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Rostocker sollen über die Nordkante abstimmen

Stadtmitte Rostocker sollen über die Nordkante abstimmen

Linke beantragt Bürgerentscheid / Bürgerschaft vertagt Entscheidung über das Quartiersblatt Neuer Markt, das die Bebauung festlegt /Zahlreiche Änderungsanträge

Stadtmitte. Es ist ein Bauvorhaben, das das Gesicht der Hansestadt prägen könnte: die Bebauung der freien Flächen auf der Nordseite des Neuen Marktes. Die Entscheidung, ob überhaupt und wie sich das Aussehen von Rostocks guter Stube verändert, wollen die Linken nicht allein Architekten und Stadtplanern überlassen. Deshalb hat die Fraktion in der Bürgerschaft einen Bürgerentscheid beantragt.

 

OZ-Bild

Alle Einwohner sollten die Chance haben, bei diesem großen Bau- vorhaben mitzuentscheiden.“Eva-Maria Kröger, Linke

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Quartiersblatt beschreibt Bebauung und Nutzung

Das Quartiersblatt legt fest, auf welchen Flächen die Gebäude entstehen, welche Häuser Giebel bekommen, wo Wohnungen, Geschäfte, Verwaltung oder kulturelle Einrichtungen vorgesehen sind.

Nach einem Hochbauwettbewerb könnte dann die Bebauung 2020 beginnen.

„Dieses Projekt im Herzen der Stadt betrifft alle Rostocker. Ob die Nordkante wirklich erneuert werden soll, ist nach wie vor umstritten“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Linken, Eva-Maria Kröger.

Deshalb sollte die Bürgerschaft allen Einwohnern die Chance geben, bei diesem großen Bauvorhaben mitzuentscheiden. Die letzten Monate hätten bewiesen, dass der Wunsch, sich bei der Stadtgestaltung einzubringen, groß sei. „Wir möchten dieses aufblühende Engagement fördern, und besonders das Vorhaben Neuer Markt bietet eine perfekte Gelegenheit dazu“, erklärt Eva-Maria Kröger.

Gegen eine Bürgerbefragung hätte Tilman Jeremias als Pastor der Marienkirche nichts einzuwenden. „Es ist immer gut, die Menschen zu fragen“, sagt er. Erst in den vergangenen Tagen hatte die evangelische Innenstadtgemeinde noch einmal ihre Sorge um die Statik der Marienkirche zum Ausdruck gebracht. Unterstützung für die Idee der Linken kommt von der FDP. „Den Bürgern liegt die architektonische Gestaltung der Bebauung des Neuen Marktes sehr am Herzen“, erklärt der Kreisvorsitzende Sebastian Bergs. Die Liberale fordern seit Beginn der Planungen, den Bürgerwillen zu berücksichtigen und eine Befragung durchzuführen — als wirkliche Beteiligung der Rostocker.

Abgestimmt wurde gestern in der Bürgerschaft über den Antrag der Linken zum Bürgerentscheid nicht. Genauso wenig wie über das sogenannte Quartiersblatt, das nach einem städtebaulichen Wettbewerb genau beschreibt, wie die fünf Baufelder auf der Nordseite des Neuen Marktes aussehen sollen, welche Form die Gebäude haben und wie sie genutzt werden. Diese Vorlage vertagte die Bürgerschaft gestern jedoch erst einmal — weil aus den Fraktion, den Ausschüssen und auch aus dem Ortsbeirat insgesamt zehn Änderungswünsche auf dem Tisch lagen.

So fordert der Bauausschuss beispielsweise im Vorfeld ein Baugrundgutachten, um Gefahren für die Marienkirche festzustellen. Der Ortsbeirat Stadtmitte und der Ausschuss für Stadtentwicklung wollen, dass das Gebäude unmittelbar neben dem Gotteshaus nur eine eingeschossige Tiefgarage bekommt. Grüne und SPD erwarten klare Regelungen zu Rad- und Gehwegen. Über alle diese Vorschläge wollen die Fraktionen in den nächsten Wochen noch einmal beraten. Ist das Quartiersblatt beschlossen, so der Plan der Verwaltung, soll ein Hochbauwettbewerb folgen. 2020 könnte Baubeginn sein — wenn die Rostocker in einer möglichen Bürgerbefragung zugestimmt haben.

Thomas Niebuhr

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