke die Bundesregierung Milliarden in das Militär.

„Dieses Geld soll für Integration und für ein friedliches Zusammenleben ausgegeben werden“, sagte er am Mikrofon.

Die Ostermarsch-Teilnehmer stimmten zu. „Es ist schlimm, was in Brüssel passiert ist. Aber auch, was in Syrien passiert. Hier sterben Hunderte von Menschen jeden Tag. Von daher ist meine Forderung:

Waffenexporte einstellen“, sagt der Rostocker Eberhard Lange (73). Er bemängelt jedoch, dass sich nur wenige Rostocker am Marsch beteiligt haben. „Dies sollte viel öfter stattfinden. Die Leute müssten viel öfter sensibilisiert werden“, so Lange.

Auch auf der Kundgebung am Matrosendenkmal stand das Thema Entmilitarisierung an erster Stelle. Hier erinnerten die Teilnehmer am Beispiel der revolutionären Matrosen von 1918, aber auch gestützt auf das aktuelle Geschehen, daran, wie man zur Beendigung von Krieg und Militarismus beitragen kann — indem man sich verweigere. Erinnert wurde etwa an den ukrainischen Journalisten Ruslan Kotsaba, der seit einem Jahr in Haft ist, weil er den Dienst an der Waffe verweigert. „Er hat ein mutiges Zeichen gegen den Krieg gesetzt. Das müssen wir unterstützen“, sagt Cornelia Mannewitz vom Rostocker Friedensbündnis.

Ein Zeichen gegen den Krieg setzten die Teilnehmer noch mit einer Roten-Hand-Aktion. Rot gefärbte Hände wurden auf Papier gedrückt. „Wir kritisieren, dass überall auf der Welt Kinder in Kriegen eingesetzt werden. In Deutschland liegt das Eintrittsalter bei 17 Jahren. Wir müssen die Rekrutierung von Minderjährigen stoppen“, so Cornelia Mannewitz. Die Handabdrücke werden demnächst dem Oberbürgermeister überreicht.

Auf dem Ostermarsch standen auch noch andere Themen zur Debatte. Unter anderem die Abholzungen in der Stadt. „Auf dem Kanonsberg und in den Wallanlagen wurden Bäume gefällt — aus Gründen der Historie. Wir sehen das kritisch, da Rostock um ein Stück grüne Oase beraubt wurde“, sagt Christin Fenske von der Initiative „Rostocker Frühling“. Aus ihrer Sicht wären Hinweistafeln zur Historie statt Baumfällungen sinnvoller gewesen.

Von Mathias Otto

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Berlin

Mord soll einem Bericht zufolge künftig in Deutschland nicht mehr zwangsläufig mit einer lebenslangen Haftstrafe geahndet werden.

mehr
Mehr aus Politik

Vor 25 Jahren wütete vor dem Sonnenblumenhaus der Mob. Vier Tage lang flogen Steine und Brandsätze gegen Flüchtlinge, Vietnamesen und Polizeibeamte. Die Anwohner applaudierten. Der Ausnahmezustand überforderte alle – Politik, Polizei und auch die Presse.

Hier finden Sie eine Multimedia-Reportage zum Thema. mehr

Verlagshaus Rostock

Richard-Wagner-Straße 1a
18055 Rostock

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag
9.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Andreas Meyer
Telefon: 03 81 / 36 54 10
E-Mail: rostock@ostsee-zeitung.de

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

OZ-Bild
Bagger frisst sich durch Stahlbeton

Brücke bei Bad Doberan wird abgerissen und neu gebaut / Bahnstrecke voll gesperrt