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Rostocker packen maritimes Paket für Bizerte

Auf nach Tunesien: Unternehmen und Universität knüpfen Kontakte Rostocker packen maritimes Paket für Bizerte

Vier Unternehmen wollen Hafen, Werft und Brücke in Nordafrika bauen

Tunis. . Mühsam quält sich der Bus durch den chaotischen Verkehr der Millionenstadt Tunis. Von einem Ministerium zum anderen, zur deutschen Botschaft, zur EU-Vertretung, zu Verbänden und Betrieben – in fünf Tagen jagt ein Termin den anderen. Im Bus sitzen auch Geschäftsleute aus Rostock – und die haben einen Plan. Vier Unternehmen aus der Hansestadt bringen ein spezielles maritimes Paket mit: Den Bau einer Brücke, eines Hafens und einer Werft inklusive der Schulung von Mitarbeitern wollen sie Tunesien anbieten.

„Ich habe mich sehr gefreut, dass die Unternehmen aus Rostock so geschlossen aufgetreten sind und offensiv versucht haben, Partner zu finden“, sagt Peter Stein. Der Rostocker CDU-Bundestagsabgeordnete, als Entwicklungspolitiker in seiner Fraktion für Nordafrika zuständig, hatte zur Reise eingeladen. Die Organisation des Programms übernahm die deutsch-tunesische Handelskammer AHK.

Klaus Richter vom Planungsbüro Inros Lackner, Werftchef Christian Schmoll (Tamsen maritim) und Jürgen Burg von der Benntec Systemtechnik GmbH, die den Schulungspart übernimmt, – der vierte Partner IMG war nicht dabei – haben vor allem ein Ziel: Bizerte, die nördlichste Stadt Afrikas. Wenn Peter Stein von „Brücken bauen“ spricht, nimmt Klaus Richter das wörtlich. Inros Lackner, bereits mit einem Küstenschutzprojekt in Tunesien vertreten, ist interessiert, das Bauwerk für Bizerte zu errichten, das die Verkehrsprobleme der Stadt lösen soll. „Alle warten mit Ungeduld auf den Bau der Brücke“, blickt Hafendirektor Hassen Ben Hassen voraus. Klaus Richter möchte mehr für Inros Lackner, immerhin gibt es Überlegungen für einen neuen Tiefwasserhafen. „Bizerte hat ein Wahnsinnspotenzial“, so Christian Schmoll. Immerhin 30 Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs führen dort vorbei und der Weg übers Mittelmeer nach Europa ist kurz.

Christian Schmoll freut sich besonders auf den Besuch der CBR-Werft in Menzel Bourguiba. „Dann sehe ich, ob die Werft das braucht, was wir bieten.“ Die Anlage, 1902 entstanden, ist in die Jahre gekommen. Jährlich 50 bis 60 Schiffe werden dort repariert, im Dock liegt ein Schnellboot, das die deutsche Marine vor Jahren nach Tunesien verkauft hat. Tamsen, auf den Bau und die Reparatur von Behördenschiffen spezialisiert, könnte sich vorstellen, eine solche Werft in Tunesien zu bauen. „Natürlich bringen wir kein Geld mit“, so der Werftchef. Das Ziel solle aber sein, dass die Tunesier Schiffe irgendwann allein bauen und anderswo in Afrika verkaufen können. „Diese Länder zu unterstützen, verhindert auch Flüchtlinge“, ist Christian Schmoll überzeugt.

„Wir hatten sehr gute Gespräche“, sagt Klaus Richter. „Wir hoffen, dass wir mit dieser Rostocker Partnerschaft nicht nur Geschäfte machen können, sondern auch an der Entwicklung Bizertes teilhaben können.“ Ob die Rostocker das schaffen, ist ungewiss. „Vom Staat muss ein klares Bekenntnis kommen“, weiß Christian Schmoll genau, wo Entscheidungen fallen. Jürgen Burg von Benntec Systemtechnik ist jedenfalls beeindruckt von der Hochrangigkeit der Gesprächspartner. „Alleine hätten wir die Türen zu den Ministerien nicht geöffnet“, ist er sicher.

Überall wurde die Steinsche Delegation mit offenen Armen empfangen, der deutsche Botschafter Andreas Reinicke ermutigte, sich in Tunesien zu engagieren. „Investoren aus Deutschland sind immer willkommen“, sagt AHK-Präsident Raouf Ben Debba ein. Überhaupt genießen Deutsche hohes Ansehen in Tunesien. Hinter den Algeriern rangieren sie auf Rang zwei der Beliebtheitsskala, berichtet Meinungsforscher Hassen Zargouni aus einer ganz neuen Erhebung.

Thomas Niebuhr

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