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Sanitz: Sind die Pläne für die neue Grundschule in Gefahr?

Sanitz/Bad Doberan Sanitz: Sind die Pläne für die neue Grundschule in Gefahr?

Vorhaben des Bildungsministeriums sorgt für Verwirrung

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Das Gebäude der Lessing-Grundschule in Bad Doberan wurde erst 2014 eingeweiht. Auch diese Einrichtung soll Schule mit „spezifischer Kompetenz“ werden.

Quelle: Foto: Anja Levien

Sanitz/Bad Doberan. Für den Erweiterungsneubau der Sanitzer Grundschule ist eigentlich alles in die Wege geleitet. Der Bauantrag ist gestellt, Förderanträge ebenfalls.

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Vorhaben des Bildungsministeriums sorgt für Verwirrung

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Bürgermeister Joachim Hünecke wartet eigentlich nur noch auf grünes Licht aus den zuständigen Behörden beim Kreis und beim Land. Doch Anfang Januar erreichte ihn ein Schreiben aus dem Staatlichen Schulamt, dass darüber informiert, dass 29 Schulen in Mecklenburg-Vorpommern ausgewählt worden sind, die sich „zu Schulen mit spezifischer Kompetenz entwickeln könnten“. Die Förderschwerpunkte Hören, Sehen und körperliche-motorische Entwicklung seien diese Kompetenzen. Kurz gesagt: Es geht um Inklusion – also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicap. Den Bürgermeister irritiert, dass in dem Brief davon die Rede ist, dass das Bildungsministerium derzeit „bauliche Mindeststandards“ erarbeitet, die im Sinne der Inklusion an diesen Schulen umgesetzt werden sollen.

Das könnte im Falle der Sanitzer Grundschule zum Problem werden, nämlich dann, wenn Anforderungen auftreten, die bei den bisherigen Planungen nicht berücksichtigt worden sind. „Das ist ein bisschen gefährlich. Es wäre fatal, zu bauen, ohne das zu berücksichtigen“, so Joachim Hünecke. Möglich, dass das Bildungsministerium den Plänen einen Strich durch die Rechnung macht.

Was diese Mindeststandards konkret bedeuten, ist offen. Es handele sich um „inklusionsorientierte Empfehlungen ergänzend zur Landesbauordnung“, teilt das Bildungsministerium auf Anfrage mit. Laut Strategie der Landesregierung zur Umsetzung der Inklusion im Bildungssystem geht es dabei vor allem um Barrierefreiheit. Gemeint sind damit unter anderem Orientierungshilfen im Eingangsbereich, Foyer und Treppenhaus und in den Fluren, Fahrstühle, Rampen oder Lifte zum Erreichen aller Etagen oder auch geeignete Sanitäranlagen.

Muss umgeplant werden, könnten weitere Kosten auf die Gemeinden zukommen. Das Bildungsministerium stellt zwar unter anderem Schulbaumittel aus EU-Fördertöpfen dafür in Aussicht. In welcher Höhe und ob die Gemeinden einen Anteil selbst zahlen sollen, ist ebenfalls unklar. „Das Land wird sich nach Maßgabe des Haushaltes an den inklusionsbedingten Mehrausgaben beteiligen“, heißt es aus dem Ministerium. Bislang sind etwa 3,5 Millionen Euro für den Erweiterungsbau in Sanitz eingeplant. 300 Schüler sollen in dem Grundschulneubau Platz finden. „Ich kann nicht sagen, wann es losgeht“, so der Bürgermeister.

In Sachen Regionalschule Sanitz jedenfalls hat unter anderem das Schreiben dafür gesorgt, dass die Pläne für einen ebenfalls etwa 3,5 Millionen Euro teuren Erweiterungsbau zurückgestellt worden sind. Das haben Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag entschieden. Vorerst kein so großes Problem. Hier gibt es nur erste Ideen, so weit wie der Grundschulneubau ist dieses Vorhaben noch nicht fortgeschritten. Am 21. Februar soll das Thema erneut beraten werden.

Auch die Lessing-Grundschule in Bad Doberan gehört zu den 29 Standorten auf der Liste des Bildungsministeriums. Das derzeitige Gebäude war erst 2014 als Neubau eröffnet worden. „Es wäre recht spannend, was man sich da einfallen lässt“, sagt Gerhart Kukla, Leiter des Bad Doberaner Bürgeramtes. Bei den Kosten „lässt sich jedenfalls nichts machen“, so Kukla. Der Neubau wurde mit Fördermitteln errichtet. Erneute Investitionen seien schwierig.

Hintergrund ist laut Bildungsministerium, dass die kommunalen Landesverbände darum gebeten haben, die Vorschlagsliste zu erarbeiten. Anfang Februar hat es eine erste Beratung zwischen Ministerium und kommunalen Landesverbänden gegeben. Verzögerungen bereits geplanter Vorhaben erwarte das Ministerium nicht, da „die Notwendigkeit für barrierefreies Bauen bereits jetzt in der Landesbauordnung gesetzlich verankert ist“.

Robert Niemeyer

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